Wer hat die besten Wettquoten? Ein nüchterner Vergleich für die Schweiz

Updated Oktober 2026
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Ein menschenleerer Fussballplatz mit frisch gemähtem Rasen unter Flutlichtmasten in der Abenddämmerung, aus erhöhter Perspektive fotografiert.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungs­register der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) und die Spielregeln von Swisslos Sporttip sowie Loterie Romande Jouez Sport.

Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen.

Eine hohe Quote sieht auf dem Wettschein nach mehr aus, ist aber nicht automatisch das bessere Angebot. Hinter jeder Quote steckt eine Buchmachermarge, die der Anbieter einbehält, egal wie das Spiel ausgeht. Wer in der Schweiz nach dem Anbieter mit den besten Quoten sucht, stösst zuerst auf eine rechtliche Engstelle: Nur zwei Veranstalterinnen dürfen hier überhaupt Sportwetten anbieten. Alles andere spielt sich ausserhalb des Schweizer Rahmens ab, mit anderen Regeln und ohne Schutz. Die folgende Übersicht erklärt, wie sich die Quoten der beiden bewilligten Anbieter zusammensetzen, was eine Quote tatsächlich wert ist, und was ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung einen Wettenden konkret kostet.

Wie viele Wettanbieter es in der Schweiz gibt und was den Vergleich prägt

Die Schweiz kennt im Sportwetten­bereich keinen freien Markt. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) begrenzt die Zahl der Veranstalterinnen für Grossspiele und Sportwetten auf zwei: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Eine dritte bewilligte Veranstalterin existiert nicht, und ausländische Marken mit Lizenzen aus Malta, Curaçao oder anderswo haben hier keine Gültigkeit.

Ein aufgeschlagenes Notizbuch mit handgezeichneten Skizzen aus Kästchen und Pfeilen liegt neben einem Bleistift auf einem hellen Holztisch.
Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben; der Überschuss heisst Overround.

Wer einen fairen Quotenvergleich aufstellen will, muss zuerst die Spielfelder trennen. Auf der einen Seite stehen die beiden bewilligten Anbieter mit Schweizer Schutz, geschlossener Sportartenliste, festen Limiten und identitäts­geprüften Konten. Auf der anderen Seite tauchen Namen wie N1 Bet, Funbet oder WirWetten auf, die in der Werbung mit sehr hohen Quoten locken, aber keine Schweizer Bewilligung besitzen und vom Gespa-Lotter­eirecht nicht erfasst werden. Deren Quoten sind nicht «besser», sie folgen anderen Regeln und tragen andere Risiken.

Alle Anbieter werden in diesem Text nach denselben Kriterien bewertet: Quotenniveau und Marge, Mindest- und Höchsteinsätze, Spielerschutz, Zahlungswege, mobile Bedienung, Livewetten und Cash-Out. Was den bewilligten Anbietern die Werbung verbietet, holen sich die ausländischen Seiten über grosszügigere Quoten und Boni zurück. Die Marge wandert nur an eine andere Stelle.

Die Rechtslage: zwei Veranstalterinnen, geschlossene Liste, kein Graubereich

Wer in der Schweiz Sportwetten veranstalten darf

Das Geldspielgesetz teilt Geldspiele in Kleinspiele und Grossspiele ein. Sportwetten sind Grossspiele. Eine Veranstalterin braucht dafür sowohl eine Veranstalter­bewilligung als auch eine Spielbewilligung pro Spielform. Wer ohne diese Bewilligungen in der Schweiz Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe, im gewerbsmässigen Fall bis zu fünf Jahre. Die Spielerin oder der Spieler wird nicht bestraft, hat aber keinen Anspruch auf Gewinne und keinen Schutz, falls der Anbieter nicht auszahlt.

Eine breite Sandsteintreppe in einer Berner Altstadtgasse am frühen Morgen, niemand zu sehen, weiches Licht und leichter Nebel.
Typisch sind bei Buchmacher-Quoten etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, zum Beispiel Fussball.

Die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 hat die Kantone auf zwei Lotterie­veranstalterinnen mit Sportwetten­recht festgelegt: Swisslos und Loterie Romande. Beide organisieren ihre Sportwetten unter eigener Marke. Swisslos betreibt Sporttip mit Sitz in Basel und betreut ein Vertragsgebiet, das 19 Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein umfasst. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport mit Sitz in Lausanne und ist für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig.

Was auf den Schweizer Wettanbieter-Seiten erlaubt ist

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettformen. Was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden. E-Sport fehlt auf der Liste, Eckstoss- und Kartenmärkte ebenfalls. Qualifikations­spiele zählen nur, wenn sie eigens aufgeführt sind, Frauen­wettbewerbe ebenso, und Rangwetten sind nur zulässig, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind tabu, Wetten auf Minderjährigen­veranstaltungen ebenfalls.

Livewetten sind erlaubt, vor und während des Spiels, sofern der Anbieter eine entsprechende Bewilligung hat. Cash-Out ist im Gesetz nicht geregelt; es ist eine reine Funktion des Anbieters. Wer auf einer Schweizer Plattform wettet, bekommt das gesetzliche Schutz­netz: identitäts­geprüftes Konto, Sperrregister, freiwillige Limiten, Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen. Was den Wettenden kostet: ein kleinerer Markt mit weniger Sonderwetten und höheren Margen bei einigen Disziplinen, dafür einklagbare Gewinne und eine Aufsicht, die eingreift.

Was ausländische Anbieter in der Schweiz sind

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, dem Vereinigten Königreich oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung. Solche Anbieter dürfen sich nicht an Schweizer Spielerinnen und Spieler richten, keine Werbung dafür schalten und keine Zahlungen von hier aus entgegennehmen, ohne sich strafbar zu machen. Verstösse gegen das Werbeverbot können mit Bussen bis zu CHF 500’000 geahndet werden. Die Gespa führt eine Sperrliste, die Schweizer Internet­anbieter per Zugangs­block technisch umsetzen: Domains verschwinden vom Netz, neue Domains tauchen innerhalb von Stunden wieder auf, das Katz-und-Maus-Spiel ist dokumentiert.

Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, verlässt den Schweizer Schutz. Es gibt keinen Anschluss an das hiesige Sperrregister, keine Schweizer Gerichts­barkeit, keine gesetzlich geregelte Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen, und keine Aufsicht, die bei Streit vermittelt. Gewinne aus ausländischen Grossspielen fallen zudem je nach Kanton anders in die Einkommens­steuer, der Kanton Thurgau besteuert sie unabhängig von der Höhe voll. Das ist der Preis für Quoten, die auf den ersten Blick grosszügiger wirken.

Spielerschutz: Limiten, Sperren und das, was die Quote nicht zeigt

Freiwillige Verlust- und Einzahlungs­limiten

Das Geldspielgesetz verlangt von den bewilligten Anbietern, dass sie ihre Spielenden eigene Limiten setzen lassen. Swisslos verlangt vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage. Die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, damit eine Spielerin oder ein Spieler nicht im Affekt das Limit hochsetzt. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungs­limite für 30 Tage festlegen. Bei der Loterie Romande funktioniert das ähnlich, mit eigenen Werten und Fristen, die im Konto einsehbar sind.

Spielsperre und Sperrregister

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produkt­bezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Wer sich für eine unbefristete Spielsperre entscheidet, wird in ein schweizweites Register eingetragen, das auch für Casinos und Online-Casinos gilt und in Liechtenstein anerkannt ist. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten und nur mit Beteiligung einer Fachstelle aufgehoben werden. Wer gesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Bei ausländischen Anbietern gibt es diese Mechanik nicht. Viele dieser Plattformen bieten Selbstausschluss­funktionen an, aber sie sind freiwillig, einseitig und ohne Schweizer Aufsicht. Die Seite kann morgen schliessen, die Daten mitnehmen oder den Zugang ohne Begründung wieder öffnen. Wer sich bei einem ausländischen Anbieter sperrt, sperrt nur diesen Anbieter, nicht die nächste Seite, die unter neuem Namen mit demselben Quoten­bild auftaucht.

Werbung, Minderjährige und Tests

Werbung darf weder aufdringlich noch irreführend sein und nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen gerichtet werden. Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige tatsächlich keine Sportwetten kaufen können. In 47,5 % von 200 Versuchen wurde die Wette verkauft. Das ist kein Argument gegen die Schweizer Anbieter, es ist die ehrliche Zahl. Wer sich an einer Verkaufsstelle abholen lässt, muss damit rechnen, dass der Jugendschutz dort eher durch Wunschdenken als durch Kontrolle funktioniert. Online ist die Hürde höher, weil Konto und Ausweis vor dem ersten Tipp geprüft werden.

Krypto, Bitcoin und anonyme Zahlungen: was bei Schweizer Anbietern nicht geht

Wer nach Bitcoin, Ethereum oder Krypto-Wettanbietern sucht, landet fast immer auf ausländischen Seiten. Das ist kein Zufall. Schweizer Bewilligungen verlangen, dass Gewinne und Restguthaben auf ein Zahlungs­konto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt werden, und das schliesst anonyme Krypto-Adressen aus. Auch Kredite an Spielende sind verboten. Einzahlungen mit Kryptowährungen, virtuellen Karten oder Gutscheinen ohne Identitäts­zuordnung passen nicht in dieses Bild.

Wer aus diesen Gründen einen ausländischen Anbieter wählt, gibt damit die Vorteile der Schweizer Bewilligung ab: kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine einklagbare Auszahlung. Auf der anderen Seite stehen oft tiefere Margen, weil diese Anbieter nicht an die Schweizer Sportartenliste gebunden sind und Märkte anbieten, die es hier nicht gibt. Das ist die ganze Tabelle: weniger Schutz, mehr Auswahl, oft tiefere Quoten. Was das pro Wette kostet, hängt vom Anbieter ab und davon, was der Betreiber mit den Daten macht, die er sieht.

Boni, Gratiswetten und Neukunden­angebote im Schweizer Markt

Warum Schweizer Boni kleiner und rarer sind

Gratis­spielguthaben und ähnliche Aktionen brauchen in der Schweiz die vorgängige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 hat die Aufsicht der Loterie Romande 24 solcher Bewilligungen erteilt und Swisslos deren 8. Wer bei einem bewilligten Anbieter einen Bonus erwartet, sieht also weniger Gramm, als die ausländische Konkurrenz zeigt. Beide Anbieter haben dennoch Mechaniken, die auf den ersten Blick nach Bonus aussehen, aber ihre eigenen Regeln mitbringen.

Sporttip-Kombiboost und Quotenboosts

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, vor Spielbeginn und live, sowie für Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzel­quoten von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Einsatz und Gewinn­erhöhung sind limitiert. Quotenboosts und Profitboosts gibt es ebenfalls, sie gelten nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, sind pro Person einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert und verfallen bei einem Cash-Out. Das klingt grosszügig, ist aber an Bedingungen geknüpft, die im Kleingedruckten stehen.

Auszahlung und Bonusmechanik bei Sporttip

Eine Sporttip-Wette wird nach Einsatz mal Gesamtquote berechnet, bei Kombiwetten ist die Gesamtquote das Produkt der Einzel­quoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Stellen gerundet und dann auf 5 Rappen abgerundet. Wer einen Bonus einlöst, akzeptiert diese Rundung mit. Was ein «Bonus» bei Sporttip wirklich kostet, ist die Marge, die in jeder einzelnen Quote steckt: jede Voraussage trägt ihren Anteil, der Kombiboost addiert sich oben drauf, aber die Marge ist über die ganze Strecke mit dabei.

Loterie Romande und die Regeln für Gratis­einsätze

Die Loterie Romande gibt Boni seltener und unter strenger Aufsicht aus. Bei ihr gilt eine Kombiwette aus 2 bis 10 Voraussagen, mit Einzel- oder Gesamtquote zwischen 1.10 und 100’000, Höchstgewinn CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiple insgesamt. Ein Multiplikator auf den Gewinn ist nicht im Programm, dafür sind die Grundquoten sehr direkt: was draufsteht, ist die Quote, keine Erhöhung, kein Boost, kein Sicherheitsnetz.

Zahlungen und Auszahlungs­geschwindigkeit

Schweizer Anbieter: Auszahlung auf das eigene Konto

Bei Swisslos und Loterie Romande gehen Auszahlungen ausschliesslich auf ein Konto, das auf den Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers lautet. Das ist gesetzlich vorgeschrieben, nicht Service. Anonyme Wallets, Krypto-Adressen oder Konten auf Drittnamen sind nicht zugelassen. Welche Zahlungs­marken ein Anbieter konkret anbietet, ist dessen Sache, definiert in dessen AGB und auf der Zahlungs­seite. Wer ein Konto auf seinen Namen führt, hat in der Schweiz keine Möglichkeit, die Auszahlung an eine andere Adresse umzuleiten.

Die Dauer einer Auszahlung hängt vom gewählten Zahlungsweg ab. Bank­überweisungen brauchen in der Schweiz in der Regel einen Bankarbeitstag, E-Wallets, soweit angeboten, können schneller sein, Kreditkarten­rück­buchungen ebenfalls. Was bei Schweizer Anbietern seltener vorkommt als bei ausländischen, sind Auszahlungen in Minutenschnelle. Dafür bekommt die Spielerin oder der Spieler eine Auszahlung, die sich einklagen lässt, falls der Anbieter nicht zahlt.

Ausländische Anbieter: mehr Wege, weniger Nachvollziehbarkeit

Ausländische Plattformen werben mit Auszahlungen «in Minuten» und einer breiten Palette an Zahlungswegen, oft einschliesslich Kryptowährungen. Was sie nicht sagen: bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hat die Spielerin oder der Spieler im Streitfall keinen Schweizer Gerichtsstand. Die Lizenz in Curaçao oder Malta hilft wenig, wenn der Anbieter nicht auszahlt und die Behörden dort wenig Druck haben. Eine schnelle Auszahlung ist gut, solange sie funktioniert. Wenn sie nicht funktioniert, hilft kein Geld­institut in Zürich, kein Anwalt in Genf und keine Gespa.

PayPal, Paysafecard, Klarna und Co.

Die meisten dieser Zahlungs­marken gibt es bei den Schweizer Anbietern in irgendeiner Form, oft aber nur als Einzahlungsweg, nicht als Auszahlungsweg. Wer mit PayPal einzahlt, bekommt seine Auszahlung meist per Bank­überweisung. Paysafecard ist in der Schweiz kaum verbreitet, weil die Identitäts­bindung fehlt. Klarna ist verbreitet, aber nicht jeder Anbieter lässt sich darauf ein. Die Auswahl ist kleiner als bei einem ausländischen Anbieter, weil das Gesetz mehr verlangt als nur einen funktionierenden Klick.

Mobile Bedienung und App: was auf dem Touchscreen zählt

Wettschein und Ladezeit

Auf dem Smartphone entscheidet die Bedienung, nicht die Funktions­liste. Übersichtliche Wettscheine mit klarer Anzeige von Einsatz, Quote, Gesamtquote und möglichem Gewinn, kurze Ladezeiten auch bei Livewetten, eine Anmeldung, die auch mit Finger­abdruck oder PIN funktioniert: das sind die Eigenschaften, die im Alltag zählen. Beide Schweizer Anbieter bieten mobile Webseiten und Apps an, die auf den häufigsten Geräten laufen.

Sicherheit beim Einloggen

Bei Swisslos und Loterie Romande läuft das Konto über eine identitäts­geprüfte Anmeldung mit Ausweis und Adressen­abgleich. Wer das Konto auf dem Smartphone öffnet, bekommt eine zweite Hürde in Form einer TAN oder einer Geräte­bindung. Das ist ein Komfort­verlust gegenüber ausländischen Anbietern, die mit E-Mail und Passwort auskommen, dafür ist die Schwelle gegen Konto­missbrauch höher.

Funktionsumfang und Tiefe

Ausländische Anbieter werben mit «über 30 Sportarten», «über 1’000 Live-Events pro Tag» und ähnlichen Zahlen. Was sie nicht sagen: ein grosser Teil dieser Angebote ist auf der Schweizer Liste der bewilligten Sportarten gar nicht erlaubt. Wer auf einem Schweizer Anbieter wettet, bekommt eine kleinere Auswahl, die aber vollständig bewilligt ist. Wer auf einem ausländischen Anbieter wettet, bekommt eine grosse Auswahl, die in der Schweiz nicht zulässig wäre. Beides hat seinen Preis.

Livewetten und Cash-Out: das Spiel läuft, die Quote ändert sich

Wie Livewetten bei Sporttip funktionieren

Bei Sporttip läuft die Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wer eine Wette platziert, nachdem das Ereignis bereits entschieden ist, bekommt die Quote 1.00, also den Einsatz zurück, ohne Gewinn. In spiel­entscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder VAR-Entscheid kann Swisslos Wetten kurzzeitig mit Quote 1.00 werten. Das ist keine Schikane, sondern ein Schutz gegen Wettende, die schneller sind als das Signal.

Cash-Out gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeit­wetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiger Cash-Out ohne Teil­auszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie, dass Cash-Out auf jedem Markt zur Verfügung steht, gibt es nicht. Wer sich darauf verlässt, baut seine Wette auf einer Funktion auf, die fehlen darf.

Loterie Romande und der Livebereich

Bei Jouez Sport ist der Funktions­umfang ähnlich, aber weniger dokumentiert. Livewetten werden angeboten, Cash-Out ist eine Funktion, deren Verfügbarkeit vom Markt abhängt. Wer auf Cash-Out baut, prüft vor dem Spiel, ob das Feld überhaupt erscheint. Andernfalls bleibt nur das normale Ausharren bis zum Spielende.

Ausländische Anbieter: Cash-Out fast immer, Garantie nie

Ausländische Plattformen bewerben Cash-Out als Standard. Was sie nicht sagen: Cash-Out ist eine Funktion des Anbieters, nicht des Spielmarkts, und sie wird oft mit einer kräftigen Marge zugunsten des Anbieters ausgestattet. Wer vorzeitig aussteigt, gibt einen Teil seines erwarteten Gewinns ab. Auf einem Markt mit 5 % Marge kann Cash-Out den Wettenden 1 bis 2 % des Brutto­gewinns kosten, auf einem engen Markt mehr. Die Funktion ist bequem, aber selten gratis.

Wettarten und Quoten: das Alphabet hinter der Zahl

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette

Die Einzelwette ist die einfachste Form: ein Einsatz, eine Quote, ein Gewinn. Die Kombiwette rechnet die Einzel­quoten zur Gesamtquote, das Produkt, mit Einsatz multipliziert. Bei Sporttip und Jouez Sport sind Kombis auf 2 bis 10 Voraussagen begrenzt. Je mehr Beine, desto höher der mögliche Gewinn, desto höher aber auch die Marge im Endprodukt, weil jede Quote ihren eigenen Anteil mitbringt. Eine Systemwette kombiniert mehrere Wetten zu einem Verbund, in dem nicht alle Beine gewinnen müssen. Bei Sporttip ist die Systemwette in Einsatz (bis CHF 10’000) und Aufbau eigens geregelt.

Was eine Quote über die Wahrscheinlichkeit sagt

Bei Dezimal­quoten entspricht die implizite Wahrscheinlichkeit dem Kehrwert der Quote. Eine Quote von 2.00 entspricht 50 %, eine Quote von 4,00 entspricht 25 %, eine Quote von 1,01 entspricht 99,01 %. Das ist die Sicht des Buchmachers, nicht die Wirklichkeit. Addiert man die Kehrwerte aller Quoten eines Markts, kommt mehr als 100 % heraus. Das ist die Buchmachermarge, der Overround, der Gewinn des Anbieters bei ausgeglichenem Buch.

Wie die Marge entsteht: eine Beispielrechnung

Nehmen wir eine illustrative Zweiwegwette mit Quoten 1,90 auf beiden Seiten, wie sie im Tennis vorkommen könnte. Der Kehrwert von 1,90 ist ungefähr 0,5263. Addiert man beide Kehrwerte, ergibt sich rund 1,0526. 1 geteilt durch diese Summe ist die Auszahlungs­quote, also etwa 95,0 %. Die Marge ist 100 % minus 95,0 %, also rund 5,0 %. Bei einer Quote von 1,80 auf beiden Seiten steigt die Marge auf etwa 10,0 %. Bei 1,95 auf beiden Seiten sinkt sie auf etwa 2,5 %.

Das ist die Bandbreite, mit der Wettende rechnen müssen: 2,5 % bis etwa 10 % Marge pro Markt, je nach Sportart und Wettbewerb. Typisch sind etwa 90 % Ausschüttung bei Zweiwegwetten wie Tennis und etwa 85 % bei Dreiwegwetten wie Fussball. Eine Ausschüttung von 90 % heisst, der Anbieter behält 10 % der Einsätze, eine Ausschüttung von 85 % heisst, er behält 15 %. Diese Zahl steht nirgends gross auf der Seite, sie ist aber die einzige Kennzahl, die zählt, wenn ein Anbieter mit «besseren Quoten» wirbt.

Das Produkt bei Kombiwetten

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten, und mit ihnen die Margen. Eine Dreiwege-Kombi mit Einzelquoten 1,90, 1,90 und 1,90 hat eine Gesamtquote von etwa 6,86. Jede Einzel­quote hat etwa 5,0 % Marge, kombiniert liegt die Marge des Endprodukts deutlich höher, weil sich die Margen nicht ausgleichen, sondern aufmultiplizieren. Eine 4er-Kombi mit ähnlichen Quoten liegt noch weiter vom fairen Preis entfernt. Wer mit Kombis spielt, spielt gegen eine kumulierte Marge.

Sportarten und Turniere: wo Quoten sich unterscheiden

Welche Sportarten auf der Schweizer Liste stehen

Die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten ist die Grundlage für das Angebot von Swisslos und Loterie Romande. Sie enthält Fussball, Eishockey, Tennis, Handball, Basketball und eine Reihe weiterer Disziplinen, jeweils mit den dazugehörigen Wettbewerben und Wettformen. Was nicht auf der Liste steht, fehlt im Programm. E-Sport, Eckstoss- und Karten­märkte gehören nicht dazu. Wetten auf Trainingsläufe, Quali­spiele ohne Listung und Frauen­wettbewerbe ohne ausdrückliche Bewilligung sind tabu.

Quoten­niveau pro Sportart

Innerhalb der bewilligten Liste unterscheidet sich das Quoten­niveau von Sportart zu Sportart. Tennis, mit nur zwei möglichen Ausgängen, hat die niedrigste Marge, oft nahe 90 % Ausschüttung. Fussball, mit drei Ausgängen (Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg), liegt eher bei 85 %. Wetten mit noch mehr Ausgängen, etwa auf Torschützen oder Spielereignisse, liegen noch höher, was die Marge angeht. Wer Quoten vergleicht, vergleicht sie also pro Markt, nicht über alle Märkte gemittelt.

WM, EM und andere Grossereignisse

Bei Grossereignissen wie einer WM oder einer EM steigt das Wettvolumen, und viele Anbieter senken die Margen, um Markt­anteile zu gewinnen. Das gilt auch für die Schweizer Anbieter, deren Quoten vor grossen Turnieren oft enger werden, allerdings nie unter ein Niveau, das die Aufsicht noch als bewilligungs­fähig ansieht. Bei ausländischen Anbietern fallen die Margen vor Grossereignissen teils drastisch, dafür steigt das Risiko, dass der Anbieter den Wettenden bei einem grossen Gewinn ausbremst, weil die eigenen Reserven nicht reichen.

Neue Anbieter: warum «neu» in der Schweiz vor allem «nicht bewilligt» heisst

Was als «neu» gilt

Wer in der Schweiz einen neuen Wettanbieter sucht, stösst rasch auf Namen wie N1 Bet, Funbet, PowBet, BDMBet, BetOnRed, WirWetten oder Bruce Bet. Was diese Anbieter gemeinsam haben: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Aufsicht, keine Verbindung zum hiesigen Sperrregister. Sie werben mit grosszügigen Bonus­aktionen, mit Krypto-Zahlungen, mit Tausenden von Live-Events pro Tag, mit Cash-Out auf jedem Markt. Was sie verschweigen: Domains, die auf der Gespa-Sperrliste landen können, Lizenzen, die in der Schweiz nichts gelten, Gewinne, die im Streitfall schwer einklagbar sind.

Was es wirklich Neues gibt

Bei Swisslos und Loterie Romande gibt es tatsächlich Neuerungen, aber in einem anderen Tempo: neue Sportarten auf der Gespa-Liste, neue Wettformen, neue Funktionen wie der Kombiboost oder der Cash-Out. Wer bei einem bewilligten Anbieter bleibt, bekommt weniger Tempo und mehr Garantie. Wer auf einen ausländischen Anbieter setzt, bekommt mehr Tempo und weniger Garantie. Beides hat einen Preis, der nirgends ausgeschrieben steht.

Das Ranking: zwei bewilligte Anbieter und acht ausländische Marken im Bild

Die folgende Tabelle ordnet die im Research berücksichtigten Anbieter nach ihrer Stellung im Schweizer Markt. Die ersten zwei Zeilen sind die einzigen Anbieter mit Schweizer Bewilligung, die übrigen sind ausländische Plattformen ohne Schweizer Schutz. Die Spalten sind so gewählt, dass sie gegen­über­stellen, was im Schweizer Alltag zählt: Bewilligungs­status, verantwortliche Stelle und die Frage, an welche Aufsicht sich eine Spielerin oder ein Spieler im Streitfall halten kann.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalterin und Aufsicht
Swisslos Sporttip bewilligt SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Aufsicht Gespa; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport bewilligt Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Aufsicht Gespa; Produkt Jouez Sport
N1 Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
Playzilla ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
Funbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
PowBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)
Bruce Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenzstatus nicht festgestellt, keine Schweizer Wirkung (Art. 4 BGS)

Swisslos Sporttip: der Standard in der Deutschschweiz

Swisslos ist die ältere der beiden Veranstalterinnen und betreibt Sporttip als Sportwetten­marke. Der Sitz in Basel ist seit Jahrzehnten bekannt, das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone plus das Tessin und Liechtenstein. Eine Online-Anmeldung braucht Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren, eine Ausweis­prüfung und die Bestätigung, dass keine Spielsperre besteht.

Bei Sporttip beträgt der Mindest­einsatz für Einzel- und Kombinations­wetten CHF 1, der Höchst­einsatz für eine Einzel- oder Kombinations­wette CHF 1’000 und für eine System­wette CHF 10’000. Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Vor der ersten Teilnahme werden Verlust­limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt, mit Obergrenze CHF 9’999, bei unter 21-Jährigen CHF 1’000, Senkung sofort, Erhöhung nach 72 Stunden.

Was Sporttip auszeichnet, ist die Funktions­palette: Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeit­wetten, vollständig und nicht teilbar, online und live, eine Bet-Builder-Funktion für abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung, ein Kombiboost mit bis zu 100 % Bonus auf den Nettogewinn bei 15 Voraussagen, Quoten- und Profitboosts für Prematch-Einzelwetten, Livewetten mit der Sonderregel, dass Wetten nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wett­ausgangs mit Quote 1.00 gewertet werden. Was es kostet, ist die Marge, die je nach Markt und Sportart zwischen etwa 5 % und etwa 15 % liegt. Wer die beste Quote sucht, muss pro Markt vergleichen.

Loterie Romande Jouez Sport: das Schweizer Pendant in der Westschweiz

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und führt 2’350 Verkaufsstellen in der Romandie. Sie beschäftigt 221 Mitarbeitende, Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14. Eine Online-Anmeldung braucht Wohnsitz im Service-Gebiet, ein Mindestalter von 18 Jahren und die übliche Identitäts­prüfung. Bei Jouez Sport beträgt der Mindest­einsatz online CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchst­einsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500, ein Multiple-Wettschein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Einzel- oder Gesamtquote muss mindestens 1.10 und darf höchstens 100’000 betragen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, pro Multiple insgesamt bei CHF 1’000’000. Das ist grosszügiger als bei Sporttip, was die Gewinne angeht, dafür liegen die Höchst­einsätze pro Wette deutlich tiefer. Die Ausschüttung folgt den gleichen Mechaniken wie bei Sporttip: Marge im Markt, Rest geht an die Spielenden. Was es weniger gibt, sind dokumentierte Spezial­funktionen wie ein Kombiboost oder dokumentierte Cash-Out-Mechanik. Wer darauf baut, prüft das aktuelle Wettprogramm.

N1 Bet, Playzilla, Funbet, PowBet, BDMBet, BetOnRed, WirWetten und Bruce Bet

Diese acht Anbieter werden hier zusammen­gefasst, weil sie strukturell dasselbe Problem haben: keine Schweizer Bewilligung, keine Aufsicht durch die Gespa, keine Verbindung zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Gerichts­barkeit. Sie sind hier aufgeführt, weil eine Schweizer Spielerin oder ein Schweizer Spieler ihnen im Alltag begegnet, in Werbung, in sozialen Medien oder über Affiliate-Links, die mit Bonus­aktionen locken.

Was diese Anbieter gemeinsam haben: sie akzeptieren Spielerinnen und Spieler aus der Schweiz, sie werben mit hohen Quoten und grosszügigen Bonus­paketen, sie bieten Zahlungs­wege an, die bei den Schweizer Anbietern nicht möglich sind, darunter oft Krypto­währungen. Sie unterliegen nicht der Schweizer Liste der bewilligten Sportarten, sie können E-Sport, Eckstoss­märkte und Karten­wetten anbieten, und sie haben keine Pflicht, Gewinne auf ein Konto im eigenen Namen der Spielerin oder des Spielers auszuzahlen.

Was sie unterscheidet, ist das, was sie über sich selbst sagen, nicht das, was sie garantieren. Wer dort spielt, spielt auf einer Plattform, die morgen ihre Lizenz verlieren kann, die Domains auf der Gespa-Sperrliste sehen kann, und deren Gewinne je nach Kanton voll in die Einkommens­steuer fallen. Wer dort eine Auszahlung nicht bekommt, hat keinen Schweizer Rechtsweg, sondern muss sich an die ausländische Lizenz­behörde wenden, deren Sanktions­macht gegenüber dem Anbieter gering ist.

Der Preis, den eine Schweizer Spielerin oder ein Schweizer Spieler an diese Anbieter zahlt, ist nicht die höhere Quote. Es ist der Verlust des Schutzes. Wer bewusst auswählt, wettet die Gespa-Sperrliste, die fehlende Gerichts­barkeit, die fehlende Identitäts­prüfung, die fehlende Auszahlungs­garantie gegen eine Zahl, die auf dem Wettschein grösser aussieht. Wer das nicht bewusst auswählt, sollte es bleiben lassen.

Häufig gestellte Fragen

Welcher bewilligte Wettanbieter in der Schweiz hat die besten Quoten, und woran lässt sich das messen?

Gemessen wird die Quote nicht am blossen Wert, sondern an der Auszahlungs­quote, also dem Anteil der Einsätze, der an die Spielenden zurückfliesst. Die Marge ist das, was der Anbieter einbehält. Wer die Anbieter vergleicht, vergleicht pro Markt und pro Sportart, nicht über das ganze Programm gemittelt. Bei Sporttip und Jouez Sport liegt die Ausschüttung je nach Markt zwischen etwa 85 % und etwa 95 %.

Zwei. Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, sowie die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Jede Veranstalterin braucht eine Veranstalter­bewilligung und eine Spielbewilligung, beide werden von der Gespa erteilt. Eine dritte bewilligte Veranstalterin existiert nicht. Ausländische Lizenzen aus Malta, Curaçao oder anderen Ländern haben in der Schweiz keine Wirkung.

Wie berechnet sich die Marge eines Buchmachers aus den Quoten eines Spiels?

Die Marge ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Markts. Bei einer Zweiwegwette mit Quoten 1,90 auf beiden Seiten ist die Summe der Kehrwerte etwa 1,0526, die Auszahlungs­quote 1 geteilt durch diese Summe, also rund 95,0 %, und die Marge 100 % minus 95,0 %, also etwa 5,0 %. Bei Quoten von 1,80 auf beiden Seiten liegt die Marge bei etwa 10,0 %. Bei Quoten von 1,95 auf beiden Seiten sinkt sie auf etwa 2,5 %.

Warum unterscheiden sich die Quoten für dasselbe Spiel zwischen Swisslos, Loterie Romande und ausländischen Seiten?

Die Unterschiede ergeben sich aus den Margen, die jeder Anbieter pro Markt kalkuliert, und aus den Rahmen­bedingungen. Schweizer Anbieter kalkulieren auf einer geschlossenen Sportartenliste und unter Aufsicht, was die Marge tendenziell höher hält. Ausländische Anbieter kalkulieren freier, haben geringere Compliance-Kosten und können die Marge drücken, um Volumen zu gewinnen. Beide Seiten verlangen aber, dass die Quoten über dem eigenen Aufwand liegen, also einen Gewinn einbauen.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet, und was ändert sich bei einer Kombiwette?

Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote, bei einer Kombiwette Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzel­quoten ist. Eine Kombi mit drei Einzel­quoten 1,90, 1,90 und 1,90 hat eine Gesamtquote von etwa 6,86, der Gewinn bei CHF 10 Einsatz liegt bei etwa CHF 68,60. Bei Swisslos wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen gerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, bei der Loterie Romande gelten ähnliche Rundungs­regeln.

Welche Rolle spielen Verlust­limiten und die Spielsperre beim Vergleich von Anbietern?

Bei den Schweizer Anbietern sind sie Pflicht, gesetzlich verankert und technisch umgesetzt. Die Spielerin oder der Spieler setzt vor der ersten Teilnahme eigene Limiten für 1, 7 und 30 Tage, mit Obergrenzen, und kann sich produkt­weise selbst sperren, befristet oder unbefristet. Eine Sperre wird in das Schweizer Sperrregister eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos. Bei ausländischen Anbietern sind solche Funktionen freiwillig und ohne Schweizer Wirkung. Wer in der Schweiz spielt und Wert auf Selbstausschluss legt, bekommt ihn nur bei den bewilligten Anbietern mit voller Wirkung.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»