Wetten auf die Australian Open in der Schweiz: was ein Spiel auf Melbourne wirklich kostet

Updated Oktober 2026
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Ein Tennisnetz in Nahaufnahme im Gegenlicht der tiefstehenden Sonne, feine Staubkörner schweben über dem Platz.

Stand: Oktober 19, 2026 — geprüft gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen Sporttip Version 4.2 sowie die Gespa-Bewilligungsliste für Grossspiele (Stand 10.09.2026).

Die Australian Open 2026 fanden im Januar und Februar in Melbourne statt; für die Ausgabe 2027 sind der 17. bis 31. Januar angesetzt.

Die Australian Open 2026 sind gespielt, Carlos Alcaraz holte den Titel bei den Herren, Jelena Rybakina bei den Damen. Wer jetzt über Melbourne nachdenkt, denkt in Wahrheit über zwei Dinge nach: die Ausgabe 2027, die am 17. Januar in Melbourne beginnt, und die Frage, was ein Einsatz in diesem Markt überhaupt bedeutet — bevor ein Ball gespielt wird, ist bereits entschieden, wer die Rechnung schreibt. In der Schweiz sind das genau zwei Veranstalter. Beide tragen den Namen eines Kantons, beide haben eine Bewilligung, beide haben eine Spielregel, die im Kleingedruckten jene Bedingung hält, die den Unterschied zwischen einem Wettgewinn und einem Lehrgeld ausmacht. Wer auf die Australian Open wetten will, muss diese Bedingung lesen, sonst bezahlt er für Werbung statt für Information.

Der nächste Abschnitt zeigt, was die zwei Veranstalter trennt und warum die Auswahl so klein ausfällt, wie sie ausfällt.

Rechtslage in der Schweiz: warum es nur zwei Veranstalter sind

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel im Sinne des Geldspielgesetzes (BGS, SR 935.51). Es braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel, die Aufsicht liegt bei der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) — nicht bei der ESBK, die nur Casinos überwacht. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre, dazu eine Busse nach Art. 130 BGS. Werbung für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist ebenfalls verboten und kann bis zu CHF 500’000 Busse kosten (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS).

Ein Feldweg zwischen Weinreben im Wallis bei Sonnenaufgang, im Hintergrund hohe Berge und klare Luft.
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Das ist nicht das Ergebnis eines Wettbewerbs, an dem ausländische Anbieter teilgenommen hätten und verloren hätten — sie durften gar nicht teilnehmen. Die Liste ist abschliessend, und die Gespa veröffentlicht keine Liste «weiterer bewilligter Buchmacher», weil es keine gibt. Was sie veröffentlicht, ist die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86-93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domains darauf, bet365 nennt die Gespa ausdrücklich, Interwetten und Bet-at-Home ebenfalls.

Was in der Schweiz beworben werden darf und was nicht

Der erlaubte Markt ist eine geschlossene Liste. Die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026) bestimmt, was angeboten werden darf; was nicht drauf steht, darf nicht angeboten werden. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind tabu, Eckball- und Kartenmärkte fehlen, eine Esports-Sektion fehlt. Qualifikationsrunden sind nur dann erlaubt, wenn die Liste sie nennt; Frauenwettbewerbe ebenso. Ranglistenwetten sind nur zulässig, wenn die Rangliste über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet — nie auf Trainingsläufe. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Ein Schläger und ein Handtuch liegen auf einer Bank im Schatten eines Sonnensegels, dahinter flimmert die Hitze über dem Platz.
Die Australian Open 2026 fanden im Melbourne Park auf Hartplatz statt.

Was das für die Australian Open heisst: das Turnier ist auf der Liste, die Spiele sind es auch, eine Wette auf den Turniersieger ist eine erlaubte Langzeitwette. Was nicht erlaubt wäre — eine Wette auf ein Trainingsmatch, eine Wette auf einen Jugendwettbewerb, eine Wette auf ein Detail, das die Liste nicht vorsieht — fällt schlicht durch das Raster. Für den Spielenden bedeutet das: die Wettauswahl ist kleiner als bei einem ausländischen Anbieter, dafür ist alles, was im Wettschein steht, von der Aufsicht abgesegnet.

Wer in der Schweiz überhaupt spielen darf

Wer bei einem der zwei Veranstalter ein Online-Konto eröffnen will, muss volljährig sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in der Schweiz haben und darf nicht in der Sperrdatei eingetragen sein. Jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, die Daten werden gegen Adressdatenbanken abgeglichen — wer heute mit gefälschtem Pass spielen will, hat schlechte Karten. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, auf das gewettet wird, darf darauf nicht wetten. Diese letzte Regel klingt nach einer Randnotiz, betrifft aber Profispieler direkt und macht die meisten «Insiderwetten» im Profisport schlicht unmöglich.

Warum ausländische Marken hier auftauchen, ohne beworben zu werden

Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keinen Schweizer Schutz: keine Verbindung zur Schweizer Spielsperre, keinen Schweizer Rekursweg, keine Schweizer Aufsicht über die Spielregeln. Gewinne ausländischer Anbieter unterliegen zudem je nach Kanton einer anderen Steuerpraxis — der Kanton Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen.

Die folgenden Abschnitte trennen deshalb klar zwischen den zwei bewilligten Veranstaltern und einer Reihe ausländischer Marken, die hier auftauchen, weil Schweizer Spielende ihnen im Internet begegnen. Beschrieben wird, was sie sind und was sie in der Schweiz nicht sind.

Spielerschutz und Limiten: was die Veranstalter vom Spielenden verlangen

Limiten setzt der Spielende selbst, nicht der Staat. Das Bundesrecht verlangt vom Veranstalter, dass er einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt (Art. 87 VGS). Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden — statutengemäss. In den eigenen Bedingungen wenden die zwei Veranstalter längere Fristen an, 72 Stunden bei Sporttip, und binden die Erhöhung an diese Karenz.

Die Limite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden. Die Obergrenze der Tageslimite liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Wer das Spielkonto eröffnet, hat also bereits entschieden, wie viel er maximal verlieren will, bevor er die erste Quote sieht. Das ist die eine Seite des Schweizer Modells, die andere Seite ist die Spielsperre.

Die Spielsperre und das Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Spielsperre ist im BGS geregelt (Art. 80-82), eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben (Art. 84 VGS), eine Fachstelle ist einzubeziehen (Art. 81 BGS). Wer gesperrt ist und trotzdem spielt, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Ein Selbsttest, der gratis und anonym funktioniert, ist Teil des Angebots beider Veranstalter. Wer merkt, dass die Limite regelmässig ausgereizt wird, sollte das nicht als Erfolg der eigenen Disziplin lesen — die Limite ist ein Werkzeug, kein Urteil.

Werbung, die nicht kommt

Werbung für Glücksspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist verboten. Das gilt auch für Werbung, die sich an Minderjährige oder gesperrte Personen richtet, sowie für irreführende Werbung (Art. 74 BGS). Gratisspiele und Gratisguthaben braufen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS); 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Eine zeitliche Werbebeschränkung — etwa ein Verbot abends oder nachts — kennt das BGS nicht. Die Konsequenz für den Spielenden: jede Werbung, die er in der Schweiz für Schweizer Glücksspiel sieht, hat eine Bewilligung durchlaufen; jede Werbung für einen ausländischen Anbieter, die er in der Schweiz sieht, ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS unzulässig — was nichts daran ändert, dass sie technisch zugestellt werden kann.

Wettarten und Quoten: was auf den Australian Open im Wettschein steht

Wer auf die Australian Open wettet, wettet auf das, was die Gespa-Liste erlaubt, und das ist bei einem Grand-Slam-Turnier mehr als bei einem Testspiel. Im Wettschein tauchen üblicherweise Matchquoten, Satzwetten, Über/Unter Spiele, Handicap-Linien, Langzeitwetten auf den Turniersieger und bei den zwei Veranstaltern auch Livewetten auf. Was die Quote im Einzelfall bedeutet, ist eine Rechenfrage, die jede Wette gleich beantwortet — und genau deshalb lohnt es sich, sie zu verstehen, bevor der erste Franken gesetzt ist.

Wie ein Gewinn entsteht

Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 10 und Quote 2.10 ist der Bruttogewinn CHF 21, der Nettogewinn CHF 11. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; vier Quoten von je 1.50 ergeben 1.50 × 1.50 × 1.50 × 1.50 = 5.0625, ein Einsatz von CHF 10 würde bei einem Volltreffer CHF 50.63 brutto zurückzahlen. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei kleinen Beträgen kaum ins Gewicht fällt, bei Systemwetten mit vielen Teilwetten aber sichtbar werden kann.

Quotenboosts, Profitboosts und der Kombiboost

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und verfallen bei einem Cash-Out. Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und stockt den Nettogewinn gestaffelt auf: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn. Das klingt grosszügig, ist aber an eine Mindestquote gebunden, die über dem liegt, was bei Tennis-Favoritenwetten üblich ist. Wer auf Alcaraz mit Quote 1.20 setzt, hat den Kombiboost nicht verdient.

Livewetten und Cash-Out

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Cash-Out ist bei Sporttip verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Wettgewinn bei Nichtauszahlung. Eine Garantie, dass Cash-Out für einen bestimmten Markt zur Verfügung steht, gibt es nicht.

Wann die Wette zählt und wann nicht

Die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Bei den Australian Open gibt es im Herreneinzel keine Verlängerung im klassischen Sinn; der Entscheidungssatz wird als Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt. Eine Wette auf «Satz 5» beim Herreneinzel ist deshalb denkbar, eine Wette auf «Verlängerung» ist es nicht. Wer auf den Spielausgang eines Match-Tiebreaks setzt, wettet auf das, was im Tennis als «Satz» und nicht als «Spiel» zählt — und sollte vor der Wette prüfen, ob die Wettart «Sieger des Entscheidungssatzes» oder «Sieger des Matches» anbietet.

Abhängige Ereignisse und die Bet-Builder-Regel

Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Wer auf «Sieg Alcaraz» und «über 35.5 Spiele im Match» setzen will, kann das als zwei Einzelwetten kombinieren — wenn der Anbieter die Annahme nicht zulässt, fällt die Wette. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne Bet-Builder an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Konsequenz ist einfach: jede Mehrfachwette auf dasselbe Match gehört in den Bet-Builder, sonst hängt sie am seidenen Faden einer Annahme-Entscheidung.

Spielplan und Turnier: was die Australian Open 2026 waren und was 2027 kommt

Die Australian Open werden im Melbourne Park in Melbourne auf Hartplatz ausgetragen. Der Belag war bis 2007 Rebound Ace, ab 2008 Plexicushion, seit 2020 GreenSet — was Geschwindigkeit und Absprungverhalten des Balls verändert hat, und damit auch das, was auf dem Wettschein als «Schnelles Spiel» oder «Viele Breaks» angeboten wird. Bei den Herren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, bei den Damen auf zwei. Bei 6:6 wird ein Tiebreak gespielt; im Entscheidungssatz kommt der Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Dieses Detail ist wichtig für jeden, der auf Satzwetten oder Gesamtspiele setzt — der fünfte Satz kann 13 Spiele dauern, ohne dass ein Satz fertig ist, oder er kann nach drei Spielen vorbei sein.

Der Spielplan, der den Wettkalender bestimmt

Die Ausgabe 2026 endete am 1. Februar. Die Ausgabe 2027 ist für den 17. bis 31. Januar 2027 angesetzt. Über zwei Wochen zieht sich das Turnier, von der ersten Runde mit 128 Herren- und 128 Damen-Einzeln bis zu den Finals. Wer auf ein Match der ersten Runde setzen will, hat die Quote in der ersten Wochenhälfte; wer auf das Finale wettet, in der zweiten. Livewetten sind während des gesamten Zeitraums möglich, das Wettprogramm wird jeweils tagesaktuell aufgeschaltet.

Die Geschichte, die im Wettschein steht

Das erste Turnier der Australian Open wurde im November 1905 ausgetragen; die Australasian Lawn Tennis Association war ein Jahr zuvor gegründet worden. In der Open Era hält Novak Djokovic mit 10 Titeln den Rekord im Herreneinzel, bei den Damen Serena Williams mit 7. Margaret Court gewann insgesamt 11 Einzeltitel, davon einige vor der Open Era ab 1969. Diese Zahlen sagen nichts über die Quote von morgen, aber sie sagen, wer als Favorit in eine Langzeitwette geht: ein Spieler, der Melbourne schon zehnmal gewonnen hat, ist nicht der krasseste Aussenseiter. Eine Wette auf den Turniersieger ist deshalb eher eine Wette auf das Feld als auf den Namen.

Wer 2026 gewann

Im Herreneinzel gewann Carlos Alcaraz aus Spanien, im Dameneinzel Jelena Rybakina aus Kasachstan. Wer im Januar 2027 auf Rybakina als Favoritin setzt, sollte wissen, dass sie ihren ersten Grand-Slam-Titel in Melbourne geholt hat — eine Favoritenwette ist deshalb keine Überraschungswette, sondern eine Wette auf die Form der Spielerin in der jeweiligen Saison. Wer auf Alcaraz setzt, wettet auf einen Spieler, der in Australien noch keine Vorgeschichte als Seriensieger hat.

Was die Australian Open für den Spielenden kosten: Einsatz, Marge und das, was im Kleingedruckten steht

Eine Wette zu platzieren ist in Sekunden erledigt. Sie zu verstehen, ist eine Rechenaufgabe, und sie hat drei Eingaben: den Einsatz, die Quote und die Marge, die der Anbieter im Markt eingepreist hat. Wer diese drei Zahlen kennt, weiss, was die Wette kostet, wenn sie nicht eintrifft, und was sie einbringen kann, wenn sie eintrifft. Wer nur die Quote kennt, sieht die halbe Rechnung.

Was die Quote über den Markt verrät

Bei einem Zwei-Wege-Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen würde ein Buchmacher ohne Marge beide Seiten mit Quote 2.00 anbieten. In der Realität liegen beide Seiten tiefer. Nehmen wir ein illustratives Beispiel mit beiden Seiten zu Quote 1.90, wie es der Anbieter für ein 50/50-Match anbieten könnte. Die Auszahlungsquote (auch Quotenschlüssel) ist dann:

Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (2/1.90) = 1.90 ÷ 2 = 0.95

Das heisst: 95 % aller Einsätze auf diesen Markt würden als Gewinne zurückfliessen, wenn der Markt fair ausginge. Der Rest, 5 %, ist die Marge — der Anteil, den der Anbieter pro eingesetztem Franken auf diesem Markt im Schnitt behält. In der Praxis liegt die Marge bei den grossen Tennis-Märkten je nach Anbieter und Markt zwischen etwa 4 % und 8 %, bei exotischeren Märkten und Livewetten höher. Die Marge ist eine statistische Grösse: über viele Wetten hinweg gemittelt, ist sie der Preis, den der Spielende für die Möglichkeit zahlt, überhaupt wetten zu können.

Für ein Tennismatch, bei dem beide Spieler ähnlich stark sind, ist eine Marge von rund 5 % ein typischer Wert für einen grossen Markt. Bei einem klaren Favoriten mit Aussenseiter dehnt sich die Marge, weil der Anbieter auf der Favoritenseite viele Einsätze erwartet und dort den Preis drückt. Wer auf den Aussenseiter setzt, bekommt mehr Quote, aber die implizite Wahrscheinlichkeit des Marktes liegt weiter weg von der realen — beides schlägt auf die langfristige Bilanz durch.

Wie sich Marge und Quote im Wettschein verstecken

Wer eine Quote 1.90 auf einen Spieler sieht, liest sie als «knapp 53 % Chance». Das ist die implizite Wahrscheinlichkeit, 1 ÷ 1.90 = 0.5263. Wer zwei Spieler zur Auswahl hat und beide mit 1.90 sieht, liest das als «zwei mal 53 % = 106 %, das geht nicht auf». Genau das ist die Marge: die Differenz zwischen den impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge und 100 %. Wer Quoten vergleicht, vergleicht deshalb zwei Sachen zugleich — den Preis für den Ausgang, den er wettet, und die Marge, die der Anbieter eingepreist hat. Ein Anbieter mit höherer Quote ist nicht automatisch besser; er hat möglicherweise eine andere Marge, ein anderes Risikomanagement oder ein anderes Verständnis des Matches. Wer das nicht prüft, vergleicht Äpfel mit Birnen.

Was ein Cash-Out kostet

Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche Wettgewinn bei Nichtauszahlung. Wie viel tiefer, hängt vom Stand der Sportereignisse ab; Swisslos kann den Betrag jederzeit ändern. Ein Cash-Out ist deshalb eine Wette auf eine Quote, die der Anbieter selbst stellt, mit einer eigenen Marge, die nicht ausgewiesen ist. Wer cashed out, schliesst die ursprüngliche Wette vorzeitig ab und eröffnet eine neue, deren Preis der Anbieter bestimmt. Die Frage ist nicht, ob Cash-Out «fair» ist — sie ist, ob der Preis in diesem Moment besser ist als die erwartete Auszahlung bei Nichtauszahlung. Das ist eine Rechenfrage, die der Anbieter mit einer Marge beantwortet, die er nicht offenlegt.

Was die Limite kostet, wenn sie nicht reicht

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei Sporttip beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit einem grösseren Budget auf das Turnier setzen will, stösst bei einer Kombination aus vier oder fünf Matches schnell an die CHF 1’000-Grenze. Das ist kein Zufall — die Limite schützt den Anbieter vor einer Wette, die sein Risikomanagement sprengt. Für den Spielenden heisst das: das maximale Risiko pro Wettschein ist gedeckelt, was bei einem klar favorisierten Match mit Quote 1.10 weniger ins Gewicht fällt als bei einer Kombiwette mit Gesamtquote 8.

Was ein verlorener Wettschein kostet, wenn man gewonnen hätte

Die Rechnung, die niemand anstellt, ist die des verpassten Gewinns. Wer auf Quote 1.90 setzt und verliert, hat den Einsatz verloren. Wer auf Quote 1.90 setzt und gewinnt, hat den Einsatz zurück plus 90 % des Einsatzes als Gewinn. Wer regelmässig kleine Quoten spielt, gewinnt oft und verliert selten — aber die Summe der Einsätze übersteigt langfristig die Summe der Gewinne, weil die Marge jeden Einsatz schmälert. Wer gelegentlich grosse Quoten spielt, gewinnt selten und verliert oft — die wenigen Treffer bringen mehr, aber die vielen Nieten fressen den Vorteil teilweise wieder auf. Beide Strategien sind gegen die Marge, weil die Marge pro Franken Einsatz gleich gross ist; sie ist nur unterschiedlich sichtbar.

Die zwei bewilligten Veranstalter im Vergleich

Die folgende Tabelle ordnet die in der Schweiz verfügbaren Anbieter nach Bewilligungsstatus und Trägerschaft. Die zwei bewilligten Veranstalter stehen am Anfang; ausländische Marken, die Schweizer Spielende im Internet antreffen, folgen mit dem ausdrücklichen Vermerk, dass sie über keine Schweizer Bewilligung verfügen.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter und Bewilligungsform
Swisslos Sporttip Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip; Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung als Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung, BGS) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Produkt Jouez Sport; Aufsicht Gespa
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
DirectionBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Betovo ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Cloudbet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)
Bahigo ohne Schweizer Bewilligung ausländische Bewilligung, in der Schweiz ohne Wirkung (Art. 4 BGS)

Die zwei beworbenen Veranstalter im Profil, die ausländischen Marken darunter in Kurzform. Die Tabelle sortiert die Anbieter nach demselben Prinzip: wer eine Bewilligung hat, hat sie; wer keine hat, hat keine. Der Rest ist Werbung, die in der Schweiz nicht erlaubt ist.

Swisslos Sporttip

Swisslos, die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, ist einer der zwei Veranstalter, die das Bundesrecht für Sportwetten in der Schweiz vorsieht. Das Produkt heisst Sporttip und wird im Swisslos-Vertragsgebiet durchgeführt: in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, im Kanton Tessin sowie im Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto bei Sporttip steht nur Personen offen, die in diesem Gebiet wohnen oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt dort haben; volljährig und nicht gesperrt müssen sie ebenfalls sein, und der Ausweis wird gegen Adressdatenbanken geprüft.

Das Sportangebot ist die geschlossene Liste der Gespa, mit allem, was die Australian Open an Matchquoten, Satzwetten, Über/Unter Spielen, Handicaps, Langzeitwetten und Livewetten hergibt. Sporttip bietet Cash-Out als vollständiges Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor Spielbeginn und live, ohne Teilauszahlung; die Quotenboosts und Profitboosts sind an Einsatz und Erhöhung limitiert, der Kombiboost setzt mindestens vier Voraussagen mit Quote je mindestens 1.50 voraus. Wer mit kleineren Einsätzen spielt, kommt mit dem Mindesteinsatz von CHF 1 zurecht; wer grössere Positionen aufbauen will, stösst bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette an die Decke.

Für 2025 hat Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., 2024 waren es CHF 122 Mio. Der Rückgang ist ein Datum, kein Urteil; er sagt, dass weniger gesetzt wurde, und über die Gründe kann man spekulieren, aber sicher ist, dass es nicht an der Marge lag.

Wer Sporttip wählt, wählt den Anbieter mit der grössten Verbreitung in der Deutschschweiz, der längsten Tradition und der breitesten Palette an Spielerschutz-Werkzeugen. Der Nachteil ist die Abhängigkeit von der eigenen Spielregel: jede Sonderregel — der Match-Tiebreak, der Cash-Out ohne Teilauszahlung, die Annahmepflicht bei Mehrfachwetten — ist Swisslos‘ eigene Entscheidung, und wer sie anders haben will, hat keine Schweizer Adresse, an die er sich wenden kann.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, ist der zweite Veranstalter, den das Bundesrecht zulässt. Ihr Produkt heisst Jouez Sport und wird in den sechs Westschweizer Kantonen Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura durchgeführt. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14 in Lausanne; die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Für wen die Westschweiz Heimat oder Wohnsitz ist, ist Jouez Sport die Adresse; für wen die Deutschschweiz es ist, ist es Sporttip. Die Auswahl zwischen den beiden ist eine Auswahl zwischen zwei Vertragsgebieten, nicht zwischen zwei Marken.

Jouez Sport teilt die Bewilligungsform mit Sporttip und damit auch die Spielregeln der Gespa-Liste. Die konkreten Spielregeln, Mindest- und Höchsteinsätze sowie die Ausgestaltung von Cash-Out, Boosts und Kombiboost können von den Bedingungen bei Sporttip abweichen, weil beide Veranstalter ihre eigenen Spielregeln im Rahmen der Bewilligung formulieren. Wer vor der Wette prüfen will, ob die Bedingungen passen, prüft sie dort, wo er spielen will — auf der eigenen Seite des Vertragsgebiets.

Wer in der Westschweiz wohnt und auf die Australian Open wetten will, hat mit Jouez Sport die einzige bewilligte Adresse; wer in der Deutschschweiz wohnt, hat sie mit Sporttip. Wer in einem Kanton wohnt, der nicht zum Vertragsgebiet eines der beiden Veranstalter gehört — was bei der heutigen Aufteilung praktisch nicht vorkommt, aber theoretisch denkbar wäre —, müsste reisen oder verzichten. Die Auswahl ist klein, aber sie ist vollständig: alle Schweizer Wettenden sind abgedeckt.

Rainbet

Rainbet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, hat in der Schweiz keine Wirkung; die Marke darf hier nicht beworben werden, ihr Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen. Für Schweizer Spielende, die bei Rainbet spielen, gilt: kein Schweizer Schutz durch die Spielsperre, kein Schweizer Rekursweg, keine Schweizer Aufsicht über die Spielregeln. Gewinne sind nach kantonaler Praxis zu versteuern; im Kanton Thurgau sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe steuerbares Einkommen. Wer bei Rainbet spielt, spielt gegen einen Anbieter, der in der Schweiz nicht zugelassen ist und nicht zugelassen sein kann — die Bewilligung ist auf zwei Veranstalter begrenzt.

BassBet

BassBet fällt in dieselbe Kategorie wie Rainbet: ausländische Marke, keine Schweizer Bewilligung, keine Wirkung in der Schweiz nach Art. 4 BGS. Die Konsequenzen für den Spielenden sind identisch. Der Vorteil, den eine solche Marke gegenüber dem bewilligten Angebot bieten könnte — ein grösseres Wettprogramm, eine grosszügigere Marge, andere Quoten — wird in der Schweiz durch den fehlenden Schutz und die fehlende Aufsicht erkauft. Wer die Marke im Internet sieht, sollte prüfen, ob die Domain auf der Gespa-Sperrliste steht; wer sie öffnet, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsraums.

DirectionBet

DirectionBet ist eine weitere ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Das Profil gleicht dem von Rainbet und BassBet: keine Verbindung zur Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, Domain kann auf der Sperrliste stehen. Wer in der Schweiz wohnt und hier spielt, hat keinen Anspruch auf die Werkzeuge, die das BGS vorsieht — keine gesetzliche Limite, keine Spielsperre mit Schweizer Register, keine Auszahlung an ein Schweizer Konto im eigenen Namen nach Art. 50 Abs. 2 VGS. Das sind keine Petitessen; das sind die Regeln, die das Geld und die Kontrolle sichern.

Betovo

Betovo verfolgt dasselbe Muster. Ausländische Marke, keine Schweizer Bewilligung, in der Schweiz nicht zugelassen. Der Anbieter kann eine Lizenz aus einem anderen Land vorweisen, die in diesem Land gilt, nicht aber in der Schweiz. Für den Spielenden, der in der Schweiz wohnt, ist die Frage nicht, ob Betovo in Curaçao oder Malta eine Lizenz hat, sondern ob er hier spielen will, ohne den Schutz, den das BGS bietet. Die Antwort ist eine persönliche; die Fakten dazu stehen im Gesetz.

Rollbit

Rollbit ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit der Besonderheit, dass die Geschäftstätigkeit in einigen Ländern über Kryptowährungen läuft. In der Schweiz ist eine Auszahlung an ein Konto im eigenen Namen verlangt (Art. 50 Abs. 2 VGS); anonyme oder Krypto-Auszahlungen sind bei bewilligten Veranstaltern nicht möglich. Wer bei einem nicht bewilligten Anbieter spielt, der mit Kryptowährungen auszahlt, hat weder die Schweizer Auszahlungsregel noch die Schweizer Aufsicht über die Auszahlung. Was anstelle davon tritt, hängt vom Anbieter ab; was sicher fehlt, ist die Schweizer Aufsicht.

Sportuna

Sportuna reiht sich in das Muster der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung ein. Keine Verbindung zur Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Aufsicht, Domain kann auf der Sperrliste stehen. Wer hier spielt, sollte wissen, dass die Spielregeln des Anbieters gelten, nicht die des BGS, und dass eine Streitigkeit nicht vor einer Schweizer Behörde landet.

Cloudbet

Cloudbet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Das Profil ist identisch zu den anderen Marken in dieser Kategorie: keine Wirkung in der Schweiz, kein Schweizer Schutz, Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen.

Bahigo

Bahigo schliesst die Reihe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung ab. Auch hier gilt: keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zur Spielsperre, Domain kann blockiert sein. Die Marke ist in der Schweiz nicht zugelassen, das Spiel dort ist nach BGS nicht verboten, aber das Geld und der Schutz sind es, die der Spielende verliert.

Wer wählt was: was die zwei Veranstalter voneinander unterscheidet

Die zwei bewilligten Veranstalter sind nach Vertragsgebiet getrennt, nicht nach Leistung. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt, spielt bei Sporttip; wer in der Westschweiz wohnt, spielt bei Jouez Sport. Wer die Wahl hat, weil er an der Grenze wohnt oder umgezogen ist, achtet auf die Bedingungen: Cash-Out-Regel, Boosts, Mindest- und Höchsteinsätze, Regeln zur Annahme von Mehrfachwetten, Behandlung des Match-Tiebreaks bei den Australian Open. Diese Bedingungen sind veranstalterspezifisch, und sie sind es, die den Unterschied ausmachen — nicht der Name, nicht die Werbung, nicht die Geschichte.

Für Spielende, die ausländische Marken in Betracht ziehen, ist die Rechnung eine andere: dort gibt es kein Vertragsgebiet, das den Zugang regelt, keine Schweizer Spielsperre, die schützt, und keine Schweizer Aufsicht, die die Quote prüft. Dafür gibt es ein grösseres Wettprogramm, andere Quoten, andere Boni. Beides hat seinen Preis. Wer den Preis nicht zahlen will, bleibt bei den zwei bewilligten Veranstaltern. Wer ihn zahlen will, sollte wissen, was er dafür bekommt und was er verliert.

Was die Auszahlung kostet: Steuern und Freibeträge

Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind einkommenssteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelwette. Der Freibetrag ist kantonal unterschiedlich, der Bund nennt ihn nicht als einheitliche Schwelle; was die ESTV als «typischer Gewinn aus Sportwetten» bezeichnet, liegt weit darunter. Wer einen Gewinn oberhalb des Freibetrags erzielt, hat den Veranstalter als Quellensteuerer: 35 % Verrechnungssteuer werden direkt abgezogen und können über die Steuererklärung zurückgefordert werden. Wer unter dem Freibetrag bleibt, hat nichts zu deklarieren und nichts zu zahlen.

Die Freibeträge sind nicht einheitlich, weshalb der Hinweis «je nach Kanton» im Kleingedruckten steht. Ein typischer Wettgewinn auf Quote 1.90 mit Einsatz CHF 100 ist CHF 90, deutlich unter jedem Freibetrag; ein Treffer bei einer Kombiwette mit Gesamtquote 50 und Einsatz CHF 100 ist CHF 5’000, in einigen Kantonen unter dem Freibetrag, in anderen nicht. Wer einen grossen Treffer landet, fragt vor der Deklaration den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung, nicht das Wettforum.

Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat keine Verrechnungssteuer, weil der ausländische Anbieter sie nicht abzieht. Dafür ist der Gewinn nach kantonaler Praxis steuerbar — der Kanton Thurgau behandelt ihn unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen, andere Kantone haben andere Regeln. Der scheinbare Vorteil, keine Quellensteuer zu zahlen, kann sich in eine vollständige Steuerpflicht verwandeln, je nach Kanton und Gewinnhöhe.

Häufige Fragen zu Wetten auf die Australian Open in der Schweiz

Wann war die letzte Ausgabe der Australian Open, und wann beginnt die nächste?

Die Ausgabe 2026 sah Carlos Alcaraz als Sieger im Herreneinzel und Jelena Rybakina im Dameneinzel. Die Ausgabe 2027 ist für den 17. bis 31. Januar 2027 angesetzt und steht im Wettprogramm der zwei Schweizer Veranstalter ab dem Zeitpunkt, an dem die Auslosung veröffentlicht ist. Bis dahin sind Langzeitwetten auf den Turniersieger erfahrungsgemäss die einzige Wettart, die bereits offen ist; Matchwetten folgen mit der Veröffentlichung des Spielplans.

Wer darf in der Schweiz auf die Australian Open wetten, und bei welchem Veranstalter?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos (mit dem Produkt Sporttip) und die Loterie Romande (mit dem Produkt Jouez Sport) Sportwetten anbieten, und nur im Rahmen der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Wer in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, spielt bei Sporttip; wer in den Kantonen FR, GE, JU, NE, VD oder VS wohnt, spielt bei Jouez Sport. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, hat keine Schweizer Bewilligung und keinen Schweizer Schutz.

Wie wirkt sich der Match-Tiebreak im Entscheidungssatz auf Wetten aus?

Bei den Herren wird auf drei Gewinnsätze gespielt, bei den Damen auf zwei. Bei 6:6 wird ein Tiebreak gespielt; im Entscheidungssatz kommt der Match-Tiebreak bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung. Für Wetten heisst das: eine Wette auf «Sieg im fünften Satz» beim Herreneinzel kann sehr kurz sein, weil der Match-Tiebreak in wenigen Minuten entschieden ist; eine Wette auf «über 35.5 Spiele im Match» ist beim Herreneinzel über vier Sätze verteilt, beim Dameneinzel über drei. Die Wettart im Wettschein sollte zur Spielregel passen, und die Spielregel steht in den Bedingungen des Veranstalters.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette ist die Quote das Produkt der Einzelquoten. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit beiden Seiten zu Quote 1.90 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, die Marge also 5 %. Die Marge ist der Anteil, den der Anbieter pro eingesetztem Franken im Schnitt behält, und sie ist die Zahl, die jeder Vergleich von Wetten zuerst prüfen sollte, bevor die Quote verglichen wird. Wer nur die Quote vergleicht, sieht die halbe Rechnung.

Welche Verlustlimiten gelten, und wie lässt sich eine Spielsperre beantragen?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Obergrenze von CHF 9’999 pro Tag (für unter 21-Jährige CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Eine Spielsperre lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst setzen, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Sperre wird im Schweizer Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Liechtenstein. Bei einer Sperre verfallen Ansprüche auf Einsatz und Gewinn, und die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist frühestens nach drei Monaten möglich.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»