Wer in der Schweiz auf den Super Bowl wetten darf

Updated Oktober 2026
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Ein ovaler Lederball liegt auf einem Rasen, dahinter ragt ein gelbes Torgestell in den Abendhimmel.

Der Super Bowl ist das grösste Sportereignis der Welt. Eine Wette darauf trägt in der Schweiz denselben Namen wie überall, aber einen anderen Rahmen. Nur zwei Veranstalter dürfen hier Sportwetten anbieten, das Wettprogramm ist kleiner als in Deutschland oder Österreich, und der Preis, den eine Wette kostet, ist nicht in der Werbung zu finden. Diese Seite rechnet ihn nach.

Der Super Bowl LX fand am 8. Februar 2026 im Levi's Stadium in Santa Clara, Kalifornien statt; die Seattle Seahawks gewannen 29:13 gegen die New England Patriots.

Wer in der Schweiz eine Wette platzieren will, sollte drei Dinge kennen. Erstens: Wer hierzulande Sportwetten anbieten darf, ist nach dem Geldspielgesetz von 2019 auf zwei Veranstalter beschränkt – alles andere steht unter Strafandrohung. Zweitens: Was eine Wette kostet, ist die Marge des Marktes, nicht der Werbebegriff «risikofrei», «Gratiswette» oder «Quotenboost». Drittens: Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, tauscht den Schweizer Schutz gegen einen Markt ohne lokale Aufsicht, ohne Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Die folgenden Abschnitte folgen dieser Reihenfolge.

Stand: Oktober 19, 2026 · Geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsliste und die Spielregeln von Swisslos Sporttip, Version 4.2.

Rechtslage in der Schweiz: wer hier wetten darf und wer nicht

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel und fällt seit dem 1. Januar 2019 unter das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Aufsichtsbehörde ist nicht der Bund, sondern die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, die gemeinsam mit dem Geldspielkonkordat seit Anfang 2021 die Aufsicht über die Kantone führt. Für ein Geldspiel braucht es eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel; eine Schweizer Bewilligung gilt nach Art. 4 BGS «nur in der Schweiz».

Ein Bürogebäude aus Glas in der Dämmerung mit beleuchteten Fenstern, gesehen von einer Strassenecke.
Der erste Super Bowl wurde 1967 als AFL-NFL World Championship Game ausgetragen; der Name «Super Bowl» wurde 1969 offiziell.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, deren Sportangebot den Namen Sporttip trägt, und die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne, deren Online-Angebot Jouez Sport heisst. Mehr zugelassene Veranstalter gibt es nicht. Die Gespa führt keine Liste von Buchmachern, weil es keine gibt, sondern eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre umsetzen – Ende 2025 standen 671 Einträge auf der Liste.

Was gewettet werden darf, ergibt sich aus der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die regelmässig aktualisiert wird. American Football ist Teil dieser Liste; das Endspiel der NFL wird von beiden Veranstaltern bewettbar angeboten. Was nicht auf der Liste steht, darf auch nicht angeboten werden – Eckball- und Kartenmärkte fehlen, ein eigener E-Sport-Bereich ebenfalls. Die Liste ist abschliessend, und was nicht auftaucht, kann auch nicht auf den Wettschein.

Wohnsitz im Vertragsgebiet ist Voraussetzung für ein Spielerkonto. Für Sporttip sind das die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein – die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH. Wer im Wallis, in Genf, in Waadt, in Freiburg, im Jura oder in Neuenburg wohnt, fällt in das Gebiet der Loterie Romande und kann dort ein Konto eröffnen. Eine Anmeldung bei beiden Veranstaltern ist möglich, aber nur, weil die Vertragsgebiete sich ergänzen – ein Konto bei einem Drittanbieter gibt es nicht.

Personen ab 18 Jahren können teilnehmen; eine Mehrfachregistrierung pro Person ist unzulässig. Bei der Online-Registrierung werden Ausweise ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer im Strafverfahren gegen einen Anbieter als Zeuge vernommen wird, lässt sich auf diesem Weg identifizieren.

Was diese Konstruktion den Spielenden kostet, lässt sich nicht in einer Zahl fassen. Zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Märkten, eine Wohnsitzregel und ein Verifikationszwang, der die Anmeldung fünf Minuten länger macht als bei Offshore-Anbietern – das ist der Preis. Dafür greifen die Schweizer Schutzregeln: Limits, Sperrregister, Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen, ein Streitfall vor Schweizer Gerichten.

Was eine ausländische Lizenz hier bedeutet

Eine Lizenz aus Malta, Curaçao, den Philippinen oder einem anderen Land hat in der Schweiz keinen Wert. Wer aus einem anderen Land eine Lizenz mitbringt, organisiert aus Schweizer Sicht ein unbewilligtes Geldspiel. Das ist nach Art. 130 BGS eine Straftat, die im gewerbsmässigen Fall mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet wird. Werbung für ein nicht bewilligtes Spiel kostet bis zu einer halben Million Franken Busse (Art. 131 BGS).

Anbieter ohne Schweizer Bewilligung können auf die Sperrliste gesetzt werden; Schweizer Internetanbieter sperren die Domains per DNS, und eine Nachfolgedomain folgt innerhalb von Stunden. Die Gespa nennt das Domain-Hopping. Anbieter wie Interwetten, Bet-at-Home oder bet365 tauchten in den letzten Jahren namentlich auf der Liste auf.

Den Wettenden trifft das nicht strafrechtlich. Aber wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat keinen Zugang zum schweizweiten Sperrregister, keinen Schweizer Rekursweg und keine Garantie, dass Guthaben tatsächlich ausgezahlt werden. Einsätze und Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden. Der Name eines Anbieters in einer Mediadatenbank ist kein Qualitätssiegel; in der Schweiz bedeutet er nur, dass die Sperrliste das Risiko trägt.

Selbst gesetzte Schranken: Limits, Pausen und Sperren

Bevor die erste Sporttip-Wette überhaupt platziert wird, verlangt der Schweizer Rahmen eine Festlegung: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage. Bei Sporttip liegt die Oberlimite bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige – sofern überhaupt zugelassen – bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die 72 Stunden sind bewusst eingebaut: ein Widerstand gegen den spontanen Entschluss, das eigene Limit zu lockern, wenn das Konto halb leer ist.

Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Beide Werte sind Eigenwerte, keine Staatsvorgabe. Sie funktionieren nur, wenn sie vor dem Druck gesetzt werden, der später auf dem Konto lastet. Bei Loterie Romande gelten vergleichbare Regeln, angepasst an das Westschweizer System; die genauen Werte erscheinen im Spielerkonto.

Was Limits tatsächlich leisten, lässt sich an der Stelle zeigen, an der sie greifen. Ein Tageslimit von CHF 50 ist im Alltag so gut wie nie aktiviert, solange ein Sonntagnachmittag mit Fussball läuft. Es ist an dem Abend aktiviert, an dem die eigene Lieblingsmannschaft zwei Tore in zwei Minuten kassiert und das Gefühl entsteht, das Spiel «drehen» zu können – mit dem nächsten Tipp, und dem übernächsten. Genau dort wird aus einem theoretischen Wert eine Bindung. Limits sind nicht für ruhige Tage gemacht. Sie wirken an emotionalen.

Wer an einem Februar-Abend 2027 nach den ersten Minuten Super Bowl einen zusätzlichen Tipp platzieren will, kann das nicht mehr, wenn das Tageslimit erreicht ist – und genau das ist der Zweck. Die Begrenzung kostet Spontanität. Sie bewahrt die Differenz zwischen Wunsch und Verlust. Ein verschobener Tipp am Sonntag ist ärgerlich. Ein leeres Konto am Montag ist es für ein Jahrzehnt.

Wie eine Spielsperre heute praktisch greift

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos – online und physisch – sowie im Fürstentum Liechtenstein. Die Aufhebung einer freiwilligen Sperre ist nach den gesetzlichen Regeln frühestens nach drei Monaten möglich; eine unabhängige Fachstelle wird einbezogen.

Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Eine Selbstsperre ist kein einzelner Knopf. Sie beginnt dort, wo der Antrag steht, und endet erst nach Ablauf der Frist. Wer den Zugang sperrt, gibt einen Teil seiner Wahlfreiheit ab und tauscht sie gegen die Sicherheit, dass sie in einem schwachen Moment nicht zur Verfügung steht.

Was diese Schutzarchitektur kostet, ist buchstäblich nichts. Was sie wert ist, zeigt sich nicht in den ruhigen Wochen, sondern am Sonntagabend im Februar. Wer an einem Wochenende mit zwei, drei Livewetten auf den Super Bowl den Zugang verliert, hat vorher entschieden, ihn zu verlieren – und genau diese Vorausentscheidung ist der Punkt, an dem das System arbeitet.

Wie eine Einschätzung entsteht – und warum keine sicher ist

Eine Wette auf den Super Bowl beginnt oft mit einem anderen Spielzeug: einem Tipp, der irgendwo im Internet versprochen wird. Wer fünfzehn Minuten investiert, stösst auf Vorhersagen mit Siegerquoten, Halbzeitwetten, angeblichen Sieger-Sure-Bets, Systemen, die Gewinne versprechen. Die Sprache klingt nach Berechnung, der visuelle Aufbau nach Tabellenwerk. Was fehlt, ist die eigentliche Information: ob ein Tipp jemals mehr war als eine Wette, die an genau dem Tag eintraf, an dem sie jemand aufgeschrieben hat.

Warum nicht? Weil das Endspiel ein einzelnes Ereignis ist, das einmal stattfindet und dessen Ausgang von 53 Spielern auf dem Feld, zwei Headcoaches, Schiedsrichtern und einem Restfaktor abhängt, der sich jeder Berechnung entzieht. Statistiken über Heimspiele, Regular-Season-Records, Quarterback-Ratings sind Muster aus der Vergangenheit. Ein Super Bowl ist ein Matchup, das es so noch nie gab – in genau dieser Konstellation, an genau diesem Tag, an genau diesem Stadion.

Was eine Wette auf einen «sicheren Tipp» kostet, lässt sich genau beziffern: den Einsatz und die Marge des Marktes. Das ist der doppelte Preis. Wer nach einer solchen Vorhersage die Höhe des Einsatzes erhöht, weil der Tipp «sicher» wirkt, zahlt beides mit Zins – und gewinnt im Erfolgsfall genau das, was die Marge ihm gelassen hat.

Was eine halbwegs vernünftige Einschätzung zusammenführt

Vier Bausteine fliessen in eine vernünftige Einschätzung ein: die Form am Ende der Regular Season, der Zustand der Schlüsselspieler zum Zeitpunkt der Verletzungsmeldungen, die Statistiken aus dem bisherigen Saisonverlauf – Punkte pro Spiel, Rushing-Yards, Pass-Completion-Rate – und schliesslich die Quoten, an denen sich die Meinung anderer Wettender bereits niedergeschlagen hat.

Keiner dieser Bausteine entscheidet allein. Eine Mannschaft kann mit zwölf Siegen am Stück in die Playoffs gehen und im Viertelfinale verlieren; sie kann den gesamten Januar verletzungsfrei spielen und am Finalsonntag ihren Starting Quarterback verlieren. Beim Super Bowl LX am 8. Februar 2026 gewannen die Seattle Seahawks 29:13 gegen die New England Patriots, der spätere MVP Kenneth Walker III lief 135 Yards bei 27 Läufen, und Kicker Jason Myers verwandelte fünf Field Goals – ein Laufspiel, das nach den meisten Saisonstatistiken als Secondary-Faktor eingeschätzt war, und ein Kicker, der einen Super-Bowl-Rekord aufstellte.

Kein Tipp-System der Welt hätte das vorhergesagt. Es kann es nur nachträglich erklären, und die Erklärung kommt immer nach dem Spiel, nie davor. Wer vor dem Anpfiff auf ein «System» setzt, das angeblich immer siegt, setzt in Wahrheit auf das gleiche Risiko wie ein einzelner Münzwurf – nur dass die Wette in einem Markt stattfindet, in dem das Haus an jeder Position mitverdient. Wer das versteht, sieht auch, was ein Tippschein wirklich wert ist: nichts, was nicht in den Quoten steckt. Und was nicht in den Quoten steht, kann auch nicht in den Tipp fliessen.

Wettarten und Quoten: Sieger, Kombiwetten und das, was die Quote wirklich bedeutet

Das Standardprogramm der Schweizer Veranstalter für ein NFL-Endspiel ruht auf drei Eckpfeilern: die Siegerwette (Moneyline), die Handicap-Linie und die Gesamtpunktzahl-Wette (Total Points Over/Under). Beide Veranstalter unterscheiden in der Lizenz die Einzelwette, die Kombiwette und die Systemwette. Was sich hinter diesen Begriffen verbirgt, ist weniger Verzierung als Mathematik.

Die Einzelwette ist eine Voraussage auf ein einzelnes Ergebnis. Einsatz mal Quote ergibt den möglichen Bruttogewinn; Einsatz mal (Quote minus 1) ist der Nettogewinn. Bei einer Quote von 2.10 auf einen Sieg bringt ein Einsatz von CHF 10 einen Bruttogewinn von CHF 21, also einen Nettogewinn von CHF 11. Bei Sporttip ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000; eine Systemwette darf bis zu CHF 10’000 kosten. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Die Kombiwette multipliziert die Quoten mehrerer Voraussagen zu einer Gesamtquote. Wer vier Auswahlen mit den Quoten 2.10, 1.80, 2.50 und 1.95 kombiniert, spielt eine Wette zur Quote 14.74. Bei einem Einsatz von CHF 10 winkt ein Bruttogewinn von CHF 147.40. Aber jede Auswahl muss eintreffen, damit die Wette gewinnt. Eine Fehlprognose, und der Einsatz ist weg.

Die Systemwette bricht eine Kombiwette in mehrere kleinere Wetten auf. Aus vier Voraussagen werden elf mögliche Kombinationen, von denen auch dann ein Gewinn übrig bleibt, wenn ein Tipp danebengeht. Der Preis ist eine Aufteilung des Einsatzes auf alle Teile – aus CHF 10 werden bei einem System aus vier Voraussagen rasch nur noch wenige Rappen pro Teilkombination.

Bei abhängigen Ereignissen derselben Sportveranstaltung geht bei Sporttip nur die hauseigene Bet-Builder-Funktion. Werden solche Kombinationen ohne diese Funktion angenommen, kann Swisslos sie für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Cash-Out ist bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out – eine Teilauszahlung gibt es nicht. Der Betrag kann vom Stand der Sportereignisse abhängen und von Swisslos jederzeit angepasst werden; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.

Sonderwetten, Boosts und der Kombiboost

Sonderwetten sind das, was internationale Anbieter reichlich anbieten: erster Touchdown-Scorer, Halbzeit-/Endstand-Kombinationen, Anzahl Field Goals. Bei Sporttip sind die meisten dieser Sondermärkte nicht im Programm – die Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten bildet American Football hauptsächlich als Sieg-Wette und als Handicap ab, nicht als Spielermarkt. Wer auf einen einzelnen Spieler tippen will, ist hier an den Rand des Bewilligten geführt.

Was trotzdem funktioniert, sind die hauseigenen Boosts. Quotenboosts erhöhen die Quote einer einzelnen Prematch-Wette, Profitboosts erhöhen den Nettogewinn einer vorgegebenen Auswahl um einen bestimmten Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und sie verfallen bei einem Cash-Out. Eine «boosted» Quote von 2.40 statt 2.10 verschiebt die Marge zu Ihren Gunsten. Eine «boosted» Quote von 2.10 statt 1.95 verschiebt sie nicht – und der Werbebegriff verschleiert genau diesen Unterschied.

Der Kombiboost von Sporttip gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quote von je mindestens 1.50 – 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Auswahlen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert; bei Systemwetten greift der Boost ebenfalls. Was er den Wettenden kostet, ist die Erwartung, dass alle Voraussagen treffen – das ist exakt die Voraussetzung, unter der eine Kombiwette überhaupt gewinnt, nur mit zusätzlicher Belohnung.

Wie die Quote entsteht – und was die Marge verrät

Eine Quote entsteht nicht durch das, was passieren wird. Sie entsteht durch die Einschätzung des Veranstalters, was passieren könnte, korrigiert um das Geld, das auf jeder Seite liegt. Eine Quote von 1.90 auf beide Mannschaften eines Duells bedeutet, dass der Markt aus Sicht des Veranstalters ausgeglichen ist.

In einer Zweiwege-Wette ohne Unentschieden lässt sich ausrechnen, was das Haus bei einem ausgewogenen Markt behält: 1 geteilt durch (1/Quote 1 plus 1/Quote 2). Bei 1.90 / 1.90 ergibt das eine Auszahlungsquote von 95 Prozent und einen Anteil für das Haus von 5 Prozent – bei jeder Wette, unabhängig vom Ausgang. Bei 1.85 / 2.00 liegt die Auszahlungsquote bei rund 94.7 Prozent, der Hausanteil bei rund 5.3 Prozent. Bei 1.40 / 3.00 steigt der Hausanteil in den Bereich um 6.5 Prozent.

Das ist die Kostenstelle, die in der Werbung fehlt. «Beste Quote» heisst in Wahrheit: niedrigere Marge. «Verbesserte Quote» heisst: ein paar Basispunkte weniger Hausanteil. «Risikofreie Wette» heisst: ein Cash-Out, das nur in einer Richtung funktioniert und bei dem die Garantie eingeschränkt ist. Werbung erzählt nicht die Hälfte davon.

Eine Beispielrechnung zur Marge

Bei den Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich – exakt gerechnet – eine Auszahlungsquote von 95.0 Prozent und damit ein Hausanteil von 5.0 Prozent. Bei 1.85 / 2.00 liegt die Auszahlungsquote bei 94.7 Prozent und der Hausanteil bei 5.3 Prozent. Bei 1.40 / 3.00 steigt der Hausanteil auf etwa 6.5 Prozent. Das ist der Preis, den jede Wette kostet – unabhängig davon, ob sie gewinnt oder verliert. Pro CHF 100 Einsatz über eine Saison gehen zwischen CHF 5 und CHF 7 an das Haus. Wer mehrmals die Woche spielt, sieht diesen Effekt im Konto.

Der Wert ist eine statistische Schätzung über viele Wetten, kein Versprechen für eine einzelne. Wer eine einzige Wette unterhalb der Marge abschliesst, kann durchaus gewinnen – der Durchschnitt über Hunderte Wetten ist es, der sich dem Wert annähert. Wer das eine vom anderen nicht unterscheidet, sieht am Ende des Monats die Quittung in Form eines leeren Kontos.

Der Spielplan zum Endspiel: von den Kickoffs im September zum Anpfiff im Februar

Die NFL-Regular Season beginnt traditionell am ersten Wochenende nach dem Labor-Day – Anfang September – und endet Anfang Januar. 32 Mannschaften spielen 17 Saisonspiele, gefolgt von einer Wild-Card-Runde, den Divisions-Playoffs und den Conference Championships, bevor die Sieger der AFC und NFC am zweiten Sonntag im Februar im Super Bowl aufeinandertreffen. Der Super Bowl wird seit 1967 ausgetragen, das heutige Wort dafür ist seit 1969 offiziell.

Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Austragungsort des vorangegangenen Super Bowl LX war das Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien – die Seattle Seahawks schlugen dort am 8. Februar 2026 die New England Patriots mit 29:13, vor 70’823 Zuschauern. Der Halbzeit-Act wurde von Bad Bunny bestritten; in Deutschland übertrugen RTL und DAZN, ein 30-Sekunden-Werbespot im US-Fernsehen kostete 10 Millionen US-Dollar. Das ist die wirtschaftliche Grösse, in der hier gewettet wird – der grösste Werbemarkt der Welt trifft auf einen der grössten Sporttermine.

Wer beim nächsten Endspiel wetten will, hat also rund ein Jahr Vorlauf zwischen Kickoff im September und Final-Sunday im Februar, in dem sich die Quote bewegt. Welche Mannschaften in den Super Bowl einziehen, ist Anfang September offen; welche Verletzungen bis dahin passieren, ebenso; wer den Platz als Starting Quarterback betritt, oft erst am Spieltag selbst.

Für die Wette heisst das: Wer früh auf einen Super-Bowl-Sieger tippt, wettet auf ein Ereignis, das in acht Monaten stattfindet, mit eingebauter Unsicherheit über Spieler, Trainer und Tagesform. Die Quote einer Langzeitwette (Future-Wette) ist entsprechend attraktiv – aber sie ist genau so unsicher wie der Ausgang selbst. Die Marge wird auf das gesamte Jahr hin mitgerechnet, nicht auf den Sonntag, an dem die Wette gewinnt.

Wann eine Wette am teuersten wird

Die finale Super-Bowl-Siegerquote wird in der Woche vor dem Spiel gesetzt, wenn beide Mannschaften feststehen und die Verletzungsberichte aktuell sind. Wer im September auf einen Sieger setzt, spielt zu einer höheren Quote mit höherer Unsicherheit; wer im Februar nach den Conference Championships setzt, spielt zu einer engeren Quote mit weniger Restrisiko.

Welche Variante teurer ist, hängt vom Wettenden ab. Wer weiss, was er weiss, kann beide kombinieren – aber jede platzierte Wette trägt die Marge von ihrem Tag. Wer im September und im Februar auf denselben Ausgang wettet, hat nicht zwei Wetten, sondern zwei Margen gezahlt.

Eine Sonderstellung hat die Verlängerung. In der NFL enden Playoff-Spiele bei Gleichstand nach vier Vierteln mit einer Overtime; ein Saisonspiel kann ebenfalls in die Verlängerung gehen. Beim Super Bowl LI im Jahr 2017 – Patriots 34, Falcons 28 – wurde die Overtime in der Geschichte des Endspiels zum ersten Mal ausgespielt. Für die Wette zählt nach den Spielregeln von Sporttip die reguläre Spielzeit inklusive Nachspielzeit – Verlängerung nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette ist. Eine Wette auf «Sieger inklusive Verlängerung» ist also eine andere Wette als «Sieger nach regulärer Spielzeit», auch wenn sie nach dem Endstand ähnlich aussieht.

Die Historie des Endspiels und ihre Tücken für Wettende

Der erste Super Bowl wurde 1967 unter dem offiziellen Namen AFL-NFL World Championship Game ausgetragen und rückwirkend als Super Bowl I gezählt. Bei den Franchises führen die New England Patriots und die Pittsburgh Steelers mit je sechs Siegen, gefolgt von den San Francisco 49ers und den Dallas Cowboys mit je fünf. Die meisten Titel als Spieler hält Tom Brady mit sieben; die meisten Titel einer Einzelperson überhaupt hält Bill Belichick mit acht – zwei davon mit den New York Giants, sechs mit den Patriots.

Historische Rekorde verlocken zu «Trend-Wetten». Sie sind das Papier, auf dem eine Buchmacher-Perspektive längst kein Modell mehr aufbaut: das Spiel von 1967, das Brady-Meisterschaftsjahr 2017 und das Post-2020-NFL haben so viel miteinander zu tun wie ein Formel-1-Auto von 1965 mit einem von 2025. Wer auf «Tradition» setzt, zahlt dieselbe Marge wie alle anderen – nur ohne den Vorteil der Information.

Schweizer Anbieter im Vergleich: was die Bewilligung tatsächlich trägt

Die folgende Übersicht führt die zehn Anbieter auf, die für Schweizer Wettende von Belang sind. Die ersten beiden sind die einzigen, die hier Sportwetten anbieten dürfen – jeder in seinem Vertragsgebiet. Die übrigen acht sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung; sie tauchen in Suchresultaten auf, in werblichen E-Mails und in Affiliate-Vergleichen, die nicht zwischen Inland und Ausland unterscheiden.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / Lizenzlage
Swisslos Sporttip Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel
Loterie Romande – Jouez Sport Ja (Veranstalter- und Spielbewilligung BGS, Aufsicht Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne
Playzilla Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
Betscore Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
Wettigo Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
Jackbit Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
Sportuna Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
FortuneJack Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
BetPanda Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste
Bahigo Nein Lizenz nicht etabliert, Domain kann auf die Gespa-Sperrliste

Diese Tabelle ordnet ein, mehr nicht. Sie entscheidet nicht, ob eine Marke besser oder schlechter spielt – sie zeigt, wer hier überhaupt spielen darf. Wer beim Spielen bleibt, das die Gespa nicht sieht, kann jede zweite Woche eine andere Domain vorfinden.

Der Wert, den die Schweizer Bewilligung trägt, liegt in den Details. Bei einer Streitfrage um die Auszahlung ist der Schweizer Rechtsweg offen. Bei einem verschwundenen Bonusguthaben gibt es eine Aufsichtsbehörde, die angerufen werden kann. Bei einem Verdacht auf Spielmanipulation ist die Meldestelle klar. Bei einer freiwilligen Sperre gilt die Eintragung in einem Register, das in der Schweiz, den Schweizer Casinos und in Liechtenstein greift. Bei der Frage, ob ein Gewinn versteuert werden muss, ist die Antwort für Inland klar: bis zum bundesrechtlichen Freibetrag steuerfrei.

Für die ausländischen Anbieter gilt nichts davon. Wer bei einem Markennamen auf der Liste 3-10 spielt, hat keinen Zugang zum Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg und keine Verlässlichkeit, dass das Guthaben tatsächlich ausgezahlt wird. Eine Sperrung der Domain ist jederzeit möglich. Gewinne aus ausländischen Grossspielen behandelt das Kanton Thurgau vollständig als steuerbares Einkommen – unabhängig von der Höhe. Wer im Inland wettet und im Inland verliert, hat zumindest nachvollziehbare Regeln; wer im Ausland wettet und im Ausland verliert, hat nur den Werbetext.

Grundlagen und Einordnung: was der Super Bowl hier bedeutet

Der Super Bowl ist das Endspiel der National Football League, der Profiliga im American Football. Ausgetragen wird er seit 1967 als Finale der NFL-Saison, und seit 1969 ist die Bezeichnung «Super Bowl» offiziell. Bis 1966 hiess das Endspiel AFL-NFL World Championship Game – die American Football League und die National Football League hatten sich gerade zusammengeschlossen.

Ein Sofa mit Wolldecke und eine Schale Popcorn auf dem Couchtisch in einem Wohnzimmer bei Lampenlicht am späten Abend.
Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt.

Seit den Siebzigern ist der Super Bowl in den USA nicht nur das grösste Sportereignis des Jahres, sondern auch das grösste Werbeereignis: ein 30-Sekunden-Spot im Finale von 2026 kostete 10 Millionen US-Dollar, das Halbzeitkonzert bestritt Bad Bunny. In Deutschland übertrugen RTL und DAZN; in der Schweiz hielten sich die offiziellen Free-TV-Übertragungen in Grenzen.

Was den Super Bowl für die Wette interessant macht, ist die Kombination aus einem klar definierten Endspiel und einem grossen, unruhigen Werbeumfeld. Wettende sehen am Final-Sonntag Super-Bowl-Werbung, Snack-Werbung, Halbzeit-Act-Werbung – und bekommen gleichzeitig einen Wettschein, der eine Quote auf den Sieger zeigt. Die Versuchung, dass Werbung in Wette kippt, ist eingebaut. Wer an diesem Abend spielt, spielt nicht nur gegen die Marge, sondern auch gegen den emotionalen Sog von 10 Millionen Dollar Werbedruck pro 30 Sekunden.

Was eine Wette auf den Super Bowl tatsächlich macht

Drei Punkte entscheiden, was eine Wette auf den Super Bowl bedeutet.

Erstens: Das Endspiel findet einmal pro Jahr statt. Es ist ein Sondereinzelereignis, kein Saisonwettbewerb mit Hin- und Rückspiel. Eine Wette auf den Sieger hat nur einen Bezugspunkt – den Tag des Anpfiffs.

Zweitens: Eine Quote auf den Sieger ist keine Vorhersage. Sie ist eine Schätzung, wie der Veranstalter die Wahrscheinlichkeit der beiden Ausgänge einschätzt, korrigiert um die Marge. Eine höhere Quote bedeutet nicht «wahrscheinlicher Sieg», sondern «geringere Eintrittswahrscheinlichkeit aus Sicht des Veranstalters».

Drittens: Wer eine Wette nicht platziert, kann an ihrem Ausgang nichts verdienen. Wer zu hoch setzt, verliert mehr, als der Genuss des Spieles wert ist.

Was diese Grundlagen kosten, lässt sich nicht in Franken messen, sondern in Klarheit. Wer den Super Bowl als Sportereignis anschaut, verbringt einen Sonntagabend vor dem Bildschirm. Wer den Super Bowl als Wettobjekt anschaut, verbringt einen Sonntagabend vor dem Bildschirm mit einem zusätzlichen Einsatz im Spiel. Der Einsatz selbst kostet Franken; die Verzerrung des Sehens kostet mehr.

Mythen und Halbwahrheiten

Vier Behauptungen, die im Netz immer wieder auftauchen, lassen sich auf eine nüchterne Lesart reduzieren.

Der erste Mythos: «Spezialwetten auf den Super Bowl lohnen sich immer.» Sie lohnen sich, wenn der Markt sie überhaupt anbietet – und in der Schweiz ist das nur eingeschränkt der Fall. Was die Gespa-Liste abbildet, ist Sieg, Handicap und Total; Spielermärkte, Eckbälle und Karten fehlen.

Der zweite Mythos: «Die Quoten in den USA sind genauer.» Das ist möglich, liegt aber für Schweizer Wettende nicht im Einflussbereich. Was hier zählt, ist die Marge bei den Schweizer Veranstaltern – und die liegt für die wesentlichen Märkte um fünf Prozent.

Der dritte Mythos: «Wer als Erster wettet, kriegt die beste Quote.» Das gilt in der Stunde vor dem Spiel, nicht am Tag davor. Eine höhere Quote spiegelt höhere Unsicherheit, nicht bessere Information.

Der vierte Mythos: «Halbzeitwetten sind risikofrei.» Sie sind nur risikofrei, wenn der Anbieter sie risikofrei anbietet – und Sporttip macht das nicht. Was unter «risikofrei» verkauft wird, ist fast immer eine Wette, deren Cash-Out-Garantie eingeschränkt ist. Wer das Risiko in der Werbung sucht, sucht am Ende an der Kasse.

Die Anbieter im Einzelnen

Swisslos Sporttip

Die Swisslos Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel organisiert als eine der beiden vom BGS zugelassenen Veranstalterinnen Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Der Reingewinn von Swisslos betrug im Geschäftsjahr 2025 CHF 562 Millionen – CHF 506 Millionen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Millionen an die Stiftung Sportförderung Schweiz (für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe); CHF 109 Millionen davon stammten aus den Sportwetten, nach CHF 122 Millionen im Jahr 2024. Das ist die Grössenordnung, in der hier gespielt wird.

Das Wettprogramm bietet Einzelwetten, Kombiwetten, Systemwetten, Prematch- und Livewetten, Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten sowie einen hauseigenen Bet-Builder für abhängige Ereignisse. Quotenboosts gibt es online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den Nettogewinn ausgewählter Ereignisse, und ein Kombiboost belohnt Kombinationen ab vier Voraussagen mit Mindestquote 1.50. Was die Wette kostet: Jeder Einsatz trägt die Marge des Marktes – typischerweise rund fünf Prozent bei einem ausgewogenen Markt. Pro CHF 100 Einsatz bleibt etwa CHF 95 als Wettauszahlung übrig; CHF 5 wandert an das Haus. Wer mehrmals die Woche spielt, spürt das im Konto.

Was bleibt: Wer in der Deutschschweiz, im Tessin oder in Liechtenstein wohnt und auf Sporttip wettet, bekommt das, was der Schweizer Rahmen vorsieht – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Wette ist vollständig reguliert, die Auszahlung im Streitfall einklagbar, das Sperrregister erreichbar. Wer das Spezialwetten-Programm eines internationalen Anbieters sucht, sucht vergebens. Wer mit drei, vier Hauptmärkten pro Spielabend zufrieden ist, ist hier richtig.

Loterie Romande – Jouez Sport

Die Loterie Romande ist die zweite vom BGS zugelassene Veranstalterin und organisiert ihre Online-Sportwette unter dem Namen Jouez Sport. Sitz der Gesellschaft ist Lausanne; sie bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura mit 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitenden. Verkaufsstellen sind in der Romandie der historisch gewachsene Vertriebsweg – ein Vorteil, den Sporttip in der Deutschschweiz nicht ganz in derselben Dichte hat.

Das Wettprogramm ist näher an Sporttip als an internationalen Anbietern: Einzelwetten, Kombinationen, Systeme, Prematch und Live, Cash-Out und die hauseigenen Boosts. Was Jouez Sport anders macht, ist das Vertragsgebiet – sechs Kantone, klar abgegrenzt von der Deutschschweiz. Wer im Wallis lebt, kann in Lausanne wetten und nicht in Basel; wer umgekehrt aus der Deutschschweiz kommt, hat hier kein Konto. Die Marge der wesentlichen Märkte bewegt sich auf dem Niveau von Sporttip; konkrete Prozentwerte veröffentlicht die Loterie Romande nicht.

Was im Markt bleibt: Die Loterie Romande ist die zweite Säule des Schweizer Sportwettenmarktes, zuständig für die Romandie. Ihr Vorteil gegenüber Sporttip liegt in der Sprache und im Verkaufsstellennetz vor Ort; ihr Nachteil ist die kleinere Nutzerbasis, was sich in einer etwas engeren Quotengestaltung niederschlagen kann. Wer französischsprachig wettet, hat keine andere Schweizer Wahl. Wer zweisprachig wohnt, kann theoretisch bei beiden Veranstaltern spielen – zahlt aber zweimal Verifikationsaufwand.

Playzilla

Playzilla ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung; eine Lizenz, die hier gelten würde, ist im aktuellen Rahmen nicht anerkannt. Was das praktisch heisst: Eine Schweizer Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen, eine Auszahlung an einen Schweizer Rechtsweg gebunden, eine allfällige Sperrung des Spielers nicht im schweizweiten Register eingetragen. Die Werbe-E-Mails, die im Inland ankommen, sind nach Art. 74 Abs. 3 BGS für den Anbieter strafbar – nicht für den Empfänger, der sie öffnet.

Was eine Wette hier tatsächlich kostet, hängt vom Anbieter ab – ohne Schweizer Aufsicht lässt sich die Marge nur über die AGBs prüfen. Wer dennoch spielt, sollte den Wettbetrag so ansetzen, als würde er ihn in den nächsten Tagen verlieren – nicht, weil er es verliert, sondern weil die Mittel zur Durchsetzung einer Auszahlung hier nicht existieren. Anonymität ist auch keine Lösung: das schweizweite Sperrregister setzt da an, wo ein Konto anhand identifizierter Daten geführt wird, und genau diese Spur fehlt bei Offshore-Anbietern.

Was bleibt: Für einen Schweizer Wettenden, der den Schweizer Rahmen bewusst verlässt, gibt es keinen Schweizer Rückweg. Wer aus Bequemlichkeit spielt, sollte die Sperrliste im Auge behalten – und nicht darauf wetten, dass die nächste Domain ewig hält.

Betscore

Betscore ist im Markt der ausländischen Anbieter aktiv, in der Schweiz aber nicht zugelassen. Eine Lizenz, die hier trägt, gibt es nicht; die Domain ist sperrbar, der Marktauftritt beschränkt sich auf Werbung, die der Anbieter selbst bezahlt – und mit dieser Werbung verstösst er gegen Art. 74 Abs. 3 BGS, was mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden kann.

Der Preis einer Wette bei Betscore ist nicht höher als bei einem anderen internationalen Anbieter – typischerweise mit einer Marge im niedrigen einstelligen Prozentbereich auf den Hauptmärkten. Aber er ist nicht durchgesetzt. Bei einer Streitfrage hilft keine Schweizer Aufsicht; eine Selbstsperre in der Schweiz hilft gegen Betscore nicht, weil sie im Register nicht eingetragen ist. Eine Auszahlung an ein Schweizer Bankkonto im eigenen Namen ist nach den Regeln des BGS ohnehin nicht der Standard eines Offshore-Anbieters.

Was bleibt: Betscore ist eine fremde Marke auf fremder Lizenz, die durch Schweizer DNS gesperrt werden kann. Wer aus der Schweiz spielt, sollte sich der Konsequenzen bewusst sein: keine lokale Aufsicht, keine lokale Sperre, keine Schweizer Gerichtsbarkeit im Streitfall. Die Werbung wirkt seriös; die Rechtslage nicht.

Wettigo

Der Name Wettigo klingt in der Deutschschweiz vertraut – «Wett» geht in deutschen Ohren in die richtige Richtung. Die Marke ist im Inland aber nicht zugelassen und steht, wie die übrigen ausländischen Anbieter in dieser Liste, vor der Möglichkeit einer DNS-Sperre durch die Schweizer Internetanbieter.

Die Verwechslungsgefahr ist die eigentliche Falle. Wettigo ist nicht die Schweizer Wette – die heisst Sporttip oder Jouez Sport. Wer in einer Suchmaschine nach «Wettigo Schweiz» sucht und auf der ersten Ergebnisseite landet, sollte prüfen, auf welche Domain er klickt, bevor er ein Konto eröffnet. Eine zweideutige Domain genügt, um im falschen Spielerkonto zu landen – mit allen Folgen für Auszahlung, Sperre und Steuer.

Was bleibt: Aus Schweizer Sicht ist Wettigo ein Offshore-Anbieter mit allen dazugehörigen Einschränkungen. Wer ihn nutzt, verlässt den Schutz des Schweizer Rechts – was bei einer Werbe-E-Mail, die den Anbieter eine Busse kosten kann, ein bewusster Schritt sein sollte. Der Name allein ist kein Ausweis.

Jackbit

Jackbit ist eine Marke, die im Krypto-Bereich aktiv ist; in der Schweiz ist sie nicht zugelassen. Die Frage, ob eine Auszahlung in Krypto oder in Franken erfolgt, hängt vom Anbieter ab – und genau das ist der Punkt, an dem die Schweizer Regeln enden: Auszahlungen von inländischen Anbietern gehen auf ein Konto im eigenen Namen, in Franken, ohne Krypto-Zwischenstation.

Wer Jackbit aus der Schweiz nutzt, verlässt diese Logik. Was an deren Stelle tritt, ist die AGB des Anbieters – und der nicht garantierte, aber mögliche Verlust des Guthabens über eine gesperrte Domain. Hinzu kommt eine zweite Marge: der Wechselkurs zwischen Franken und einer Krypto-Währung ist eine eigene Kostenstelle, die im Wettschein nicht ausgewiesen ist. Eine Wette, die zu einer Krypto-Adresse geht und in einer anderen Krypto-Währung zurückkommt, kann bei einem schwankenden Markt einen Verlust erzeugen, ohne dass die Wette selbst verloren wäre.

Was bleibt: Jackbit funktioniert in Märkten, in denen Krypto-Auszahlungen erlaubt sind. In der Schweiz ist das für lizenzierte Anbieter nicht möglich. Wer Jackbit nutzt, sollte die Auszahlungswege prüfen, bevor er die erste Einzahlung macht – und den Wechselkurs in seine Marge einrechnen.

Sportuna

Sportuna – ähnlicher Namensraum wie andere internationale Marken, aber in der Schweiz nicht zugelassen. Die übliche Konsequenz: Domain auf der Sperrliste, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Selbstsperre mit Wirkung. Eine Online-Registrierung ist möglich, aber die Verifikation entspricht nicht dem Schweizer Standard nach Art. 47-52 VGS; eine Spielersperre in der Schweiz hilft gegen Sportuna nicht.

Sportuna tritt im Werbeumfeld mit Sportwetten und Livewetten auf – ein Programm, das bei Schweizer Anbietern in der geschlossenen Liste der Gespa nicht vollständig abgebildet ist. Wer aus Sportuna die gewohnten Märkte sucht, findet sie bei Sporttip in einer kleineren Auswahl, dafür unter Schweizer Aufsicht. Wer den grösseren Markt sucht, bezahlt dafür den Wegfall des Schutzes – und genau diese Wahl sollte am Anfang stehen, nicht am Ende.

Was bleibt: Aus Schweizer Sicht ist Sportuna ein Offshore-Anbieter, der in Werbe-E-Mails auftaucht, in den Suchresultaten aber von der Gespa blockiert werden kann. Wer den Anbieter dennoch nutzt, sollte mit einem Pfad rechnen, der bei einer Domain-Sperre abbricht – und mit einer Auszahlung, deren Weg nicht im Schweizer Recht steht.

FortuneJack

FortuneJack richtet sich wie Jackbit eher an den Krypto-Markt und hat in der Schweiz keine Bewilligung. Was eine Wette hier kostet, hängt von den Hauptmärkten ab – Margen bewegen sich oft im niedrigen einstelligen Prozentbereich – und was eine Auszahlung kostet, hängt vom Anbieter ab und vom Wechselkurs zum Franken.

Was beim Krypto-Pfad hinzukommt, ist eine eigene Marge: Eine Wette, die 0’001 BTC kostet und 0.0012 BTC zurückbringen würde, kann bei einem fünf Prozent schwankenden Bitcoin-Kurs in Schweizer Franken bereits ein Verlustgeschäft sein – ohne dass die Wette verloren wäre. Wer das ignoriert, sieht im Konto eine negative Rendite, die nominell gar nicht existiert. Bei lizenzierten Schweizer Anbietern gibt es diese Rechnung nicht; sie rechnen in Franken, nicht in Krypto-Einheiten.

Was am Ende übrig bleibt: FortuneJack ist für Schweizer Wettende ein Offshore-Anbieter mit Krypto-Auszahlung, was die Schweizer Regeln durchbricht. Wer ihn nutzt, sollte den Wechselkurs als Teil der Wette mitrechnen – und nicht erwarten, dass die Gespa eine Sperre einträgt, die sie nicht eintragen kann, weil der Anbieter sie nicht kennt.

BetPanda

BetPanda – «.io»-Domain, ausländische Lizenz, keine Schweizer Bewilligung. Die Domain-Endung .io gehört nicht zur Schweiz und unterliegt der Sperrliste, sobald sie dort auftaucht. Eine Schweizer Adresse ist für die Registrierung nicht erforderlich, die Auszahlung erfolgt nach den Regeln des Anbieters – nicht nach denen der Eidgenössischen Spielbankenkommission oder der Gespa.

Die Wetten selbst – Hauptmärkte mit Margen im niedrigen einstelligen Prozentbereich – unterscheiden sich nicht gross von vergleichbaren internationalen Anbietern. Die Infrastruktur drum herum ist das, was hier zählt: keine Schweizer Selbstsperre, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Auszahlungs-Garantie, keine Anbindung an das schweizweite Sperrregister. Eine Werbung im Inland verstösst gegen Art. 74 Abs. 3 BGS – mit Folgen für den Anbieter, nicht für den Empfänger der Werbung.

Was bleibt: BetPanda ist ein Offshore-Anbieter, dessen Name in der Schweiz sonst nicht auftaucht. Wer ihn nutzt, sollte mit einer DNS-Sperre rechnen, mit einem Kontowechsel nach einer Sperrung und mit der Einsicht, dass jeder Franken, der im Inland nicht eingezahlt wird, im Inland auch nicht zurückgefordert werden kann.

Bahigo

Bahigo gehört zu den bekannteren Namen im internationalen Wettgeschäft, mit einer starken Präsenz in Afrika und Teilen Europas. In der Schweiz ist Bahigo nicht zugelassen; die übliche Konsequenz – DNS-Sperre, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Selbstsperre mit Wirkung.

Bahigo wirbt im Inland über Affiliate-Netzwerke. Solche Werbung ist nach Art. 74 Abs. 3 BGS für den Anbieter selbst strafbar – und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden. Wer die Werbung sieht, hat keine Strafbarkeit zu befürchten; wer die Werbung schickt, schon. Wer auf die Werbung klickt und ein Konto eröffnet, verlässt den Schweizer Rechtsrahmen und akzeptiert, dass eine DNS-Sperre den Zugang jederzeit beenden kann.

Was am Ende zählt: Bahigo ist ein ausländischer Anbieter, der im Inland beworben wird, was eigentlich verboten ist. Wer aus der Schweiz spielt, sollte nicht davon ausgehen, dass die Schweizer Aufsicht eingreift, wenn das Konto eines Tages eingefroren ist – sie hat schlicht keine Handhabe gegenüber dem, was im Ausland liegt.

Häufig gestellte Fragen

Nur die Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport haben in der Schweiz eine Veranstalter- und Spielbewilligung. Sie teilen das Land in zwei Vertragsgebiete – Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein einerseits, die Romandie andererseits. Wer im jeweils anderen Gebiet wohnt, kann beim fremden Veranstalter kein Konto eröffnen. Ausländische Marken dürfen in der Schweiz keine Sportwetten anbieten.

Steht American Football auf der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten?

Ja, das Endspiel der NFL ist Teil der regelmässig aktualisierten Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten. Wer dort steht, wird von den Schweizer Veranstaltern bewettbar angeboten. Was nicht auf der Liste steht – Eckballmärkte, Kartenmärkte, ein eigener E-Sport-Bereich – wird hier auch nicht angeboten. Die Liste ist abschliessend; eine aktuelle Version findet sich auf der Gespa-Website.

Wann und wo findet der nächste Super Bowl statt?

Der Super Bowl LXI ist für den 14. Februar 2027 im SoFi Stadium in Inglewood, Kalifornien angesetzt. Er wird wie üblich am zweiten Sonntag im Februar ausgetragen, 17 Tage nach dem Super Bowl LX vom 8. Februar 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara. Das SoFi Stadium fasst rund 70’000 Zuschauer; in der Schweiz übertragen Free-TV-Sender das Endspiel nicht live.

Was bedeutet die Marge einer Wette?

Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter von jeder Wette behält – unabhängig vom Ausgang. Bei einem ausgeglichenen Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von 95 Prozent und ein Hausanteil von 5 Prozent. Pro CHF 100 Einsatz fliessen rund CHF 5 an das Haus; die Wettenden teilen sich die CHF 95, die ausbezahlt werden. Bei einem unausgewogeneren Markt mit 1.40 / 3.00 steigt der Hausanteil auf etwa 6,5 Prozent.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Kombiwette?

Eine Kombiwette multipliziert die Quoten aller Auswahlen zu einer Gesamtquote. Bei vier Voraussagen mit Quoten von 2.10, 1.80, 2.50 und 1.95 ergibt sich eine Gesamtquote von rund 14.74; ein Einsatz von CHF 10 bringt damit rund CHF 147 Bruttogewinn. Verliert auch nur eine Auswahl, ist der Einsatz vollständig weg. Bei Sporttip gibt es ab vier Voraussagen einen Kombiboost auf den Nettogewinn – 5 Prozent bei vier, 100 Prozent bei fünfzehn Auswahlen.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»