Cricket wetten in der Schweiz: was erlaubt ist, was es kostet

Updated Oktober 2026
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Ein ovales Cricketfeld mit gemähtem Rasen und hellem Mittelstreifen am frühen Morgen, Nebel zwischen den Bäumen am Rand

Wer in der Schweiz auf Cricket wetten will, stösst zuerst auf eine harte Grenze: Die Interkantonale Vereinbarung lässt nur zwei Veranstalterinnen zu, die Sportwetten anbieten dürfen, und Cricket steht nicht bei jedem von ihnen auf dem Programm. Ausländische Cricket-Seiten haben in der Schweiz keine Bewilligung. Das heisst in der Praxis: Angebote sind limitiert, und nur bei den beiden Schweizer Anbietern ist das Spielangebot legal und geschützt — vom Format (Test, ODI, T20) über die Quoten bis zur Marge, die in jeder Wette steckt.

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber.

Stand: Oktober 19, 2026. Geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten sowie gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2).

Rechtslage: Wer in der Schweiz überhaupt auf Cricket wetten darf

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) definiert Online-Sportwetten als Grossspiel und unterstellt sie der Aufsicht durch die Gespa, nicht der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine dritte bewilligte Sportwetten-Anbieterin gibt es nicht.

Ein Smartphone mit dunklem Display liegt auf einer Parkbank, dahinter ein Schweizer Dorf mit Kirchturm im Dunst
Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert.

Was auf den Wettschein darf, regelt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste ist abschliessend: Was nicht draufsteht, darf nicht angeboten werden. Cricket taucht in dieser Liste nur auf, soweit es die Gespa für die jeweilige Veranstalterin freigibt. Wer ausschliesslich auf Cricket wetten will, sollte vor der Registrierung prüfen, ob die ausgewählte Veranstalterin den Wettbewerb und die Wettart im aktuellen Programm führt.

Vertragsgebiet und Wohnsitzpflicht

Ein Online-Konto bei Sporttip steht nur Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet offen. Dazu gehören die Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer im falschen Kanton wohnt, kann sich bei der jeweiligen Veranstalterin nicht online registrieren — auch dann nicht, wenn die Person eigentlich in der Schweiz lebt. Die Online-Registrierung verlangt zwingend eine Identitätsprüfung; die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Ein roter Lederball und ein Holzschläger liegen auf einer Rasenkante, dahinter ein unscharfer Zaun
Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen.

Ausländische Anbieterinnen ohne Schweizer Bewilligung

Eine ausländische Lizenz (Curaçao, Malta, Deutschland, irgendwo sonst) hat in der Schweiz keine Kraft. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Gespielt wird auf eigenes Risiko: Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Rekursstelle und keinen Schweizer Spielerschutz. Die Gespa publiziert eine Sperrliste ausländischer Domains; Schweizer Telekomanbieter sperren sie über DNS. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt das Domain-Hopping und führt Interwetten, Bet-at-Home und bet365 als Beispiele auf. Wer trotzdem auf einer ausländischen Seite spielt, läuft Gefahr, dass Einsatz und Gewinn in einem Verfahren gegen die Anbieterin eingezogen werden, und muss die ausländischen Gewinne nach kantonaler Praxis versteuern.

Werbung für nicht in der Schweiz bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Diese Seite beschreibt ausländische Anbieterinnen, weil Schweizer Spielerinnen im Alltag auf sie stossen; sie bewirbt sie nicht.

Spielerschutz: Limiten, Pausen und Spielsperre

Wer auf ein mehrtägiges Test-Match oder ein IPL-Spiel über mehrere Wochen wettet, kann den Überblick über die eigenen Einsätze leicht verlieren. Das BGS setzt den Rahmen, die Veranstalterinnen füllen ihn aus: Spielerinnen setzen ihre Limiten selbst, und eine Erhöhung gilt nicht sofort.

Selbst gesetzte Limiten

Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Obergrenze für Erwachsene liegt bei CHF 9’999; für unter 21-Jährige ist sie auf CHF 1’000 beschränkt. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden — Swisslos setzt die gesetzliche 24-Stunden-Frist in den eigenen Bedingungen verschärft um. Zusätzlich lässt sich freiwillig eine Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Die Loterie Romande bietet ein vergleichbares Instrument an. Wer mehr will, als die selbstgesetzte Limite hergibt, muss warten — die Wartezeit ist Teil des Schutzes, nicht ein Hindernis.

Selbstsperre und Pause

Swisslos lässt den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause ist das mildere Mittel: Bis zu sechs Monate Pause sind gesetzlich vorgeschrieben, danach kann die Spielerin sofort weiterspielen. Eine Spielsperre lässt sich erst nach drei Monaten über eine Fachstelle aufheben.

Einsatzlimiten bei Sporttip

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Limite gilt pro Wettschein, nicht pro Tag — wer die Tageslimite voll ausschöpft, hat sieben Mal hintereinander auf den gleichen Tipp gesetzt.

Die Spielsperre schützt übrigens auch das Portemonnaie rückwirkend: Ausgeschlossene oder minderjährige Spielerinnen haben keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn. Wer sich nach einer Spielsperre wieder anmeldet, fängt also buchstäblich bei null an.

Spielplan: Test, ODI, T20 und die grossen Turniere

Cricket ist nicht ein Spiel, sondern drei grundverschiedene. Wer nur eine Quote liest, ohne das Format zu kennen, wettet im Nebel. Jede Wettart hat ihre eigene Logik, und die Wettmärkte unterscheiden sich zwischen den Formaten teils deutlich.

Drei Formate, drei Wettwelten

Im Cricket stehen sich zwei Mannschaften mit je 11 Spielern gegenüber; ein Spiel hat zwei oder vier Innings, ein Over besteht aus sechs regulären Bällen. Das ist das ganze Grundgerüst. Darauf baut sich alles auf.

Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage mit täglich drei Sessions von etwa zwei Stunden — das macht ein Test-Match zur längsten regelmässig ausgetragenen Sportveranstaltung der Welt. Wer auf einen Ausgang nach fünf Tagen wettet, muss Wetter, Formverlauf und taktische Aufstellungen über eine ungewöhnlich lange Kette von Variablen einschätzen. Märkte wie «Match Winner» oder «Draw» sind im Test-Cricket Standard, weil ein Draw dort zum normalen Ergebnispektrum gehört: Als Draw gilt in der Regel ein Spiel, bei dem die Zeit vor Ende aller Innings abläuft.

Ein One-Day International (ODI) umfasst in der Regel 50 Overs pro Innings. Das Spiel endet nach einem Tag, der Ausgang ist fast immer eindeutig; ein Tie ist sehr selten. Märkte für ODI gleichen denen im Fussball: Heimsieg, Auswärtssieg, Top-Scorer, Handicap.

Ein Twenty20 (T20) umfasst 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings. Das ist das Format der IPL und der grossen Franchise-Ligen. Märkte sind enger und dynamischer: Over-Under für Runs, Wickets in den ersten sechs Overs, Highest-Partnership.

Weltmeisterschaft und grosse Ligen

Der Cricket World Cup der Männer findet alle vier Jahre statt und wird mit 50 Overs pro Innings gespielt (seit 1987; zuvor 60); die erste Austragung war 1975 in England, Rekordsieger ist Australien mit 6 Titeln. Den Cricket World Cup 2023 gewann Australien, Gastgeber war Indien; die Ausgabe 2027 wird in Südafrika, Simbabwe und Namibia ausgetragen und auf 14 Teams erweitert. Das Finale des Cricket World Cup 2019 stand nach 50 Overs 241:241 und im Super Over 15:15; England gewann anhand der Zahl der Boundaries. Wer auf Cricket-Turniere wettet, sollte die Historie kennen — der Super-Over-Rechtsweg ist im Cricket nicht hypothetisch, sondern bereits passiert.

Die Indian Premier League (IPL) ist ein Beispiel für eine nationale Twenty20-Liga mit internationalen Spielern. Solche Franchise-Ligen prägen den Wettkalender zwischen den Weltturnieren und sind oft die Anlaufstelle für Livewetten. In der Schweiz hängt das Angebot davon ab, ob die Veranstalterin den Wettbewerb in ihrem Programm führt — was die IPL betrifft, ist das vor jeder Saison neu zu prüfen.

Regen, Duckworth-Lewis-Stern und die Wette

Cricket wird im Freien gespielt, oft in den Monsunmonaten. Regen ist nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall. Die Duckworth-Lewis-Stern-Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft in durch Wetter unterbrochenen Limited-Overs-Spielen; in 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als «No Result» gewertet (Ausnahme: ein Team ist all out oder erreicht das Ziel früher). Die Methode wurde 1997 eingeführt und 1999 vom International Cricket Council (ICC) offiziell übernommen; seit November 2014 trägt sie nach Steven Stern den Namen Duckworth–Lewis–Stern.

Für eine Wette heisst das: Eine Wette auf den Sieger eines Limited-Overs-Spiels kann durch ein mathematisches Ziel, nicht durch ein tatsächliches Resultat entschieden werden. Wer auf den Match Winner wettet, wettet im Grunde auf die angepasste Punktzahl — und auf die Frage, ob das Spiel überhaupt die Mindest-Overs erreicht. Wer «No Result» als mögliche Wettart sieht, sollte sie als Schutzklausel lesen, nicht als exotische Quote.

Anbieterinnen im Vergleich: bewilligt, nicht bewilligt, was zählt

Die folgende Einordnung listet die zwei bewilligten Schweizer Veranstalterinnen und acht ausländische Anbieterinnen ohne Schweizer Bewilligung. Sie steht unter dem Vorbehalt, dass ausländische Marken in der Schweiz nicht bewilligt sind und keine Schweizer Schutzmechanismen greifen.

Anbieterin Bewilligung in der Schweiz Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz
Swisslos Sporttip bewilligt (Sporttip) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Gespa
Loterie Romande Jouez Sport bewilligt (Jouez Sport) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Gespa
Betscore ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz; von der Gespa als blockierte Domain genannt
Betify ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
ZotaBet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz
BetFury ohne Schweizer Bewilligung ausgewiesen: keine in der Schweiz

Die Tabelle trägt eine Spalte mit einer harten Aussage: bewilligt oder nicht bewilligt. Wer auf einer ausländischen Seite spielt, hat in der Schweiz keine Handhabe bei Streit, keine Spielsperre-Anbindung und keine Steuerfreigrenze nach Schweizer Recht. Die Spalte zur ausgewiesenen Lizenz sagt das bewusst nicht über die ausländische Lizenz selbst — sie sagt nur, dass diese Lizenz in der Schweiz nichts gilt.

Für den Vergleich heisst das: Die zwei bewilligten Veranstalterinnen sind nach Schweizer Recht die einzige legale Adresse. Ausländische Marken lassen sich nach Sportartenvielfalt, Quoten und Bonusaktionen vergleichen, aber dieser Vergleich findet in einem Raum statt, in dem die Schweizer Aufsicht fehlt.

Was eine Cricket-Wette wirklich kostet: Quote, Auszahlungsschlüssel und Marge

Eine Wette zahlt im Gewinnfall Einsatz mal Quote zurück. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 10 sind das CHF 25, davon CHF 15 Reingewinn. So weit die Mechanik. Was die Wette tatsächlich kostet, sieht man erst, wenn man mehrere Ausgänge eines Marktes zusammennimmt.

Der Auszahlungsschlüssel eines Marktes ist die Summe der Kehrwerte aller Quoten der möglichen Ausgänge, berechnet als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Was übrig bleibt, ist die Marge der Anbieterin. Eine Quote von 1.90 gegen 1.90 in einem Zwei-Wege-Markt ergibt einen Auszahlungsschlüssel von rund 95,0 % und eine Marge von etwa 5,0 %. Bei dieser Rechnung handelt es sich um eine vereinfachte Bandbreite; sie zeigt, was die Anbieterin je eingesetztem Franken im Schnitt behält. Eine Marge von 5 % heisst, dass von CHF 100 Einsatz rund CHF 5 nicht als Gewinn ausgezahlt werden, sondern bei ihr hängenbleiben — über sehr viele Wetten gemittelt. Wer überprüfen will, wie viel eine bestimmte Anbieterin auf einem konkreten Cricket-Markt nimmt, multipliziert die Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge und zieht das Ergebnis von 1 ab. Ein höherer Auszahlungsschlüssel ist günstiger für die Spielerin; eine tiefere Marge ist besser. Was auf den ersten Blick nach einem kleinen Unterschied aussieht, schlägt über eine Cricket-Saison mit Dutzenden Wetten durch.

Livewetten und Cash-Out: was sich verschiebt

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das gilt nicht nur für Fussball, sondern sinngemäss auch für andere Live-Sportarten, deren Spielregeln spielentscheidende Momente kennen. Im Cricket ist das Bild komplexer: Eine Regenunterbrechung kann den Markt verschieben, ohne dass ein «Spielstand» erreicht ist, der nach Fussball-Logik spielentscheidend wäre. Wer live wettet, sollte die Quote 1.00 als Rückzahlung lesen — die Wette wird storniert, der Einsatz kommt zurück, ein Gewinn entsteht nicht.

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag bei Sporttip ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Cash-Out ist kein Geschenk der Anbieterin — sie ist eine neue Wette, mit neuer Marge. Wer eine Wette vorzeitig aussteigt, tauscht den möglichen Gewinn gegen einen garantierten, niedrigeren Betrag; der Ausstiegspreis enthält die Marge der Anbieterin aufs Neue.

Bonus, Quotenboost und Profitboost — was sie wirklich kosten

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettende nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der «Boost» klingt nach geschenktem Geld, ist aber ein begrenztes Angebot, dessen Erlös an die Veranstalterin zurückfällt, wenn die Wette leer ausgeht — oder das Cash-Out gezogen wird. Wer den Boost nimmt, nimmt auch die Limite: Pro Wettende nur einmal, dazu die Einsatzlimite von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette. Die Bedingung «nur einmal» ist der Teil, der die Auszahlung deckeln soll.

Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa. Swisslos hat 2025 acht solcher Bewilligungen erhalten, die Loterie Romande 24. Bonusbeträge und -bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen der jeweiligen Veranstalterin — auf welcher Quote eine Gratiswette spielt, ob der Einsatz zurückkommt, welche Mindestquote gilt, ist Sache der Anbieterin und sollte vor der Annahme gelesen werden. Wer eine «risikofreie» Wette annimmt, ohne den Einsatz zu prüfen, merkt erst bei der Auszahlung, was die Wette wirklich wert war.

Anbieterinnen im Detail

Swisslos Sporttip

Swisslos ist als SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel eine der zwei bewilligten Veranstalterinnen für Sportwetten in der Schweiz; das Produkt heisst Sporttip. Der Geschäftsbericht 2025 weist einen Reingewinn von CHF 562 Mio. aus — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz — wovon CHF 109 Mio. aus den Sportwetten stammten, gegenüber CHF 122 Mio. im Jahr 2024. Der Rückgang bei den Sportwetten ist der Buchmacher-Bilanz, nicht der Spielerin geschuldet; trotzdem steht das Produkt wirtschaftlich unter Beobachtung. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, ein Online-Konto nur Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette.

Urteil: Wer im Vertragsgebiet wohnt und Cricket auf einer bewilligten Schweizer Plattform wetten will, hat mit Sporttip die naheliegende Adresse. Wer eine breite Auswahl an Franchise-Ligen oder asiatischen Wettbewerben sucht, muss das aktuelle Wettprogramm prüfen — die Verfügbarkeit einzelner Cricket-Märkte ist nicht im Statut garantiert, sondern eine Frage der jeweils bewilligten Liste.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitende. Wie Sporttip ist sie nach BGS bewilligt und untersteht der Gespa; ein Online-Konto gibt es nur für Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet, und die Westschweiz ist nicht deckungsgleich mit der Deutschschweiz. Für eine Spielerin in Genf ist Sporttip nicht erreichbar — und umgekehrt.

Urteil: Für Westschweizer Spielerinnen die einzige bewilligte Adresse mit Online-Zugang. Wer zwischen den Sprachregionen wechselt, verliert den Zugang und muss sich neu orientieren.

Betscore

Betscore hat keine Schweizer Bewilligung. Die Marke taucht in keiner Schweizer Aufsicht auf, der Sitz und die Lizenz ausserhalb der Schweiz haben in der Schweiz keine Kraft. Eine Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen; Schweizer Spielerinnen können die Seite nicht über Schweizer DNS aufrufen, ohne den Sperrmechanismus zu umgehen. Es gibt keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister und keine Schweizer Rekursstelle.

Urteil: Eine Marke, die in der Schweiz nicht bewilligt ist und in keiner Hinsicht Schweizer Schutz bietet. Wer sie nutzt, spielt vollständig ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens.

22Bet

22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Ausgewiesen ist eine Lizenz ausserhalb der Schweiz, die hier nichts gilt. Wer auf 22Bet wettet, hat keine Schweizer Spielsperre-Anbindung, keine Schweizer Auszahlungsgarantie und keine Schweizer Steuerfreigrenze. Blockiert die Gespa die Domain, ist die Seite in der Schweiz nicht erreichbar — bis eine neue Domain aufgemacht wird.

Urteil: Ein nicht bewilligter Anbieter ohne Schweizer Schutzrahmen. Wer auf Cricket-Quoten ausserhalb der Schweizer Veranstalterinnen aus ist, findet hier ein breites Programm — aber keine Schweizer Handhabe.

bet-at-home

bet-at-home hat keine Schweizer Bewilligung. Die Gespa nennt die Domain explizit als Beispiel für blockierte ausländische Anbieterinnen — das heisst, sie steht auf der Sperrliste und ist über Schweizer DNS nicht ohne Weiteres erreichbar. Die Lizenz der Marke gilt in einem anderen Rechtsraum; in der Schweiz ist sie nicht anerkannt.

Urteil: Eine Marke, die explizit blockiert wird und in der Schweiz keine Bewilligung hat. Wer sie über Umgehungen erreicht, spielt bewusst ausserhalb des Schweizer Schutzes.

Betify

Betify hat keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz ausserhalb der Schweiz hat in der Schweiz keine Kraft. Es gibt keine Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister und keine Schweizer Auszahlungsgarantie.

Urteil: Nicht bewilligt, kein Schweizer Schutz. Für Spielerinnen in der Schweiz ohne Vorteil gegenüber einer bewilligten Veranstalterin, dafür mit allen Risiken einer ungeschützten Wette.

ZotaBet

ZotaBet hat keine Schweizer Bewilligung. Wie die übrigen ausländischen Marken ohne Schweizer Lizenz fehlt jede Anbindung an Schweizer Schutzmechanismen und jede Handhabe bei Streit. Auszahlungen laufen über das ausländische Hausrecht der Anbieterin.

Urteil: Nicht bewilligt, keine Schweizer Anbindung. Wer hier wettet, verlässt den Schweizer Rechtsraum vollständig.

BetAlright

BetAlright hat keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz in einem anderen Rechtsraum hat in der Schweiz keine Kraft. Es fehlt die Anbindung an das Schweizer Ausschlussregister, es fehlt die Schweizer Rekursstelle.

Urteil: Nicht bewilligt. Für eine Schweizer Spielerin ohne Schweizer Schutz, mit allen Konsequenzen, die eine Streitigkeit ausserhalb des Schweizer Rechts nach sich zieht.

N1 Bet

N1 Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz in einem anderen Rechtsraum hat in der Schweiz keine Kraft.

Urteil: Nicht bewilligt. Die Spielerin ist auf das ausländische Hausrecht angewiesen, nicht auf Schweizer Aufsicht.

BetFury

BetFury hat keine Schweizer Bewilligung. Die Lizenz in einem anderen Rechtsraum hat in der Schweiz keine Kraft. Es fehlt die Schweizer Spielsperre-Anbindung, es fehlt die Schweizer Aufsicht, es fehlt die Schweizer Steuerfreigrenze.

Urteil: Nicht bewilligt. Wer hier wettet, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens — inklusive der Frage, was mit Gewinnen nach Schweizer Recht passiert.

Steuern: was vom Gewinn übrig bleibt

Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn; erst darüber werden sie besteuert. Die bundesrechtliche Schwelle liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Über der Schwelle behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die Spielerin holt sie über die Steuererklärung zurück. Die kantonale Schwelle weicht davon ab — sie ist je nach Kanton anders. Eine typische Wett-Spielerin gewinnt weit unter der Schwelle: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Auf den Einsatz fällt keine Schweizer Wettsteuer.

Gewinne aus ausländischen Grossspielen unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis behandelt sie unterschiedlich. Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen; andere Kantone handhaben das milder. Wer auf einer ausländischen Seite spielt, sollte den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen — das ist keine juristische Höflichkeit, sondern eine Frage, die am Ende des Jahres real Geld kostet.

Cricket-Wetten in der Schweiz: was die Praxis verlangt

Wer Cricket in der Schweiz wetten will, hat am Ende vier Entscheidungen zu treffen — und jede kostet auf ihre Weise.

Die Veranstalterin ist schnell gewählt: Wohnsitz im Vertragsgebiet, sonst keine Online-Anmeldung. Was bleibt, ist das Programm: Welcher Cricket-Wettbewerb ist im aktuellen Wettprogramm? Welche Wettarten (Match Winner, Top Scorer, Over-Under) sind aufgeführt? Die Gespa-Liste ist die Grundlage, die Veranstalterin setzt sie um — eine Quote, die nicht im Programm steht, lässt sich nicht setzen.

Das Format bestimmt den Markt: Wer auf ein Test-Match wettet, wettet auf einen Fünf-Tage-Ausgang; wer auf T20 wettet, wettet auf einen Abend. Märkte, die im Fussball funktionieren, funktionieren im Cricket nicht unbedingt: Eine Draw-Quote ist im Test-Cricket der Normalfall, im T20 praktisch ausgeschlossen. Wer das Format nicht kennt, wettet auf einen Markt, den die Quote anders bewertet, als die Spielerin es erwartet.

Die Quote hat eine Marge: Eine Quote von 1.90 gegen 1.90 bedeutet rund 5,3 % Marge; jede andere Kombination verschiebt das Verhältnis. Wer überprüft, was eine Anbieterin nimmt, rechnet 1 − (1/Quote₁ + 1/Quote₂) für Zwei-Wege-Märkte oder die Summe der Kehrwerte für Märkte mit drei Ausgängen. Eine hohe Quote auf den Lieblingsausgang hilft wenig, wenn die Gegenquote ungewöhnlich tief ist.

Und schliesslich die Spielerin selbst: Verlustlimiten setzen, nicht überschreiten, Erhöhung erst nach 72 Stunden. Bei mehrtägigen Spielen die Tageslimite auf das eigene Spieltempo anpassen — eine Wette pro Session, nicht fünf. Pausen nehmen, wenn das eigene Muster aus dem Ruder läuft. Eine Spielsperre über das Schweizer Sperrregister schützt übrigens auch das Casino und gilt in Liechtenstein.

Cricket ist ein Sport mit klaren Spielregeln und einer langen Tradition; das Schweizer Wettangebot hängt davon ab, was die Gespa für die zwei Veranstalterinnen freigibt. Wer das Format kennt, die Quote liest und die eigenen Limiten setzt, wettet in dem engen Rahmen, den die Schweiz lässt — und bezahlt dafür keine Lizenz, die in der Schweiz nichts gilt.

Häufige Fragen

Ist Cricket in der Schweiz überhaupt erlaubt?

Cricket ist eine Sportart, die im Rahmen der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten angeboten werden darf. Online wetten in der Schweiz dürfen aber nur Swisslos (Produkt Sporttip) und die Loterie Romande (Produkt Jouez Sport), und nur Spielerinnen mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet. Ob ein konkreter Cricket-Wettbewerb aktuell im Programm steht, ist Sache der Veranstalterin und vor der Wette zu prüfen.

Was unterscheidet Test, ODI und T20 für die Wette?

Ein Test-Match dauert bis zu fünf Tage und kennt den Draw als normalen Ausgang; ein ODI umfasst 50 Overs pro Innings und endet fast immer mit einem Sieger; ein T20 umfasst 20 Overs pro Innings mit höchstens 75 Minuten je Innings und ist das Format der grossen Franchise-Ligen wie der IPL. Märkte unterscheiden sich: Draw-Wetten lohnen nur im Test-Cricket, Topscorer-Wetten sind in allen Formaten üblich, Over-Under für Runs gehört vor allem in den Kurzformaten zum Standard.

Wie funktioniert die Duckworth-Lewis-Stern-Methode?

Die Methode berechnet das Ziel der zweiten schlagenden Mannschaft, wenn ein Limited-Overs-Spiel durch Wetter unterbrochen wird. In 50-Over-Spielen muss jedes Team mindestens 20 Overs spielen, im Twenty20 mindestens fünf, sonst wird das Spiel als «No Result» gewertet. Die Wette auf den Sieger wird dann über die angepasste Punktzahl entschieden, nicht über ein tatsächlich ausgespieltes Resultat.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Quote und Einsatz?

Der Brutto-Rückzahlungsbetrag ist Einsatz mal Quote. Bei einer Quote von 2.50 und einem Einsatz von CHF 10 sind das CHF 25; davon CHF 15 Reingewinn. Bei einer Kombinationswette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einer Gesamtquote, die alle Tipps gleichzeitig treffen muss.

Wie erkennt man die Marge in Cricket-Quoten?

Für einen Zwei-Wege-Markt addiert man die Kehrwerte beider Quoten und zieht das Ergebnis von 1 ab. Beispiel: 1.90 und 1.90 ergeben 1/1.90 + 1/1.90 ≈ 1,053; das entspricht einem Auszahlungsschlüssel von rund 95 %, die Marge liegt bei etwa 5 %. Bei Märkten mit drei Ausgängen (Heimsieg, Auswärtssieg, Draw) addiert man die Kehrwerte aller drei Quoten.

Wie werden Gewinne ausländischer Cricket-Seiten besteuert?

Ausländische Grossspiele unterliegen keiner Schweizer Verrechnungssteuer, aber die kantonale Praxis behandelt die Gewinne unterschiedlich — Thurgau etwa besteuert sie unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen. Wer auf einer ausländischen Seite spielt, sollte den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung fragen, weil die Besteuerung vom Wohnsitzkanton abhängt.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»