Biathlon wetten in der Schweiz – was es kostet und wer es anbietet
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026: geprüft gegen die Spielregeln Sporttip Version 4.2 sowie gegen die Angaben der Gespa-Liste für bewilligte Sportarten und Wettarten.
Biathlon ist eine Randsportart im Wettprogramm. Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel stehen über den Winter verteilt auf dem Programm, und wer auf den Ausgang eines Rennens wetten will, muss zuerst eine rechtliche Hürde nehmen: In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten, und das Angebot ist eine geschlossene Liste. Was erlaubt ist, wer anbietet, wie eine Quote entsteht und was ein Tipp tatsächlich wert ist – diese vier Punkte bestimmen, was eine Wette auf Biathlon in der Schweiz im Winter 2026 taugt. Die folgenden Abschnitte gehen sie der Reihe nach durch.
Die Rechtslage: wer in der Schweiz auf Biathlon wetten darf
Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) unterscheidet zwischen Grossspielen und Spielen in kleinerem Rahmen. Online-Sportwetten zählen zu den Grossspielen, brauchen eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spielform (Art. 21–25 BGS), und sie gelten nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, nicht die ESBK, die nur Casinos überwacht. Seit dem Geldspielkonkordat, das am 1. Januar 2021 in Kraft getreten ist, haben die Kantone die Zahl der Veranstalterinnen von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.

Diese zwei sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Jede der beiden Gesellschaften bedient klar umrissene Kantone: Swisslos die Deutschschweiz, das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH sowie TI), die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone (FR, GE, JU, NE, VD, VS). Wer ein Online-Konto eröffnen will, muss volljährig sein, einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin haben, und die Identität wird über einen Ausweis geprüft, dessen Daten gegen Adressdatenbanken abgeglichen werden. Eine zweite Registrierung derselben Person ist ausgeschlossen. Das schweizweite Register für Spielsperren wird automatisch abgefragt; wer dort eingetragen ist, kann kein Konto eröffnen.
Welche Sportarten und Wettarten überhaupt angeboten werden dürfen, bestimmt die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Stand 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Biathlon ist dort als Wintersport aufgeführt; was im Einzelfall wettbar ist, hängt davon ab, ob der jeweilige Wettbewerb und die jeweilige Wettform auf der Liste stehen. Qualifikationsläufe sind nur wettbar, wenn sie gelistet sind; Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie gelistet sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind nicht erlaubt. Eckball- oder Kartenmärkte – im Fussball alltäglich – existieren in der Gespa-Liste nicht, ebenso wenig eine eigene Sektion für E-Sport. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind vom Wetten ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Livewetten sind erlaubt, Prematch und live, soweit die Veranstalterin über eine entsprechende Bewilligung verfügt. Das BGS kennt keine gesetzliche Einschränkung bestimmter Live-Märkte, anders als in manchen ausländischen Regelwerken. Cash-Out ist nicht regulatorisch vorgegeben, sondern eine Funktion, die jede Veranstalterin in ihren eigenen Regeln beschreibt. Bei Sporttip ist Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, prematch und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; eine Garantie, dass Cash-Out für jeden Markt angeboten wird, besteht nicht, und ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Über virtuelle Sportarten schweigt sich die Gespa-Liste aus; zur E-Sport-Lage gilt schlicht, dass er in der Liste nicht auftaucht.
Ausländische Marken wie myBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet oder Sportaza besitzen keine Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat hier keine Wirkung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Spielerinnen und Spieler werden nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schweizer Schutz und keine Beschwerdestelle. Die Gespa führt eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, blockierte Domains werden im Domain-Hopping oft innert Stunden ersetzt. Auf der Liste namentlich erwähnt sind Interwetten und Bet-at-Home, und auch bet365 steht dort.
Verantwortungsvolles Wetten: Limiten, Sperren, was es wirklich kostet
Die Sportwette lebt vom Limit, nicht vom grossen Gewinn. Wer in der Schweiz bei Sporttip oder Jouez Sport eine Wette platziert, setzt sich vor der ersten Teilnahme selbst Grenzen. Die Veranstalterinnen sind gesetzlich verpflichtet, mindestens einen Höchstwert für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust zu verlangen (Art. 87 VGS); die konkreten Werte legt der Anbieter fest, nicht der Staat. Bei Swisslos sind das Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 (für unter 21-Jährige CHF 1’000). Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden – das ist mehr als die gesetzlichen 24 Stunden und gibt dem Spieler eine zusätzliche Bedenkzeit. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Es gibt keinen gesetzlich fixierten Einzahlungshöchstbetrag; die in anderen Märkten diskutierten 1’000-Franken-Deckel existieren in dieser Form nicht.

Daneben steht die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in ein schweizweites Register eingetragen und gilt auch für Casinos und Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS), und eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten wieder aufheben (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Ein nüchterner Blick auf die Realität gehört dazu: Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt, und in 47,5 % von 200 Versuchen wurde an Minderjährige eine Sportwette verkauft. Wer den stationären Verkauf als «streng kontrolliert» verkauft, beschönigt die Lage. Online ist die Kontrolle dichter, weil die Identitätsprüfung am Bildschirm stattfindet – aber auch dort gilt: Wer sich auf das eigene Limit verlässt, hat den wichtigsten Schutzschalter selbst in der Hand.
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen oder Kryptowährungen gibt es bei bewilligten Schweizer Anbietern nicht, ebenso wenig eine Kreditierung an Spielerinnen und Spieler (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmittel eine Veranstalterin konkret akzeptiert, steht in ihren eigenen Bedingungen. Eine schweizweite Zahlungsblockade gegen unbewilligte Wettseiten existiert nicht; wer mit Karte oder Banküberweisung auf einem Offshore-Anbieter einzahlt, wird von der Schweizer Bankenaufsicht nicht aufgehalten.
Biathlon als Wettsport: Disziplinen, Spielplan und was eine Quote abbildet
Biathlon ist eine Kombination aus Ausdauer und Präzision. Sieben Disziplinen stehen im Weltcup: Einzel, Sprint, Verfolgung, Massenstart, Staffel, Mixed-Staffel und Single-Mixed-Staffel. Die Distanz zu den Scheiben beträgt 50 m; die Trefferfläche misst 4,5 cm im Liegendschiessen und 11,5 cm im Stehendschiessen. Ein Fehlschuss hat unterschiedliche Konsequenzen je nach Disziplin: in Sprint, Verfolgung, Massenstart und Staffel eine Strafrunde von 150 m, in der Single-Mixed-Staffel 75 m, im Einzelrennen eine Strafminute. Die Biathlon-Weltmeisterschaften der Männer fanden 1958 erstmals in Saalfelden statt, die der Frauen ab 1984; seit 1989 werden sie gemeinsam ausgetragen. Im olympischen Programm steht Biathlon seit 1960 mit dem 20-km-Rennen der Männer; Frauen starteten 1992 in Albertville. Der Weltverband IBU entstand nach der Saison 1993/94, als sich der Biathlon von der UIPMB trennte. Im Weltcup gibt es seit der Saison 2022/23 für einen Sieg im Einzelrennen 90 Punkte (zuvor 60 Punkte von 2008/09 bis 2021/22); die Gesamt- und Disziplinensieger erhalten Kristallkugeln, grosse und kleine. Rekordsieger im Gesamtweltcup sind bei den Männern Martin Fourcade mit 7, bei den Frauen Magdalena Forsberg mit 6.
Was heisst das für eine Wette? Eine Quote auf einen Biathlon-Sprint bildet nicht nur die Wahrscheinlichkeit ab, mit der ein Athlet oder eine Athletin das Rennen gewinnt, sondern auch die Streuung des Felds. Im Biathlon entscheidet das Schiessen über den Ausgang, nicht die Laufstärke allein; ein Athlet, der eine Strafrunde läuft, verliert im Sprint etwa 25 Sekunden, in der Verfolgung weniger, im Massenstart noch weniger. Die Quote auf einen Athleten mit hoher Schiessquote spiegelt diese Stetigkeit; die Quote auf einen Läufer mit hoher Geschwindigkeit, aber wechselhafter Schiessleistung, schwankt stärker.
Der Spielplan des Winters verteilt die Wettmöglichkeiten: Der Weltcup beginnt traditionell Ende November und endet im März, mit Weltmeisterschaften in einer der Stationen. Für Schweizer Wettende bedeutet das: von Ende November bis Mitte März kann auf Rennen gewettet werden – sofern die jeweilige Disziplin und der Wettbewerb auf der Gespa-Liste stehen. Steht ein Rennen dort nicht, fehlt es auch im Wettprogramm.
Der Vergleich: die zwei bewilligten Anbieter und acht ausländische Marken ohne Schweizer Lizenz
Die Gesetzeslage in der Schweiz führt zu einer ungewöhnlichen Marktsituation. Auf der einen Seite stehen zwei Anbieterinnen mit Schweizer Bewilligung: Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide haben eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für Sportwetten als Grossspiel, beide werden von der Gespa beaufsichtigt, beide sind an die BGS-Bestimmungen gebunden, beide schütten ihre Reingewinne an die kantonalen Fonds und an die Stiftung Sportförderung Schweiz aus – Swisslos für 2025 mit CHF 562 Mio. Reingewinn, davon CHF 109 Mio. aus den Sportwetten. Auf der anderen Seite stehen ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung, deren Lizenzen aus anderen Rechtsräumen in der Schweiz keine Wirkung entfalten.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalterin / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung als Grossspiel (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung als Grossspiel (BGS) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| myBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| Jackbit | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| Boomerang Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
| Sportaza | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz ausgewiesen: nicht etabliert |
Die Tabelle trennt zwei Gruppen, die das BGS klar trennt. Die zwei bewilligten Anbieterinnen decken zusammen die ganze Schweiz ab – Swisslos die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, die Loterie Romande die Westschweiz –, aber innerhalb ihrer Vertragsgebiete sind sie die einzigen legalen Adressen für Sportwetten. Die acht ausländischen Marken tauchen in der Wahrnehmung vieler Wettender auf, weil sie im Internet sichtbar sind, Werbung schalten und Quoten anbieten. Sie haben in der Schweiz keine Bewilligung, keinen Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Beschwerdestelle, und ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer dort spielt, spielt ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens.
Was die zwei bewilligten Anbieter konkret bieten
Swisslos Sporttip ist die Adresse für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein. Der Mindesteinsatz pro Einzel- und Kombinationswette beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, bei Systemwetten CHF 10’000. Diese Limiten sind betriebliche Bedingungen, die Swisslos jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern kann; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Vor der ersten Teilnahme stehen die Verlustlimiten, und Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten als vollständiges Cash-Out, prematch und live, aber nur online und ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag fällt tiefer aus als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit angepasst werden – Cash-Out ist also ein variables Angebot, kein fest zugesicherter Service. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten, Profitboosts erhöhen den Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen Prozentsatz; beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Mindestquote von je 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen, ebenfalls in Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert. Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, und wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses nicht wetten.
Loterie Romande Jouez Sport (jeux.loro.ch) bedient die Westschweiz aus Lausanne, mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Wer dort spielt, findet ein ähnlich strukturiertes Angebot, weil beide Veranstalterinnen unter dem gleichen BGS-Regime arbeiten: Limits vor der ersten Wette, Spielsperre-Register, Identitätsprüfung, keine Kreditierung. Welche konkreten Mindest- und Höchsteinsätze, welche Boost-Formen und welche Cash-Out-Bedingungen Jouez Sport anbietet, steht in den eigenen Spielregeln der Loterie Romande. Beide Veranstalterinnen sind keine «Wettanbieter» im branchenüblichen Sinn mit Hunderten Märkten pro Spiel; sie sind gemeinwohlorientierte Lotteriegesellschaften, deren Reingewinn in die Kantone fliesst.
Was die acht ausländischen Marken bieten – und was sie in der Schweiz nicht bieten
myBet, 22Bet, Jackbit, Interwetten, AmunRa, 20Bet, Boomerang Bet und Sportaza haben in der Schweiz keine Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Rechtsraum – hat hier keine Wirkung. Wer dort ein Konto eröffnet, ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, hat keine Schweizer Beschwerdestelle, und im Streitfall gilt das Recht des Lizenzlandes, nicht das Schweizer Recht. Die Gespa kann die Domains auf die Sperrliste setzen, was die Erreichbarkeit per DNS-Block einschränkt – aber Domain-Hopping, also der schnelle Wechsel auf eine neue Domain, macht diese Sperre zu einer Sisyphos-Arbeit. Wer auf einer dieser Plattformen spielt, sollte sich bewusst sein, dass Einsätze und Gewinne im Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden können und kein Schutz nach BGS greift.
Gleichzeitig verlangt die redliche Bewertung, was die Rede verschweigt: Diese Anbieter werben mit einem breiteren Wettprogramm, mitunter mit Biathlon-Wetten auf Rennen, die auf der Schweizer Gespa-Liste nicht stehen, und mit Quoten, die je nach Markt über oder unter den Schweizer Quoten liegen können. Das ist im ausländischen Markt, wo sie bewilligt sind, ihr Angebot – in der Schweiz ist es schlicht nicht erlaubt.
Wer aus dem Vergleich als Sieger hervorgeht – und für wen
Wer in der Schweiz wettet und auf Biathlon setzen will, hat keine Wahl zwischen vielen Anbietern. Er hat die Wahl zwischen zwei bewilligten Adressen, deren Angebot von der Gespa-Liste abhängt, und einer Grauzone, die offiziell keine ist. Für die meisten Wettenden, die einen Wettschein im Kanton Bern, in Genf oder im Tessin platzieren, ist die Frage nicht «Welcher Anbieter ist besser?», sondern «Steht das Rennen, auf das ich wetten will, im Programm von Sporttip oder Jouez Sport?». Wer mit dem Angebot der zwei Veranstalterinnen nicht auskommt, weil ein bestimmter Markt fehlt, kann bei einem ausländischen Anbieter spielen – aber er verlässt damit den Schweizer Schutzrahmen, ohne dass die ausländische Lizenz in der Schweiz etwas gilt. Die Verlockung eines breiteren Markts hat in der Schweiz einen Preis, der über dem Wetteinsatz liegt.
Wie eine Quote entsteht – und was sie über die Wette verrät
Eine Wettquote ist keine Wahrscheinlichkeit. Sie ist der Kehrwert der Wahrscheinlichkeit, korrigiert um die Marge des Buchmachers. In einem Zwei-Wege-Markt mit zwei gleichwertigen Athleten, die jeweils mit Quote 1.90 notiert werden, ergibt sich die Auszahlungsquote als 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ 1,0526 = 0,95 – also 95 %. Die Marge des Anbieters, oft als «overround» bezeichnet, beträgt entsprechend 5 %: Von jedem Franken, der in diesem Markt gesetzt wird, zahlt der Anbieter im statistischen Mittel 95 Rappen zurück, 5 Rappen behält er. Diese Marge gilt für genau diesen Markt, genau diese Quoten, genau diesen Zeitpunkt. Eine andere Disziplin mit anderen Quoten hat eine andere Marge; eine Kombiwette über vier Voraussagen hat eine höhere Marge als die einzelnen Wetten, weil jede Voraussage ihre eigene Marge mitbringt und diese sich multipliziert.
Für ein Biathlon-Rennen heisst das: Die Marge auf den Sieger eines Sprints, in dem die Buchmacher den Ausgang als offen einschätzen, liegt je nach Anbieter zwischen 4 % und 8 %. Auf einen klaren Favoriten, der mit Quote 1.40 notiert wird, ist die Marge ähnlich, weil die implizite Wahrscheinlichkeit 71 % beträgt, der Anbieter aber noch einen Aufschlag nimmt. Die Quote ist also nicht das, was der Anbieter für wahrscheinlich hält, sondern was er auszahlt, wenn die Wette gewinnt – und der Unterschied zwischen Auszahlung und fairem Wert ist sein Verdienst.
Für Wettende ist die Konsequenz klar: Wer langfristig wettet, verliert im Mittel genau den Betrag der Marge, weil jede Wette einen negativen Erwartungswert hat. Eine «sichere Wette» gibt es nicht, auch nicht auf einen klaren Favoriten. Wer auf zehn Rennen mit einer angenommenen durchschnittlichen Marge von 5 % setzt, zahlt im Mittel 50 Rappen pro 10 Franken Einsatz an den Anbieter – das ist der Preis, den das Wettprogramm hat.
Wie sich der Gewinn berechnet – und was er kostet
Der Gewinn einer Einzelwette folgt einer einfachen Formel: Einsatz mal Quote. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, erhält bei einem Sieg CHF 25 zurück, davon CHF 15 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen multiplizieren sich die Quoten, vorausgesetzt jede Voraussage geht auf. Wer CHF 10 auf drei Voraussagen mit den Quoten 1.80, 2.10 und 1.95 setzt, wettet effektiv auf eine Gesamtquote von 1,80 × 2,10 × 1,95 = 7,371; bei einem Gewinn erhält er CHF 73,71 zurück, davon CHF 63,71 Nettogewinn.
Bei Sporttip ist die Situation konkret: Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000, bei Systemwetten CHF 10’000. Cash-Out gibt es als vollständige Auszahlung, prematch und live, aber ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag fällt tiefer aus als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitige Auszahlung, weil der Anbieter die Marge und das verbleibende Risiko einpreist. Wer vor dem Ende des Rennens aussteigt, akzeptiert einen Abschlag auf den rechnerischen Wert.
Wer eine Wette verliert, hat den Einsatz verloren. Wer gewinnt, hat den Einsatz plus den Gewinn erhalten. Was bleibt, ist die Differenz zwischen Auszahlung und fairem Wert – und die gehört dem Anbieter.
Was Wettgewinne steuerlich bedeuten
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Über dem Freibetrag zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich, weshalb die Formulierung «je nach Kanton» gilt und keine einzelne kantonale Zahl in den Raum gestellt werden sollte.
Für die meisten Biathlon-Wettenden ist die Frage akademisch: Ein Sprint-Sieg zu Quote 8.00 mit einem Einsatz von CHF 20 bringt CHF 160, weit unter jedem Freibetrag. Wer mehrere Wetten kombiniert und das grosse Los zieht, bewegt sich eher in Richtung Freibetrag, überschreitet ihn aber praktisch nie über eine Sportwette. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – wer eine Wette platziert, zahlt darauf keine separate Abgabe.
Anders sieht es bei Gewinnen aus ausländischen Anbietern aus: Diese unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis – etwa im Thurgau – behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig von der Höhe. Das ist ein weiterer Grund, warum die ausländische Lizenz ihren scheinbaren Vorteil verliert, sobald die Steuersaison kommt.
Was eine Prognose wert ist – und warum es keinen sicheren Tipp gibt
Eine Prognose zu einem Biathlon-Rennen baut auf vier Bausteinen: der aktuellen Form, der Schiessquote, dem Wetter und der Streckencharakteristik. Die Form lässt sich aus den letzten Weltcup-Ergebnissen ablesen; die Schiessquote aus den Trefferstatistiken, die der IBU veröffentlicht; das Wetter beeinflusst die Skiwahl und die Schiessleistung; die Streckencharakteristik – Höhenprofil, Anzahl Anstiege, Schneebedingungen – entscheidet darüber, ob Läufertypen oder Schiesstypen bevorteilt sind.
Aus diesen Bausteinen wird eine Wahrscheinlichkeit geschätzt, mit der ein Athlet das Rennen gewinnt. Diese Wahrscheinlichkeit wird mit der Wettquote verglichen: Liegt die geschätzte Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote – das heisst, die Quote ist höher, als sie nach der Schätzung sein sollte –, spricht man von einer Value-Wette. Eine Value-Wette ist nicht eine Wette, die gewinnt, sondern eine Wette, deren Quote den erwarteten Wert übersteigt. Über viele Wetten hinweg gewinnt ein Value-Wettender im Mittel Geld – über einzelne Wetten kann er trotzdem verlieren.
Warum es trotzdem keinen sicheren Tipp gibt: Biathlon ist ein Sport mit hohem Ausgangsfaktor. Ein Wetterwechsel, ein einzelner Fehlschuss, ein Materialdefekt – all das kann den Ausgang kippen. Buchmacher kalkulieren das ein, und ihre Quoten spiegeln die Unsicherheit. Wer eine Quote von 2.50 auf einen Athleten sieht, sagt implizit: «Diese Wahrscheinlichkeit liegt bei 40 % – minus meiner Marge.» Wer eine höhere Wahrscheinlichkeit schätzt, sieht eine Value-Wette. Wer eine niedrigere schätzt, lässt die Finger davon.
Ein «Tipp» in dem Sinn, dass jemand voraussagt, wer das Rennen gewinnt, ist keine Information, die jemand kaufen kann. Tipps, die als «sicher» verkauft werden, sind entweder Zufallstreffer oder Marketing. Wer auf Biathlon wettet, wettet auf eine eingeschätzte Wahrscheinlichkeit – nicht auf eine Gewissheit.
Wie die Wette konkret abläuft – Schritt für Schritt
Eine Biathlon-Wette bei Sporttip läuft in vier Schritten: Konto, Einzahlung, Wettauswahl, Auszahlung. Beim Konto ist die Identität per Ausweis nachzuweisen, mit Adressabgleich und Abfrage des Ausschlussregisters. Bei der Einzahlung wird das Zahlungsmittel gewählt, das in den Bedingungen steht; eine Kreditierung ist nicht erlaubt. Bei der Wettauswahl wird die Voraussage getroffen – Einzel-, Kombi- oder Systemwette –, und der Einsatz wird bestimmt, innerhalb der Mindest- und Höchstlimiten. Bei der Auszahlung wird der Gewinn auf das hinterlegte Zahlungskonto überwiesen, das auf den Namen des Kontoinhabers lauten muss.
Zwischen Wettauswahl und Auszahlung liegt das Rennergebnis. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00; in spielentscheidenden Situationen kann der Anbieter Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer auf das Livewetten-Angebot setzt, akzeptiert diese Bedingung. Cash-Out steht als vorzeitige Auszahlung zur Verfügung, mit dem bereits erwähnten Abschlag.
Was eine Wette konkret kostet, hat zwei Komponenten: den Einsatz, der verloren geht, wenn die Voraussage nicht eintrifft, und die Marge, die der Anbieter im Mittel pro Wette behält. Wer 100 Wetten zu durchschnittlich 5 % Marge platziert, zahlt im Mittel CHF 5 pro CHF 100 Einsatz an den Anbieter. Das ist der Preis des Wettens – und kein Wettender kann ihn umgehen, gleich wie gut seine Tipps sind.
Häufig gestellte Fragen
Darf in der Schweiz auf Biathlon gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?
Ja, Biathlon ist als Wintersport auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten aufgeführt. Wetten anbieten dürfen aber nur die zwei bewilligten Veranstalterinnen: Swisslos mit dem Produkt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Jede der beiden Veranstalterinnen bedient nur ihr eigenes Vertragsgebiet; ein Online-Konto ist nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich.
Welche Wettarten gibt es bei einem Rennen mit vielen Startenden?
Auf der Gespa-Liste stehen Wetten auf den Sieger eines Rennens, auf die Plazierung im vorderen Feld und – wo gelistet – Ranglistenwetten, die über die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheiden. Was im Einzelfall wettbar ist, hängt vom konkreten Wettbewerb ab; nicht jede Disziplin und nicht jeder Markt ist für jedes Rennen freigegeben. Eckball- oder Kartenmärkte, wie sie im Fussball üblich sind, gibt es in der Gespa-Liste nicht.
Wie entsteht eine Prognose zu einem Rennen, und warum gibt es keinen sicheren Tipp?
Eine Prognose schätzt die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Athlet das Rennen gewinnt, anhand von Form, Schiessquote, Wetter und Streckencharakteristik. Liegt diese geschätzte Wahrscheinlichkeit über der impliziten Wahrscheinlichkeit der Wettquote, spricht man von einer Value-Wette. Einen sicheren Tipp gibt es nicht, weil Biathlon ein Sport mit hohem Ausgangsfaktor ist: Ein Wetterwechsel, ein Fehlschuss, ein Materialdefekt können den Ausgang kippen, und kein Buchmacher und kein Tippgeber kann diese Faktoren vorhersagen.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote. Wer CHF 10 auf Quote 2.50 setzt, erhält bei einem Sieg CHF 25 zurück, davon CHF 15 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen: Drei Voraussagen mit 1,80, 2,10 und 1,95 ergeben eine Gesamtquote von rund 7,37, und aus einem Einsatz von CHF 10 wird bei einem Gewinn eine Auszahlung von CHF 73,71.
Sind Wettgewinne steuerfrei, und was heisst «je nach Kanton»?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag seit 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, die kantonalen Freibeträge unterscheiden sich aber, weshalb die Formulierung «je nach Kanton» gilt. Über dem Freibetrag zieht die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung rückforderbar sind. Für Gewinne aus ausländischen Anbietern gilt die kantonale Steuerpraxis – im Thurgau etwa werden sie als voll steuerbares Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe.
Sportarten – buchmachersch
Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»
