Freiwetten für Neukunden in der Schweiz: was die Angebote tatsächlich kosten

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Ladevorgang...

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Holztisch neben einem Wasserglas.

Wer in der Schweiz nach einer Freiwette für Neukunden sucht, stösst schnell auf eine Besonderheit: Das Angebot ist nicht deshalb klein, weil die Buchmacher knausern, sondern weil das Geldspielgesetz jede Aktion mit Gratisspielguthaben an die vorgängige Zustimmung der Gespa bindet. Nur zwei Veranstalterinnen dürfen Sportwetten überhaupt anbieten, nur 24 und 8 Aktionen haben 2025 die Bewilligung erhalten. Das bestimmt, was auf dem Markt existiert, und es bestimmt, was eine Freiwette in der Schweiz wert ist.

Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen auf das Spielerkonto von höchstens CHF 10'000 pro 30 Tage.

Stand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die online publizierten Bewilligungs- und Teilnahmebedingungen von Swisslos und Loterie Romande.

Rechtslage: warum Neukunden-Freiwetten in der Schweiz selten sind

Die Schweiz beschränkt Sportwetten auf zwei interkantonale Veranstalterinnen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Beide stützen sich auf die Interkantonale Vereinbarung von 2019 (in Kraft 2020) und verfügen über eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Die Aufsicht führt die Gespa, nicht die ESBK, denn Sportwetten sind Grossspiele, keine Kasinospiele.

Ein hölzerner Richterhammer ruht auf einem dunklen Schreibtisch im Seitenlicht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Eine ausländische Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung, gleich ob sie aus Malta, Curaçao oder Deutschland stammt. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar, bis zu fünf Jahren bei gewerbsmässigem Handeln. Für Spielerinnen und Spieler hat das keine strafrechtlichen Folgen, aber keine Schutzregel und keinen Rechtsweg. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren. Stand Ende 2025 standen 671 Domains auf dieser Liste, bet365 gehört seit Jahren dazu.

Die geschlossene Liste erlaubter Sportarten, Wettbewerbe und Wettmärkte wird von der Gespa geführt. Ecken- und Kartenmärkte etwa fehlen, ebenso ein Esport-Bereich. Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind unzulässig, und Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen sind gesperrt. Was bleibt, ist ein enges Korsett aus Sportarten und Märkten, das beide Veranstalterinnen füllen.

Für Werbung gilt: aufdringlich, irreführend oder an Minderjährige gerichtet ist verboten, Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist es sowieso, bei einer Busse von bis zu CHF 500’000. Boni und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. Genau deshalb fallen Neukundenaktionen in der Schweiz klein aus: jede einzelne muss genehmigt werden, viele lohnen den Aufwand nicht.

Spielerschutz: was Neukunden vor der ersten Wette setzen müssen

Bevor bei Sporttip oder Jouez Sport die erste Wette angenommen wird, müssen Spielende drei Verlustlimiten festlegen, für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Periode, bei unter 21-Jährigen sind es CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, das schützt gegen impulsive Anpassungen in der gleichen Situation. Zusätzlich gibt es eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage.

Der Boden einer Sporthalle aus poliertem Parkett mit einem einzelnen Handball in der Mitte, Licht fällt durch hohe Fenster.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura.

Wer sich selbst aussperren will, kann bei Swisslos den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre landet in einem schweizweiten Register und gilt ebenso für Kasinos und Online-Kasinos sowie für Liechtenstein. Bei der Loterie Romande läuft das Verfahren analog, die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist erst nach drei Monaten möglich, eine Fachstelle wird einbezogen.

Das Schutzsystem hat eine Lücke, die nicht verschwiegen werden darf: Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen 200 Testkäufe durchgeführt, in 47.5 % der Fälle wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Wer den Schutz disziplinierter Online-Bedingungen erwartet, sollte bedenken, dass er am Schalter nicht überall gilt. Die Sperre für Minderjährige gilt online strikt, vor Ort weniger.

Exklusiv online gilt für Neukunden die Identitätsprüfung. Ausweis wird hochgeladen, Daten gegen Adressdatenbanken abgeglichen, eine Person registriert sich genau einmal. Unter 18 ist keine Teilnahme möglich, eine Spielsperre schliesst sie ebenfalls aus. Das schafft die Voraussetzung dafür, dass am Ende eine Auszahlung auf das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto erfolgen kann, auf Wunsch in 3 Arbeitstagen ab CHF 1’000.

Bonus und Freiwette: was Gratisspielguthaben in der Schweiz wert ist

Eine Schweizer Freiwette ist kein Geschenk im Marktjargon, sondern Gratisspielguthaben im Sinne des Gesetzes. Der wichtigste Unterschied findet sich in einer einzigen Eigenschaft: sie wird nicht ausbezahlt. Der Gewinn, der damit erzielt wird, ist auszahlbar, das Startguthaben selbst bleibt auf dem Spielerkonto und verfällt am Ende der Gültigkeit. Das gilt bei der Loterie Romande ebenso wie bei Swisslos.

Die letzte dokumentierte Neukundenaktion der Loterie Romande trug den Titel «JouezSport – Patinoires et Stades» und lief vom 17. Dezember 2025 bis zum 10. März 2026 über sieben Aktionstage. Wer innerhalb von 7 Tagen einen in National-League-Stadien verteilten Code ins verifizierte Konto eingab, erhielt CHF 10 Spielguthaben. Insgesamt wurden 7’000 Stück ausgegeben, gültig 30 Tage, nicht auszahlbar. Das ist die Grössenordnung, mit der Neukunden rechnen müssen: niedrige Beträge, kurze Fristen, klare Bedingungen.

Bei Swisslos verlangt das Sporttip-Programm keine Einzahlung für Gratisspielguthaben aus Promotionen, aber die Aufladung des Wallets erfolgt gegen Einzahlung, und pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 möglich, ein Kauf nur, solange das Wallet nicht über CHF 9’999 liegt. Das Wallet ist nicht auszahlbar, Gewinne aus Wetten mit Spielguthaben sind es. Die Auszahlungslogik: zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr auf das eigene Bank- oder Postkonto, ab der dritten kann eine Kommission von 3 % anfallen, Überweisung innert 5 bis 10 Arbeitstagen.

Was Gratisspielguthaben in der Schweiz kostet, hat zwei Komponenten. Erstens die Gültigkeit, meist 30 Tage, in denen die Wette platziert und abgerechnet sein muss. Zweitens die Marktrichtung: das Spielguthaben wird auf einem konkreten Wettmarkt eingesetzt, der eine Marge trägt. Eine Aktion «CHF 10 Gratiswette auf ein beliebiges Spiel» bedeutet wirtschaftlich, dass der erwartete Wert unter dem Nennwert liegt, weil der Buchmacher die Marge einbehält. Wie gross diese Differenz ausfällt, ergibt die Rechnung im Abschnitt «Was eine Gratiswette bei typischer Marktquote tatsächlich einbringt».

Was eine Gratiswette bei typischer Marktquote tatsächlich einbringt

Der Nennwert einer Gratiswette ist nicht ihr Wert. Bei einer typischen Zwei-Wege-Wette mit beiden Quoten 1.90 ergibt sich die Auszahlungsquote aus 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90), das sind 95 %. Die Marge des Buchmachers beträgt 5 % auf diesem Markt. Wird das Spielguthaben auf eine solche Quote gesetzt und gewinnt, zahlt der Buchmacher 95 % des fairen Preises aus, und der erwartete Verlust pro eingesetztem Franken Gratiswette beträgt 5 Rappen.

Für die CHF 10 aus der erwähnten Aktion folgt daraus ein erwarteter Wert von rund CHF 9.50, nicht CHF 10. Die Differenz von 50 Rappen ist klein gegenüber dem Nennwert, aber sie ist real, und sie ergibt sich aus der Marge des Marktes. Wer die Gratiswette auf eine Quote über 2.00 setzt, etwa auf einen Aussenseiter, gewinnt nominal mehr, verliert aber häufiger, und der erwartete Wert bleibt knapp unter dem Nennwert, solange die Marge vergleichbar ist.

In der Praxis kommen zwei weitere Effekte dazu. Erstens die Gültigkeit von 30 Tagen, die das Guthaben an einen konkreten Wettmarkt bindet und das Portfolio verfügbarer Spiele einschränkt. Zweitens der Verlust bei Verfall: wer das Guthaben innerhalb der Frist nicht einsetzt, verliert es vollständig. Das ist der wahrscheinlichste Pfad, die durchschnittliche Einlösequote von Gratisspielguthaben liegt erfahrungsgemäss weit unter dem Nennwert, weil ein Teil der Berechtigten die Frist verstreichen lässt.

Eine Bandbreite ist angemessen: der erwartete Wert einer Schweizer Gratiswette über CHF 10 auf einem ausgeglichenen Markt mit 5 % Marge liegt um CHF 9.50, abhängig vom konkreten Markt kann er auf CHF 8.50 sinken oder auf CHF 9.70 steigen. Die einzelne Wette kann alles oder nichts bringen, der Durchschnitt eben nicht.

Anbieter im Vergleich: was die zwei Schweizer Veranstalterinnen bieten

Die folgende Übersicht zeigt, wie die beiden Schweizer Veranstalterinnen dastehen, der Bewilligungsstatus ist hier entscheidend, weil ohne ihn kein legales Angebot in der Schweiz möglich ist.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
FortuneJack ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
Pribet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
Rabona ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
Fezbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Anbieter nicht ausgewiesen, ohne Wirkung in der Schweiz
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Drittquellen Tobique (Kanada), ohne Wirkung in der Schweiz

Die Spalte zur Schweizer Bewilligung erklärt den Markt. Eine ausländische Lizenz schützt die Spielerin in der Schweiz nicht, der Zugang kann per DNS blockiert werden, eine Beschwerdestelle existiert nicht. Die Veranstalterinnen mit Bewilligung bieten Schutz über das Sperrregister, eine verifizierte Identität und Auszahlung auf das eigene Bankkonto. Der Nachteil: nur sie zwei dürfen das überhaupt.

Die Plattformen im Detail

Swisslos Sporttip: das Programm für die Deutschschweiz und Liechtenstein

Swisslos organisiert Sportwetten unter dem Markennamen Sporttip in 19 Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein. Veranstaltet wird von der Genossenschaft mit Sitz in Basel, Bewilligungsgrundlage ist die interkantonale Vereinbarung von 2019. Wer in diesem Vertragsgebiet wohnt und mindestens 18 Jahre alt ist, kann ein Online-Konto eröffnen und an Sporttip teilnehmen, vorausgesetzt, es besteht keine Spielsperre.

Das Wettprogramm deckt das ab, was die Gespa-Liste erlaubt. Wetten gibt es als Einzel-, Kombinations- und Systemwetten, mit Mindesteinsatz CHF 1 und Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Gewinn berechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, gerundet auf 5 Rappen genau.

Der Kombiboost ist die prominenteste Aktion. Er gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quoten- und Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses, sind pro Person einmal nutzbar und bei Cash-Out hinfällig.

Neukundenaktionen bei Swisslos fallen klein aus, weil das Gesetz jede Aktion mit Gratisspielguthaben genehmigen muss. Acht Bewilligungen hat die Gespa Swisslos 2025 erteilt. Typische Bedingungen sind: kurze Frist, ein konkreter Anlass, kein Auszahlungsanspruch auf das Guthaben selbst. Wer sich bei Swisslos ein Konto eröffnet, sollte mit einer Auszahlung von Gewinnen auf das eigene Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto rechnen, zwei Mal pro Jahr kostenlos, ab der dritten Überweisung kann eine Kommission von 3 % anfallen.

Was Swisslos für die meisten Neukunden zum passenden Anbieter macht, ist die Kombination aus deutscher Sprache, regionaler Präsenz und gesetzlichem Schutz. Wer eine Aktion erwartet, die mehr als CHF 10 Freispielraum bietet, sucht vermutlich am Markt vorbei. Wer mit kleineren Aktionen leben kann und Schutz wertschätzt, ist hier richtig.

Loterie Romande Jouez Sport: das Programm für die Westschweiz

Die Loterie Romande organisiert Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und betreibt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz mit 221 Mitarbeitenden. Sitz der Gesellschaft ist Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Wer in einem dieser sechs Kantone wohnt und volljährig ist, kann ein Online-Konto eröffnen, ein anderes Vertragsgebiet schliesst die Online-Teilnahme praktisch aus.

Das Wallet-Modell der Loterie Romande funktioniert ähnlich wie bei Swisslos. Einzahlungen sind auf höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage beschränkt, das maximale Wallet-Guthaben liegt bei CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, darüber liegende Gewinne auf die angegebene IBAN überwiesen. Gratisspielguthaben aus Aktionen ist, das unterscheidet die Loterie Romande nicht von Swisslos, nicht auszahlbar.

Die jüngste Neukundenaktion «JouezSport – Patinoires et Stades» hat sieben Aktionstage zwischen dem 17. Dezember 2025 und dem 10. März 2026 umfasst. Eingabe des Codes innert 7 Tagen, CHF 10 Spielguthaben, gültig 30 Tage, 7’000 Stück insgesamt. Die Loterie Romande hat 2025 von der Gespa 24 Bewilligungen für Gratisspielguthaben erhalten, mehr als Swisslos, was auf eine aktivere Aktionspolitik hindeutet. Wer regelmässig in den Genuss solcher Aktionen kommen will, findet hier mehr Bewegung als bei Swisslos.

Was die Loterie Romande für Westschweizer Neukunden besonders macht, ist die Verzahnung mit dem stationären Netz. Wer am Schalter spielt, kann online weitermachen und umgekehrt, die 2’350 Verkaufsstellen sind physische Anlaufstellen für Fragen, Auszahlungen und Spielsperren. Online-only-Spieler ohne diese regionale Bindung haben in der Deutschschweiz mehr Verbreitung, im Westen ist das Netz dichter.

FortuneJack, Pribet, Rabona, WirWetten, BetOnRed, Fezbet, 22Bet, X3Bet: ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Diese acht Marken haben in der Schweiz keine Bewilligung. Wer dort spielt, bewegt sich ausserhalb des Schutzsystems: keine Identitätsprüfung nach Schweizer Standard, keine Verbindung zum hiesigen Sperrregister, keine Auszahlungspflicht der Anbieter, kein Rechtsweg vor Schweizer Behörden. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat hier keine Wirkung. Bei X3Bet nennt der Anbieter eine Lizenz aus Tobique in Kanada, was die fehlende Schweizer Wirkung nicht aufhebt.

Die Gespa kann Domains dieser Anbieter auf die Sperrliste setzen, Schweizer Internetanbieter blockieren sie per DNS, und bet365 steht seit Jahren auf dieser Liste. Wer über mobile Daten oder ausländische DNS-Server zugreift, umgeht die Sperre, bewegt sich aber weiterhin ohne Schweizer Schutz. Werbung in der Schweiz für solche Angebote ist verboten, der Anbieter und der Werbende riskieren eine Busse bis CHF 500’000.

Was das praktisch heisst: eine ausländische Marke kann grosszügigere Boni anbieten, weil sie keiner Gespa-Bewilligung bedarf, und sie tut es oft. Die Kehrseite ist das, was im Kleingedruckten steht, im Kleingedruckten einer Aktion, die niemand liest, oder im Kleingedruckten einer Auszahlung, die plötzlich blockiert. Wer in der Schweiz wettet, vergleicht am Ende nicht nur die Höhe eines Bonus, sondern auch den Schutz bei Verlust, Streit oder Sperre. Für die meisten Leserinnen und Leser ist die Antwort klar.

Für wen diese Anbieter dennoch eine Rolle spielen: für Spielerinnen und Spieler, die bewusst eine ausländische Plattform nutzen und die Konsequenzen tragen, etwa weil ein bestimmtes Wettprogramm geboten wird, das in der Schweiz nicht verfügbar ist. Wer diesen Weg geht, sollte sich bewusst sein, dass eine Gewinnauszahlung aus einem ausländischen Grossspiel in Thurgau als steuerbares Einkommen behandelt wird, ohne Berücksichtigung des Freibetrags. Das ist eine Ausnahme, aber sie trifft den, den sie trifft.

Zahlungen: wie Neukunden ihr Konto aufladen und Gewinne ausgezahlt bekommen

Bei beiden Schweizer Veranstalterinnen läuft die Zahlung auf das eigene Bank- oder Postkonto der Spielerin, anonym oder in Krypto ist nicht möglich. Bei Swisslos geschieht die Aufladung per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein, ab einem Mindestbetrag von CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, ein weiterer Kauf ist ausgeschlossen, sobald das Wallet CHF 9’999 überschreiten würde.

PostFinance Pay funktioniert als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Kontos, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Welche weiteren Zahlungsarten Swisslos anbietet, ergibt sich aus den Bedingungen und kann sich ändern. Wer eine bestimmte Methode braucht, prüft sie im Konto vor der ersten Einzahlung. Auszahlungen ab CHF 1’000 gehen innert 3 Arbeitstagen auf das Bankkonto, darunter liegende Gewinne fliessen automatisch ins Wallet.

Bei der Loterie Romande liegt die Einzahlungsgrenze ebenfalls bei CHF 10’000 pro 30 Tage und das maximale Wallet bei CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 werden dem Wallet gutgeschrieben, darüber wird auf die angegebene IBAN überwiesen. Beide Veranstalterinnen behalten zwei kostenlose Auszahlungen pro Jahr vor, ab der dritten kann eine Kommission erhoben werden. Das ist im Marktvergleich moderat, aber es zeigt, dass auch das «kostenlose Konto» nicht alle Vorgänge kostenlos abwickelt.

Wo das Bezahlen in der Schweiz wirklich aufhört: bei Krypto-Wallets und anonymen Karten. Wer eine ausländische Plattform mit Kryptowährungen nutzt, verlässt die Schweizer Zahlungslogik vollständig, und die Auszahlung erfolgt dann auf das, was der Anbieter akzeptiert, nicht auf das, was in der Schweiz üblich ist. Diese Logik gilt auch für jede ausländische Marke auf der oben stehenden Liste.

Limits, Steuern, Werbung: die Rahmenbedingungen kompakt

Was das Gesetz zur Verlustlimite sagt

Die Verlustlimite wird vom Spieler selbst gesetzt, nicht vom Staat vorgegeben. Tiefere Werte greifen sofort, höhere erst nach einer Karenzzeit. Die BGS setzt dafür mindestens 24 Stunden an, beide Schweizer Veranstalterinnen verlängern das in ihren Bedingungen auf 72 Stunden. Wer das Maximum wählt, hat keinen Freibrief, sondern die gesetzliche Obergrenze im eigenen Konto. Wer die Limite zu hoch ansetzt, hat das System verstanden und seine eigene Schutzlinie unterlaufen.

Was die Wette kostet, was sie einbringt

Eine Wette zu Quote 1.90 auf einem Zwei-Wege-Markt bringt im Erfolgsfall das 1.90-fache des Einsatzes zurück, der Nettogewinn ist das 0.90-fache. Bei einer Einzelwette ist die Rechnung Einsatz mal Quote, bei einer Kombination das Produkt der Einzelquoten, das Ergebnis wird im Sporttip-System auf zwei Nachkommastellen gerundet und auf 5 Rappen genau abgerundet. Das ist Mechanik, keine Strategie, und sie gilt nur für Gewinne aus echten Einsätzen, nicht für Gratisspielguthaben.

Was die Wette steuerlich bedeutet

Gewinne aus bewilligten Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelwette. Der Bundeswert liegt 2026 bei CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn, der kantonale Wert weicht ab, daher die Formulierung «je nach Kanton». Die meisten Wettgewinne liegen weit darunter, weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer fallen an. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die Spielerin kann sie über die Steuererklärung zurückholen.

Gewinne ausländischer Anbieter sind anders zu behandeln. Die Verrechnungssteuer fällt nicht an, weil der ausländische Anbieter sie nicht abzieht, dafür behandelt der Kanton Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als steuerbares Einkommen. Eine Wette bei einem ausländischen Anbieter kann also steuerlich teurer sein als eine identische Wette bei Swisslos. Wer in einem anderen Kanton wohnt, prüft die kantonale Praxis.

Was Werbung darf und was nicht

Aufdringliche, irreführende oder an Minderjährige gerichtete Werbung ist verboten, ebenso Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel. Wer in der Schweiz nach einer «Freiwette ohne Einzahlung 2026» sucht, kann sein Geld auch bei Anbietern ohne Schweizer Bewilligung einsetzen, was nicht verboten ist, aber empfängt Werbung dafür oft am Rand des gesetzlich Zulässigen. Das ist Hintergrund, keine Empfehlung.

Häufige Fragen

Gibt es überhaupt Freiwetten für Neukunden in der Schweiz, und wer bietet sie an?

Ja, aber selten und klein. Nur Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) dürfen in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten, jede einzelne Aktion mit Gratisspielguthaben braucht die vorgängige Zustimmung der Gespa. Die letzte dokumentierte Aktion der Loterie Romande lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 mit CHF 10 Spielguthaben über 30 Tage, Swisslos erhält pro Jahr rund acht solcher Bewilligungen. Promo-Codes werden nirgends veröffentlicht.

Welche Aktion lief zuletzt bei der Loterie Romande, und unter welchen Bedingungen wurde Spielguthaben gutgeschrieben?

«JouezSport – Patinoires et Stades» lief vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 an sieben Aktionstagen. Ein in National-League-Stadien verteilter Code musste innert 7 Tagen im verifizierten Konto eingegeben werden, dann wurden 7’000-mal CHF 10 Spielguthaben ausgelöst, gültig 30 Tage, nicht auszahlbar. Die Aktion ist beendet, eine vergleichbare Folgeaktion im gleichen Stil ist nicht angekündigt.

Ab welchem Alter und mit welchem Wohnsitz ist ein Neukundenkonto möglich?

Ab 18 Jahren, mit Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin. Swisslos deckt die deutschsprachigen Kantone, das Tessin und Liechtenstein ab, die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Eine Online-Registrierung erfordert die Identitätsprüfung mit Ausweis und Adressabgleich, eine Spielsperre schliesst die Kontoeröffnung aus.

Ist eine Freiwette für Neukunden an eine Einzahlung gebunden?

Bei den dokumentierten Schweizer Aktionen nicht. Die Loterie Romande hat 2025 24 Bewilligungen, Swisslos 8 erhalten, alle für Gratisspielguthaben ohne Einzahlungsbedingung. Eine Auszahlung des Gratisspielguthabens selbst ist ausgeschlossen, Gewinne daraus werden auf dem üblichen Weg ausgezahlt.

Was bedeutet es, dass Boni für Neukunden nur mit vorgängiger Zustimmung der Gespa möglich sind?

Jede Aktion mit Gratisspielguthaben braucht die Zustimmung der Gespa nach Art. 75 Abs. 2 BGS. Die Folge: weniger Aktionen, kleinere Beträge, dafür geprüfte Bedingungen. Spielerinnen und Spieler finden eine überschaubare Zahl gut dokumentierter Aktionen statt einer breiten, aber unregulierten Bonus-Landschaft wie im Ausland. Wer eine hohe Freiwette sucht, sucht am Schweizer Markt vorbei.

Worin unterscheiden sich Neukundenaktionen ausländischer Seiten in Bezug auf Schutz und Rechtsweg?

Ausländische Anbieter haben in der Schweiz keine Wirkung. Spielerinnen und Spieler haben keinen Zugang zum hiesigen Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, keine Garantie für Auszahlung, dafür oft höhere Boni. In Thurgau werden Gewinne aus ausländischen Grossspielen vollständig als Einkommen besteuert. Wer dorthin ausweicht, tauscht Schutz gegen Angebot, die Bilanz hängt davon ab, was der jeweiligen Spielerin wichtiger ist.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»