Heinz-Wetten in der Schweiz: zwei Bewilligungen, 57 Wetten, klare Grenzen

Updated Oktober 2026
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Sechs Fussbälle liegen in zwei Reihen auf einem Rasen, das flache Abendlicht zieht lange Schatten über das Gras.

Eine Heinz-Wette bündelt 57 Einzelwetten auf sechs Auswahlen. Wer sie setzt, zahlt zuerst 57-mal, und erst die richtige Kombination legt den Gewinn darüber. In der Schweiz ist das Angebot an Systemwetten knapp, und es ist gesetzlich knapp: zwei Veranstalter dürfen Grossspiele durchführen, beide unter dem Namen ihrer staatlichen Lotterie, beide mit klaren Höchsteinsätzen. Genau diese zwei Anbieter führen Heinz und Super Heinz, beide innerhalb desselben regulatorischen Rahmens, beide mit sehr unterschiedlichen Hausregeln.

Die 57 Einzelwetten einer Heinz-Wette setzen sich aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette zusammen.

Wer eine Heinz-Wette in der Schweiz platzieren will, muss also nicht zwischen zehn Marken auswählen. Die richtige Frage ist die andere: Welcher der zwei Veranstalter passt zum eigenen Wettverhalten, und was kostet die Systemwette, wenn nur ein Teil richtig liegt? Dieser Text geht die Frage von der Einsatzseite her auf, weil 57 Einzelwetten das Risiko nicht nur streuen, sondern vervielfachen.

Stand der Daten: Oktober 19, 2026. Abgeglichen mit den Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Version 4.2), dem Reglement Jouez Sport (17. Auflage, September 2024) und der Aufsichtsliste der Gespa.

Rechtslage: warum die Auswahl an Schweizer Heinz-Anbietern so klein ist

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) zählt Sportwetten zu den Grossspielen und verlangt dafür je eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS). Eine ausländische Lizenz – aus Curaçao, Malta, Deutschland, woher auch immer – gilt in der Schweiz nicht (Art. 4 BGS). Wer hier ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, gewerbsmässig bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Spielenden selbst werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder eine Schweizer Spielsperre noch eine Schweizer Spielsuchtkontrolle über solche Anbieter.

Ein Brunnen auf einem Dorfplatz mit Kopfsteinpflaster, im Hintergrund eine Kirche mit Zwiebelturm und Berge.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000 und für eine Systemwette CHF 10'000.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Die zwei sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide sind Genossenschaften, beide sind der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern) unterstellt, nicht der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Die Liste der Gespa verzeichnet keine weiteren Sportwettenanbieter, weil es nach dem Gesetz keine weiteren geben darf. Was die Gespa veröffentlicht, ist die Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS blockieren.

Die zwei Veranstalter haben klar getrennte Vertragsgebiete. Sporttip wird in den Deutschschweizer Kantonen (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH), im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto lässt sich nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet eröffnen, und pro Person ist genau eines zugelassen.

Was gewettet werden darf, hält die Gespa in einer geschlossenen Liste autorisierter Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen fest (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS; Liste Stand 10.09.2026). Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows sind nicht zugelassen, Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Rangierungswetten nur, wenn es um die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder um das Podium geht. Eckball- und Kartenmärkte fehlen in der Liste, eine eigene esports-Sektion fehlt. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen.

Eine Heinz-Wette passt in dieses Korsett, weil sie über die ausgewählten Sportereignisse läuft und kein eigener Wetttyp im engeren Sinn ist, sondern eine Kombination erlaubter Auswahlen. Voraussetzung ist, dass die sechs (beim Super Heinz sieben) Auswahlen aus dem Wettprogramm stammen, das die zwei Veranstalter anbieten. Was die Heinz unter den Schweizer Regeln tatsächlich von einer «normalen» Kombiwette unterscheidet, ist die fehlende Pflicht, dass alle Auswahlen korrekt sein müssen. Die Regeln dazu stehen im Abschnitt «Wettmärkte und Aufbau».

Bewilligungsstatus und Hausordnung der zwei Anbieter unterscheiden sich vor allem in drei Punkten: Online-Konto nur im eigenen Vertragsgebiet, Mindesteinsatz und Höchsteinsatz pro Schein, Maximalgewinn pro Wette. Hier liegt der Hauptunterschied für eine Heinz, weil 57 Einzelwetten zusammen den Höchsteinsatz eines normalen Scheins schnell überschreiten.

Spielerschutz: was 57 Einzelwetten mit dem Spiellimit machen

Eine Heinz-Wette ist nicht riskant, weil die Auswahl so schwierig wäre. Sie ist riskant, weil 57 kleine Einsätze zu einem grossen Gesamteinsatz werden, bevor die erste Auswahl ausgegangen ist. Bei einem Einsatz von CHF 2 pro Linie liegt der Gesamteinsatz bereits bei CHF 114, bei CHF 5 sind es CHF 285, und beim Maximalwert, den Sporttip pro Systemwette zulässt (CHF 10’000), landet der Einzeleinsatz bei rund CHF 175 pro Linie, falls man die obere Grenze vollständig ausnutzen will. Wer mit einem kleineren Budget spielt, hat bei einer Heinz entsprechend weniger Spielraum pro Linie.

Ein Bleistift und ein Radiergummi liegen auf einem kleinen Stapel Notizzettel, gelbes Licht einer Schreibtischlampe.
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht.

Die Schweizer Spielregeln setzen dem drei Hebel entgegen. Erstens die Verlustlimiten, die jede spielende Person vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage festlegen muss. Die Obergrenze pro Person liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige gilt eine separate Limite von höchstens CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann freiwillig eine Einzahlungslimite für je 30 Tage gesetzt werden. Bei Swisslos heisst das Limitensystem die Verlustlimite, dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite; Loterie Romande nennt es Paramètres de Jeu, im Grundsatz aber mit denselben Stellschrauben.

Zweitens die Spielsperre. Bei Swisslos kann man sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos – stationär und online – und für Liechtenstein. Bei Loterie Romande ist das Vorgehen vergleichbar, eingebunden in dasselbe Register. Wer sich hat sperren lassen, kann während der Sperrdauer kein neues Konto eröffnen, weil die Identitätsprüfung gegen dieses Register läuft.

Drittens die Sperrliste der Gespa. Sie betrifft nicht die zwei bewilligten Veranstalter, sondern die ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Schweizer Internetanbieter blocken diese Domains per DNS, und die Liste wird regelmässig aktualisiert. Am Ende des Jahrs 2025 standen 671 Domains auf der Liste. Wichtig zu wissen: die Sperre ersetzt keine Selbstsperre. Sie hindert den Provider am Anbieten, nicht den Spielenden am Zugriff über einen anderen Weg. Wer sich selbst sperren will, geht den Weg über Sporttip oder Jouez Sport direkt.

Eine Auffälligkeit aus der Gespa-Praxis: Bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurde 2025 in 47,5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Aufsicht zeigt damit, dass die Schutzmassnahmen am Point of Sale nicht greifen, jedenfalls nicht zuverlässig. Online ist die Lage enger: Die Online-Registrierung verlangt einen Wohnsitz in der Schweiz (mindestens 18 Jahre alt) und die Identität wird gegen den hochgeladenen Ausweis und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Wer eine Heinz-Wette platzieren will, sollte die eigene Verlustlimite kennen, bevor der Schein fertig ist, und sollte den Schein so dimensionieren, dass auch im Verlustfall die 1-Tages- und 7-Tages-Limite nicht an einem einzigen Tag aufgebraucht wird. Bei einer Heinz ist das wegen der 57-fachen Hebelwirkung eine normale Vorsicht, keine Übervorsicht.

Wer sich vom Spielen ausnehmen lassen will, kann sich an die SSTM-Sperrstelle oder direkt an einen der zwei Veranstalter wenden. Für die ersten drei Monate einer Selbstsperre ist ohnehin keine Aufhebung möglich.

Wettmärkte und Aufbau: aus was eine Heinz besteht und was sie kostet

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht. Der Name kommt von der Heinz Ketchup-Werbung der 57 Sorten, nicht von irgendetwas anderem. Die 57 Wetten setzen sich zusammen aus 15 Doppelwetten, 20 Dreierwetten, 15 Vierfachwetten, 6 Fünffachwetten und 1 Sechsfachwette. Einzelwetten auf jede der sechs Auswahlen sind nicht enthalten; wer die mitnehmen will, muss sie zusätzlich spielen oder in einen anderen Wetttyp ausweichen.

Die Tabelle zeigt die Anzahl Wetten je nach Auswahl, um die Mechanik in einer Übersicht festzuhalten:

Wetttyp Auswahlen Einzelne Wetten
Trixie 3 4
Yankee 4 11
Canadian / Super Yankee 5 26
Heinz 6 57
Super Heinz 7 120
Goliath 8 247

Auszahlung gibt es bei einer Heinz-Wette, sobald mindestens zwei Auswahlen richtig liegen. Eine einzelne korrekte Auswahl reicht nicht, weil keine Einzelwette auf jede Auswahl im Schein steckt. Wer eine richtige Auswahl «mitnehmen» will, spielt sie separat als Einzelwette oder ergänzt die Heinz um eine zusätzliche Einzelwette pro Auswahl – der Aufwand wird dadurch grösser, aber die Trefferwahrscheinlichkeit für einen kleinen Return steigt.

Der Super Heinz ist die direkte Erweiterung auf sieben Auswahlen und besteht aus 120 Einzelwetten: 21 Doppel-, 35 Dreier-, 35 Vierfach-, 21 Fünf-, 7 Sechs- und 1 Siebenfachwette. Funktional ist es genau dieselbe Logik, nur mit einer weiteren Auswahl mehr und einem Sprung von 57 auf 120 Linien. Bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie liegt der Gesamteinsatz bei CHF 120 statt CHF 57.

Wer weiter gehen will, landet beim Goliath (8 Auswahlen, 247 Wetten). Diese Wetttypen zählen zu den Full-Cover-Wetten, die sämtliche möglichen Mehrfachwetten über die gewählte Anzahl Auswahlen abdecken. Die Mechanik bleibt gleich, der Einsatz steigt linear in der Anzahl Linien.

Die Quoten einer Heinz-Wette multiplizieren sich über jede Kombination. Bei einer Doppelwette ist die Gesamtquote das Produkt der zwei Einzelquoten, bei einer Sechsfachwette das Produkt aus sechs Einzelquoten. Der Gewinn errechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet, das ist die kaufmännische Schweizer Rundung und betrifft den ausgewiesenen Gewinn.

Für eine Beispielrechnung, was eine einfache Heinz-Wette bei kleinen Quoten zurückzahlt, hier eine fiktive Auswahl. Es geht um eine 6-fach-Heinz mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 auf zwei Auswahlenpaare, ergänzt mit drei weiteren Auswahlen, alle mit ähnlichen Quoten, und einem Einsatz von CHF 1 pro Linie, also CHF 57 Gesamteinsatz. Die genauen Detailquoten stehen im Abschnitt «Auszahlung»; die Mechanik bleibt, was sie ist: Sobald mindestens zwei Auswahlen richtig sind, beginnen die Doppel zu gewinnen; ab drei richtigen die Dreier, und so weiter. Eine vollständig richtige Sechsfachwette zahlt das höchste aus, eine Sechsfachwette mit nur fünf richtigen Auswahlen das Fünffache einer Fünfer-Kombi auf den richtigen fünf, und so weiter.

Wichtig für die Hausordnung der zwei Schweizer Veranstalter:

Wer auf den ersten Blick liest, sieht nur verschiedene Zahlen. Wer auf den zweiten Blick liest, sieht die Konsequenz für eine Heinz: Bei Sporttip ist der Hebel nach oben grösser, eine 10’000-Franken-Heinz ist möglich; bei Jouez Sport ist der Hebel nach oben enger begrenzt, dafür greift die Gesamtlimite pro Schein früher. Bei Sporttip ist der Mindesteinsatz niedriger, bei Jouez Sport die Quote-Deckelung stringenter.

Cash-Out ist bei Sporttip verfügbar, aber eingeschränkt: nur für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online, nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Über Cash-Out bei der Loterie Romande schweigen die verfügbaren Reglemente, es ist also nicht stillschweigend vorauszusetzen.

Bei Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Schiedsrichter-Entscheidungen) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist relevant für Heinz-Wetter:innen, die live nachsetzen wollen – eine «sichere» Livewette nach dem Tor ist keine sichere Wette.

Sporttip kombiniert voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Bei einer Heinz bedeutet das: zwei Auswahlen aus dem gleichen Spiel sind über die normale Heinz-Mechanik in der Regel nicht möglich, sie müssen separat oder über den Bet-Builder laufen.

Der Sporttip-Kombiboost ist nur online verfügbar (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solcher Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Für eine Heinz-Wette passt der Boost damit, sofern alle sechs (oder sieben beim Super Heinz) Auswahlen die Mindestquote 1.50 erreichen – fünf von sechs reichen formal, dann beginnen die Fünfer-Kombis zu zählen.

Quotenboosts und Profitboosts sind bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten nutzbar, pro Wettenden nur einmal einsetzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Bei einer Heinz sind diese Boosts nicht anwendbar, weil sie sich auf Einzelwetten beziehen.

Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einer Heinz mit nur einem abgesagten Ereignis bedeutet das: alle Wetten, die diese Auswahl enthalten, werden mit 1.00 gewertet, der Rest bleibt regulär. Damit kollabieren die höheren Kombinationen (Fünfer, Sechser) zu reinen Vierer- oder Fünfer-Wetten ohne die betroffene Auswahl. Bei mehreren Absagen verkleinert sich das Wettuniversum entsprechend.

Auszahlung: was eine Sechsfach-Heinz bei kleinen Quoten wirklich zurückzahlt

Das Beispiel zeigt, was eine vollständig richtige Sechsfach-Heinz bei einem Einsatz von CHF 1 pro Linie zurückzahlt. Die Auswahlquoten sind illustrativ: 1.50, 2.00 und 2.50 für je zwei Auswahlen, dazu kommt eine Auswahl mit 3.00 als illustratives Beispiel. Die Mechanik dahinter: für jedes mögliche Sechser-Produkt ergibt sich die Gesamtquote aus dem Produkt der sechs Einzelquoten, der Gewinn aus dieser Gesamtquote mal dem Linieneinsatz von CHF 1.

Für eine rein illustrative Rechnung mit den sechs Quoten 1.50, 1.50, 2.00, 2.00, 2.50, 2.50 beträgt die Gesamtquote der Sechsfachwette demnach 56.25. Bei einem Einsatz von CHF 1 auf der Sechser-Linie ergibt das bei einem einzigen richtigen Schein mit allen sechs Treffern einen Gewinn aus dieser Linie von CHF 56.25 (vor der Schweizer Rundung auf 5 Rappen genau: CHF 56.20). Die anderen 56 Linien zahlen je nach Auswahl positive Quoten, der Bruttoertrag aus der Heinz hängt davon ab, wie viele Auswahlen richtig sind.

Das ist die Mechanik, nicht ein konkreter Tipp. Bei einer realen Heinz hängt der Ertrag vom konkreten Trefferbild ab – eine Sechs-aus-Sechs ist das Maximum, eine Vier-aus-Sechs (alle Doppel, Dreier und Vierer mit Gewinn, keine Fünfer und keine Sechser) ist deutlich kleiner und kann unter dem Einsatz liegen. Die Rechnung oben zeigt nur, was die Quote einer einzelnen Sechser-Linie hergibt, nicht den Gewinn über alle 57 Linien.

Wer den eigenen Spielraum ausreizen will, dimensioniert die Heinz anhand der Verlustlimite. Beispiel: Wer ein Tageslimit von CHF 100 gesetzt hat und eine Heinz mit sieben Auswahlen (Super Heinz, 120 Linien) spielen will, hat pro Linie rund CHF 0.83. Das passt unter die Mindestlimite von Sporttip für Systemwetten (CHF 1 pro Linie, sofern der Wettschein diese Mindestgrenze insgesamt hält) und ist eine ordentliche Wahl, wenn das Tageslimit nicht gerade ausgereizt werden soll.

Wer eine Heinz rechnet, rechnet am besten mit dem Gesamteinsatz: 57 × Linieneinsatz. Bei CHF 2 pro Linie liegt der Einsatz bei CHF 114, der Schein liegt unter der Sporttip-Limite (CHF 10’000) und über der Jouez-Sport-Multiples-Limite nur, wenn die Mehrfachlimite bei CHF 7’500 darübersteht (CHF 114 ist weit darunter). Bei CHF 5 pro Linie liegt der Einsatz bei CHF 285, bei CHF 10 bei CHF 570, bei CHF 50 bei CHF 2’850, bei CHF 100 bei CHF 5’700. Erst sehr hohe Linieneinsätze erreichen die CHF 7’500-Grenze bei Jouez Sport.

Ranking: wie sich die zwei Schweizer Heinz-Anbieter und die ausländischen Marken gegenüberstehen

Die Vorstellung, man könne zwischen zehn Heinz-Wettanbietern in der Schweiz wählen, geht an der Realität vorbei. Die Auswahl ist zwei Marken gross, beides Schweizer Veranstalter, beides Lotteriegesellschaften. Wer eine dritte Marke in Betracht zieht, bewegt sich ausserhalb des Schweizer Bewilligungsrahmens. Das Ranking hier vergleicht die zwei Veranstalter und nimmt die ausländischen Marken als Referenz mit auf, ohne sie als gleichwertige Alternative zu behandeln.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter / berichtete Lizenz
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft (Basel); Aufsicht Gespa
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, SR 935.51) Société de la Loterie de la Suisse Romande; Aufsicht Gespa
Rainbet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
BassBet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Pribet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Rabona Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
GG Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
BetLabel Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
Bettilt Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)
N1 Bet Keine Schweizer Bewilligung Ausländische Lizenz, in der Schweiz ohne Kraft (Art. 4 BGS)

Die Tabelle ist absichtlich nüchtern gehalten: Spalte für Spalte Bewilligungsstatus, Veranstalter und Lizenz. Die zwei oberen Zeilen sind die einzigen Anbieter, bei denen eine Heinz-Wette in der Schweiz legal gespielt werden kann, und zwar jeweils nur von Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet. Die acht unteren Zeilen sind ausländische Marken, die in der Schweiz nicht bewilligt sind; eine Lizenz aus dem Ausland hat im Schweizer Recht keinen Wert (Art. 4 BGS).

Wer aus dem Ausland oder aus dem anderen Sprachraum eine Heinz spielen will, hat nur die zwei oberen Optionen mit der Einschränkung des Vertragsgebiets. Wer hingegen einen Schweizer Wohnsitz hat, hat genau eine Option pro Vertragsgebiet. Wer zwischen den zwei Anbietern wählt, vergleicht Hausregeln, nicht Bewilligungen – die Bewilligung ist in beiden Fällen gleich, weil beide unter demselben Gesetz stehen.

Die Tabelle zeigt keine Spalte zu Quoten, Auszahlungszeiten oder Boni, weil weder die zwei Veranstalter noch die ausländischen Marken einen vergleichbaren Datensatz zu Heinz-Quoten veröffentlichen. Wer vor dem Abschluss steht, prüft die Quote anhand der konkreten Auswahl im Wettprogramm des Anbieters. Die Hausregeln zu Mindest- und Höchsteinsätzen sind im Abschnitt zu den Wettmärkten oben aufgeführt.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip, gedeckt in den Deutschschweizer Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto ist nur mit Wohnsitz in diesem Vertragsgebiet möglich, die Identität wird gegen den hochgeladenen Ausweis und gegen Adressdatenbanken geprüft, und pro Person ist nur ein Konto zugelassen.

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1. Der Höchsteinsatz ist CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern. Beim Kombiboost, der nur online gilt (Prematch, Live, Systemwetten), ist eine Mindestquote von 1.50 je Voraussage erforderlich, der Bonus auf den Nettogewinn steigt von 5 % bei vier über 20 % bei sieben und 40 % bei zehn bis 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Quotenboosts und Profitboosts sind nur für Prematch-Einzelwetten nutzbar, jeweils einmal pro Person, in Einsatz und Erhöhung limitiert.

Cash-Out ist verfügbar für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, nur online, nur als vollständiges Cash-Out. Es gibt keine Garantie für jeden Markt, der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der nicht vorzeitige Gewinn und Swisslos kann ihn jederzeit ändern. Sporttip schliesst Kombinationen aus dem gleichen Spiel grundsätzlich aus, eine Ausnahme ist die Bet-Builder-Funktion; Swisslos kann irrtümlich angenommene Kombinationen für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Verlustlimiten sind vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, die Obergrenze pro Person liegt bei CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, dazu kommt die freiwillige Einzahlungslimite für je 30 Tage. Wer sich selbst sperren lassen will, kann das produktbezogen für 1 bis 180 Tage tun, ohne vorzeitige Aufhebung; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos (stationär und online) und für Liechtenstein.

Für eine Heinz- oder Super-Heinz-Wette ist Sporttip unter den zwei Veranstaltern die offensichtliche Wahl, wenn das Vertragsgebiet passt: höhere Höchsteinsätze, ein Kombiboost, der für Systemwetten greift, eine vergleichsweise lange Liste an Wettmärkten. Wer auf eine Heinz mit maximalem Hebel setzen will, kann die CHF 10’000-Systemwetten-Limite annähernd ausreizen, sofern das eigene Tages- oder Wochenspielraum dies erlaubt. Wer ein kleines Budget hat, ist mit dem Mindesteinsatz von CHF 1 pro Linie ohne Schwierigkeiten dabei, der CHF 57-Gesamteinsatz einer Standard-Heinz ist unter jeder normalen Verlustlimite.

Wertung: Passend für Leser:innen aus den Deutschschweizer Kantonen, dem Tessin und Liechtenstein, die höhere Einsätze spielen wollen, den Kombiboost nutzen möchten und mit Cash-Out arbeiten. Weniger passend für Leser:innen aus der Romandie, die kein Konto eröffnen können, und für Leser:innen, die sehr hohe Gesamtgewinne über CHF 300’000 anstreben – das ist eine Frage der Gewinnbegrenzung der Loterie Romande, nicht von Sporttip.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande) betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Loterie Romande hat nach eigenen Angaben 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Online-Konten sind auf Personen mit Wohnsitz im Vertragsgebiet beschränkt, die Identitätsprüfung läuft nach demselben Muster wie bei Swisslos.

Bei Jouez Sport liegt der Mindesteinsatz online bei CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2). Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten ist CHF 500, ein Wettschein mit Multiples darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombiwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Cash-Out und sonstige Live-Features sind in den verfügbaren Reglementen nicht eigens ausgewiesen.

Für eine Heinz- oder Super-Heinz-Wette mit 57 oder 120 Linien ist die CHF 7’500-Mehfachfachlimite pro Schein der harte Rahmen. Bei CHF 2 pro Linie (Mindesteinsatz für Multiples) liegt der Einsatz bereits bei CHF 114 für die Standard-Heinz und bei CHF 240 für die Super-Heinz; bei CHF 5 pro Linie sind es CHF 285 beziehungsweise CHF 600; bei CHF 10 sind es CHF 570 und CHF 1’200. Die CHF 7’500-Grenze wird erst bei einem Linieneinsatz von rund CHF 131 (Standard-Heinz) oder CHF 62 (Super-Heinz) erreicht – Grössenordnungen, die deutlich über dem Mindesteinsatz liegen. Wer mit kleineren Einsätzen spielt, merkt von dieser Grenze nichts.

Wertung: Passend für Leser:innen aus der Romandie, die mit kleineren bis mittleren Einsätzen spielen und keine Funktionen wie den Sporttip-Kombiboost vermissen, weil dieser bei der Loterie Romande nicht angeboten wird. Weniger passend für Leser:innen, die grosse Einsätze oder sehr hohe Maximalgewinne jenseits CHF 300’000 anstreben.

Rainbet, BassBet, Pribet, Rabona, GG Bet, BetLabel, Bettilt, N1 Bet

Diese acht Marken führen ausländische Lizenzen, die nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Kraft haben. Keine dieser Marken hat eine Schweizer Bewilligung, kein Anschluss an das schweizweite Spielsperren-Register und keine Schweizer Beschwerdestelle. Die Domains können jederzeit auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, Schweizer Internetanbieter blocken sie dann per DNS. Die Sperrliste wird kontinuierlich erweitert; wer über einen anderen Weg auf eine solche Domain zugreift, spielt weiterhin auf einer Plattform ohne Schweizer Aufsicht.

Für eine Heinz- oder Super-Heinz-Wette gilt: Die Mechanik ist bei vielen dieser Anbieter verfügbar, mitunter mit anderen Limits und anderen Quoten als bei den zwei Schweizer Veranstaltern. Wer dort spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens. Die Spielregeln der Plattform sind die Hausregeln der jeweiligen Betreiber; Schweizer Verlustlimiten, Spielsperren oder Schutzregeln greifen nicht. Im Konfliktfall ist die einzige Anlaufstelle der Sitzstaat der jeweiligen Lizenz, nicht die Schweiz.

Die Werbe- und Bonusmechaniken, mit denen diese Marken um Spielende werben, fallen in der Schweiz unter das Werbeverbot für nicht bewilligtes Glücksspiel (Art. 74 Abs. 3 BGS, Busse bis CHF 500’000 nach Art. 131 BGS). Wer eine Plattform bewirbt, die in der Schweiz nicht bewilligt ist, kann sich strafbar machen. Wer dort spielt, macht sich nicht strafbar – aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schweizer Spielsperre, die diese Marken erfasst.

Wertung: Passt nur für Leser:innen, die ausdrücklich eine Plattform ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens suchen und die Konsequenzen (keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Spielsperren-Register, keine Schweizer Beschwerdestelle, mögliche Einziehung im Strafverfahren, ausländische Gewinne nach kantonaler Praxis voll steuerpflichtig, etwa in Thurgau) tragen wollen. Weniger passend für jede Leserin und jeden Leser, die oder der im Schweizer Schutzsystem spielen will.

Steuern und Auszahlung: was vom Gewinn übrig bleibt

Die Schweiz besteuert Gewinne aus bewilligten Grossspielen oberhalb eines Schwellenwerts und kapitalgewinnsteuerfrei darunter. Massgebend ist die Verrechnungssteuer: bis zum Freibetrag ist der Gewinn steuerfrei, darüber behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die mit der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Der Bund hebt seinen Freibetrag auf CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 an, der im Jahr 2025 bei CHF 1’070’400 lag. Die kantonalen Freibeträge fallen teils niedriger aus, daher gilt «je nach Kanton». Eine typische Heinz-Wette liegt weit unterhalb dieses Freibetrags; auf den Gewinn fällt also weder Einkommenssteuer noch Verrechnungssteuer an.

Für Gewinne aus ausländischen Anbietern gilt die Verrechnungssteuer nicht, weil kein Schweizer Veranstalter eingreift. Die kantonale Praxis ist uneinheitlich: Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig vom Betrag als voll steuerpflichtiges Einkommen. Andere Kantone ziehen den gleichen Freibetrag wie bei Schweizer Grossspielen, je nach Regel. Wer dort spielt, fragt die kantonale Steuerverwaltung.

Die Auszahlung läuft auf das hinterlegte Zahlungskonto im eigenen Namen; anonymer oder Krypto-Auszahlungen existieren in der Schweizer bewilligten Welt nicht. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet, das ist die kaufmännische Schweizer Rundung und betrifft den ausgewiesenen Gewinn. Bei Loterie Romande ist die Rundungsregel in den verfügbaren Auszügen nicht eigens dokumentiert.

Auf den Stakes selbst fällt keine Schweizer Wettsteuer an. Die Wettsteuer, die etwa in Deutschland auf den Einsatz erhoben wird, existiert in dieser Form in der Schweiz nicht. Wer einmal die Steuerlast einer ausländischen Buchmacherrechnung mit der einer Schweizer gegenüberstellt, sieht den Unterschied: Ausländische Anbieter ziehen die Wettsteuer direkt vom Einsatz oder vom Gewinn ab.

Was eine Heinz-Wette wirklich kostet: Kostenrechnung über 57 Linien

Eine vollständig richtige Sechsfach-Heinz mit Quoten zwischen 1.50 und 2.50 und einem Linieneinsatz von CHF 1 hat einen Gesamteinsatz von CHF 57. Beispielhafte Auszahlungen je nach Trefferbild:

Die Bandbreite der Auszahlung reicht also von knapp über null (eine richtige) bis zur vollen Ausschöpfung (sechs Richtige). Wer eine Heinz spielt, akzeptiert damit einen Teil der Linien als Verlust, in der Hoffnung, dass die Mehrfach-Kombinationen den Verlust überkompensieren. Das ist die Mechanik, nicht ein Rezept: keine Faustregel macht eine Heinz profitabel, und keine Quote ist «zu gut», um das Verlustrisiko der 53 leer ausgehenden Linien aufzuwiegen.

Beim Super Heinz (7 Auswahlen, 120 Linien) gilt dieselbe Logik mit grösserer Spreizung: Ein Gesamteinsatz von CHF 120 (CHF 1 pro Linie), ein Return, der nur bei sehr breit gestreuten richtigen Auswahlen den Einsatz überschreitet. Wer den Hebel maximieren will, ist mit dem Super Heinz oder Goliath näher dran, riskiert aber einen grossen Anteil des Einsatzes auch bei nur wenigen falschen Auswahlen.

Häufige Fragen

Welche Anbieter in der Schweiz dürfen Systemwetten wie die Heinz-Wette anbieten, und wer kontrolliert diese?

Nur Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) führen als bewilligte Veranstalter Sportwetten in der Schweiz durch, gestützt auf das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Aufsichtsbehörde ist die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); die Gespa-Sperrliste blockiert Domains nicht bewilligter Anbieter per DNS.

Wie funktioniert eine Heinz-Wette?

Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf sechs Auswahlen, die aus 57 einzelnen Wetten besteht: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Es gibt eine Auszahlung ab zwei richtigen Auswahlen; eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht, weil keine Einzelwetten auf die Auswahlen im Schein enthalten sind. Die Quote einer Linie ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten.

Aus wie vielen Einzelwetten besteht eine Heinz-Wette, und was ist der Unterschied zur Super-Heinz-Wette?

Die Heinz-Wette umfasst 57 Einzelwetten auf sechs Auswahlen. Der Super Heinz erweitert das Prinzip auf sieben Auswahlen und besteht aus 120 Einzelwetten: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebener. Beide gehören zu den Full-Cover-Wetten, die alle möglichen Mehrfachwetten über die gewählte Anzahl Auswahlen abdecken.

Wie hoch fällt der Gesamteinsatz bei einer Heinz-Wette aus, wenn pro Einzelwette ein fester Betrag gilt?

Bei einem Linieneinsatz von CHF 1 liegt der Gesamteinsatz einer Heinz bei CHF 57, bei CHF 2 bei CHF 114, bei CHF 5 bei CHF 285 und bei CHF 10 bei CHF 570. Beim Super Heinz multiplizieren sich die Werte mit 120 statt 57. Bei Sporttip ist der Höchsteinsatz für eine Systemwette auf CHF 10’000 begrenzt, bei Jouez Sport liegt die Mehrfachfachlimite pro Schein bei CHF 7’500.

Wie viele Auswahlen müssen mindestens richtig sein, damit eine Heinz-Wette etwas auszahlt?

Mindestens zwei der sechs Auswahlen müssen richtig sein, damit eine Heinz-Wette eine Auszahlung bringt. Eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht, weil keine Einzelwetten im Schein enthalten sind. Je mehr Auswahlen richtig sind, desto mehr Linien greifen: ab zwei Richtigen nur die Doppel, ab drei die Dreier, ab vier die Vierer, ab fünf die Fünfer, ab sechs die Sechser.

Welche Einsatzgrenzen gelten bei Systemwetten von Sporttip?

Bei Sporttip ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Bei Jouez Sport liegt der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten bei CHF 500, ein Mehrfachwetten-Schein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»