Paysafecard bei Schweizer Wettanbietern: was sie kostet, was sie bringt und wo sie aufhört

Updated Oktober 2026
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Ein Glas voller Münzen steht auf einem Regal in einem hellen Zimmer, daneben eine kleine Topfpflanze und ein Stück Holz.

Aktualisiert am Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa und die Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande.

Bei paysafecard fällt für einen Gutschein 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch Registrierung eines PaysafeCard-Kontos.

Paysafecard gehört in der Schweiz zu den bekanntesten bargeldlosen Zahlungsmitteln, ist aber bei Sportwetten nur ein Pfad unter mehreren. Wer in der Schweiz tippt, zahlt bei einem von zwei Veranstaltern: Swisslos mit Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Beide akzeptieren keine Paysafecard als Einzahlungsmittel, beide verkaufen aber eigene Prepaid-Tickets über ihre Verkaufsstellen. Wer Paysafecard nutzen will, landet deshalb fast immer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, mit allen Folgen, die das für den Schutz von Spielenden hat.

Rechtslage: warum die Bewilligung hier alles entscheidet

Wer in der Schweiz Sportwetten veranstalten darf

Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) teilt Geldspiele in zwei Kategorien. Sportwetten zählen zu den Grossspielen, gemeinsam mit Lotterien und Geschicklichkeitsspielen, deren Einsatz- und Gewinnmöglichkeiten hoch sind. Für sie braucht es eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, beides erteilt von der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa mit Sitz in Bern. Eine ausländische Lizenz, gleich aus welchem Land, gilt in der Schweiz nicht. Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar, bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre.

Ein Gletscher schiebt sich zwischen steile Felswände, im Vordergrund liegen Geröll und ein schmaler Bach in kaltem Licht.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Die Kantone haben die Zahl der möglichen Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt: Swisslos mit Sitz in Basel für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne für die Westschweiz. Ein dritter Anbieter mit Schweizer Bewilligung existiert nicht, auch wenn im Internet zahlreiche ausländische Marken um Schweizer Kunden werben. Diese Marken fallen durch die Maschen der Bewilligungspflicht, die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der geblockten ausländischen Domains.

Was das für Paysafecard-Nutzer bedeutet

Eine Paysafecard-Einzahlung an sich ist weder erlaubt noch verboten, sie ist ein Zahlungsweg. Was verboten ist, ist die Vermittlung von Wetten an einen nicht bewilligten Anbieter, und genau dorthin steuert eine Paysafecard-Einzahlung in den meisten Fällen. Wer bei einem ausländischen Buchmacher mit Paysafecard einzahlt, bricht kein Gesetz, der Anbieter schon, und die Folgen trägt am Ende der Spieler: keine Schweizer Spielsperre, die auch für Online-Casinos gilt, keine Schweizer Verlustlimiten, die der Anbieter durchsetzt, und keine Schweizer Rekursstelle bei verweigerter Auszahlung. Die Gespa schreibt dazu klar: Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bieten keinen Schutz nach BGS.

Ein Trainingsplatz zeigt eine Ersatzbank mit Trinkflasche und eine Reihe oranger Hütchen auf frisch gemähtem Rasen im Spätnachmittagslicht.
Der Rücktausch von paysafecard-Guthaben kostet 5 % des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch.

Die Spieler selbst bleiben straffrei, das betont auch das Bundesamt für Justiz. Aber Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und steuerlich gilt in den meisten Kantonen: Gewinne aus ausländischen Grossspielen sind anders zu behandeln als Gewinne aus Schweizer Bewilligungen. Wer das nicht auf dem Schirm hat, erlebt die erste Überraschung an der Steuerrechnung, nicht am Wettschein.

Was die Gespa bei Sporttip kontrolliert

Die Gespa prüft, ob die bewilligten Veranstalter die Spielregeln einhalten, ob das Angebot innerhalb der geschlossenen Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen bleibt, und ob der Spielerschutz funktioniert. Die geschlossene Liste wird regelmässig aktualisiert, die Version vom 10.09.2026 nennt exakt, was angeboten werden darf: nur bewilligte Sportarten, Qualifikationsrunden nur wenn gelistet, Frauenwettbewerbe nur wenn gelistet, Rangwetten nur wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Eckball- und Kartenmärkte fehlen, eine eigene Esports-Sektion fehlt, Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen.

Die Gespa testet auch den Verkauf an Verkaufsstellen. Im Jahr 2025 wurde in 47.5 Prozent von 200 Testkäufen an Minderjährige verkauft, ein deutliches Signal, dass der Schutz an der Ladentheke noch nicht trägt. Online ist der Schutz strenger, dort gilt eine verifizierte Identität pro Person und Spielerkonto.

Spielerschutz: was bei Paysafecard-Einzahlung greift und was nicht

Verlustlimiten und ihre Logik

Bevor zum ersten Mal an einer Sportwette teilgenommen wird, müssen Spielende bei Swisslos Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage setzen. Die Obergrenze für volljährige Spielende liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit einer freiwilligen Einzahlungslimite für 30 Tage. Die Logik dahinter: Wer heute verliert, soll morgen nicht weiter spielen können, nur weil das Limit noch nicht erreicht ist.

Was viele nicht wissen: Eine Senkung des Limits gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Sperrfrist schützt vor Spontanentscheidungen, die Limite ist also kein weicher Hinweis, sondern ein verzögerter Hebel. Das gilt nur bei Swisslos und der Loterie Romande, andere Anbieter kennen diese Mechanik nicht.

Spielsperre und was sie abdeckt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne vorzeitige Aufhebung. Eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Freiwillige Selbstsperrung ist in der Schweiz also kein lokaler Knopf, sondern ein Registereintrag mit Wirkung über mehrere Anbieter hinweg.

Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, ist in keinem Schweizer Register erfasst. Die Spielsperre bei Swisslos hilft dort nicht, und die Spielsperre eines ausländischen Buchmachers hilft nicht bei Swisslos. Zwei Systeme, keine Brücke.

Warum Prepaid-Zahlungen den Überblick nicht ersetzen

Paysafecard schafft das Gefühl, anonym zu spielen, weil keine Bankverbindung nötig ist. Das ist ein Vorteil für den Datenschutz, aber ein Nachteil für den Überblick. Wer mit Paysafecard einzahlt, sieht auf dem Kontoauszug keine Buchung, die Aufschluss über die Häufigkeit gibt, und bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung fehlt die gesetzliche Limite, die der Anbieter durchsetzt. Die Verantwortung für das eigene Limit wandert vollständig zum Spieler, der keine Übersicht über die Einzahlungen bekommt, weil die anonymer sind als eine Banküberweisung.

Die Swisslos-Plattform setzt dem eine eigene Logik entgegen: Wer online spielt, hat ein Wallet, das mit Spielguthaben gefüllt wird, nicht direkt mit dem Bankkonto. Das macht die Ausgaben sichtbar, ohne die Anonymität einer Paysafecard zu imitieren.

Boni und Gratiswetten: warum Schweizer Veranstalter kaum mitmachen

Was in der Schweiz erlaubt ist

Boni und Gratiswetten sind in der Schweiz nicht verboten, aber sie brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa, wenn Gratisspiele oder Gratisspielguthaben angeboten werden. Im Jahr 2025 hat die Gespa 24 solcher Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos erteilt. Die Zahl zeigt: Das Angebot an offiziellen Aktionen ist überschaubar, gemessen an dem, was internationale Buchmacher anbieten.

Die Aktion «JouezSport – Patinoires et Stades» der Loterie Romande, die vom 17. Dezember 2025 bis 10. März 2026 lief, zeigt das Muster: An sieben Aktionstagen erhielten Spielende CHF 10 Spielguthaben, wenn sie einen in den National-League-Stadien verteilten Code innert sieben Tagen im verifizierten Konto eingaben. Insgesamt 7’000 Stück, 30 Tage gültig, nicht auszahlbar. Eine kleine Aktion, klar befristet, mit einem Code, der an einen physischen Ort gebunden war.

Warum die «100 Prozent»-Boni internationaler Anbieter in der Schweiz nicht funktionieren

Internationale Buchmacher werben mit «100 Prozent Bonus auf die erste Einzahlung», «risikofreier Wette» oder «verstärkten Quoten». Solche Angebote fallen in der Schweiz unter die Werbebeschränkung des BGS, wenn sie sich an Schweizer Kunden richten, und unter das Verbot, für in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel zu werben. Werbung für ein nicht bewilligtes Angebot ist eine Busse bis zu CHF 500’000 wert, und das ist nur der Strafrahmen, der Anbieter kann auch zivilrechtlich belangt werden.

Für Spielende bedeutet das: Der Bonus, der auf der Werbebanner eines ausländischen Anbieters glänzt, ist in der Schweiz mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auszahlbar, wenn der Anbieter auf der Sperrliste landet. Die Gespa ergänzt die Liste, wenn neue Domains auftauchen, und tauscht geblockte Domains innert Stunden aus. Was heute erreichbar ist, kann morgen gesperrt sein, und das Bonusgeld verschwindet mit der Domain.

Die einzigen Boni, die in der Schweiz verlässlich sind

Bei Swisslos und der Loterie Romande sind Aktionen Teil des bewilligten Angebots, sie stehen in den Spielregeln, sind befristet und in der Regel an ein bestimmtes Produkt gebunden. Die Bedingungen sind kurz, weil das Angebot klein ist, und sie ändern sich nicht über Nacht, weil eine Änderung eine neue Bewilligung braucht. Wer einen Bonus in der Schweiz will, bekommt einen, der so uninteressant aussieht wie er klingt, und der genau das ist: transparent.

Zahlungsabwicklung: Paysafecard-Gebühren und die eigene Logik der Schweizer Veranstalter

Paysafecard-Gebühren, die niemand erwähnt

Paysafecard wurde im März 2000 in Wien gegründet, gehört seit 2015 zur Paysafe Group und wird in der EU seit Oktober 2019 unter einer irischen E-Geld-Lizenz ausgegeben. Die Marke ist also reguliert, was die Paysafecard selbst angeht. Was die meisten Nutzer nicht wissen: Für einen Gutschein fällt 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch die Registrierung eines PaysafeCard-Kontos. Wer das Konto hat, dem werden ab dem dreizehnten Monat ohne Kontotransaktion 2 € pro Monat berechnet. Das sind keine versteckten Gebühren, sie stehen in den Paysafecard-Bedingungen, aber sie stehen am Ende einer langen Seite, die niemand liest.

Wer Paysafecard-Guthaben zurücktauschen will, zahlt 5 Prozent des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch. Das ist relevant für den Fall, dass Spielende nach dem Kauf feststellen, dass der gewünschte Anbieter Paysafecard doch nicht akzeptiert, oder dass die Sperrliste einen Anbieter blockiert, auf den sie einzahlen wollten.

Warum die Schweizer Veranstalter keine Paysafecard annehmen

Swisslos akzeptiert für die Aufladung des Spielkontos verschiedene Online-Zahlungsmöglichkeiten und den Einzahlungsschein, mit Mindestbetrag CHF 20. In 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und der Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Für eine Paysafecard ist das System nicht offen, weder als Einzahlungsmittel noch als Auszahlungsziel. Bei der Loterie Romande gibt es eigene Prepaid-Tickets «Pre-pay» zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200, ein Jahr gültig, in einem Betrag dem Wallet gutzuschreiben. Das ist die Schweizer Variante des Prepaid-Gedankens, mit einem klaren Empfänger.

Diese Architektur hat einen Vorteil: Sie kennt keine anonymen Einzahlungen, denn für das Wallet-Konto ist eine verifizierte Identität nötig, und die Auszahlung geht nur an ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen. Wer bei Swisslos spielt, hinterlässt eine nachvollziehbare Spur, was den Schutz erhöht und die Spielsperre wirksam macht.

Auszahlung: wohin das Geld fliesst

Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut, Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Swisslos-Zwecks, eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.

Die Loterie Romande erlaubt Einzahlungen auf das Spielerkonto von höchstens CHF 10’000 pro 30 Tage und ein Wallet-Guthaben von höchstens CHF 10’000. Gewinne bis CHF 1’000 netto werden direkt dem Wallet gutgeschrieben, darüber auf das Konto der angegebenen IBAN. Bei Jouez Sport können Wettscheine mit Gewinn oder Einsatz-Rückerstattung bis CHF 200 in jeder Verkaufsstelle eingelöst werden, bei genügend Bargeld bis höchstens CHF 2’000.

Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zahlen auf das aus, was bei der Registrierung angegeben wurde, in der Regel eine E-Wallet oder eine Bankverbindung. Ob das Konto auf den eigenen Namen läuft, hängt vom Anbieter ab, und ob eine Auszahlung im Streitfall durchgesetzt werden kann, hängt vom Sitz des Anbieters und der Gerichtsbarkeit ab, nicht vom Schweizer Recht.

Paysafecard: Was die Quote tatsächlich kostet

Wie der Buchmacher seine Marge versteckt

In jeder Quote steckt eine Marge des Anbieters. Wer auf einen Fussball-Match mit Quote 2.10 für Heimsieg, 3.40 für Unentschieden und 3.50 für Auswärtssieg tippt, kann die Auszahlungsquote berechnen als 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte der einzelnen Quoten: 1 geteilt durch (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.50) = 1 geteilt durch (0.4762 + 0.2941 + 0.2857) = 1 geteilt durch 1.0560 = 0.9470. Die Auszahlungsquote liegt also bei rund 94.7 Prozent, die Marge bei etwa 5.3 Prozent. Bei jeder Wette auf diesen Markt nimmt der Anbieter also 5.3 Rappen pro eingesetzten Franken ein, unabhängig vom Ausgang.

Die Marge ist nicht versteckt, sie ist sichtbar für jeden, der rechnet, aber sie ist nicht ausgewiesen, und das ist der Punkt. Ein Anbieter mit 3 Prozent Marge ist fair, einer mit 7 Prozent knappt deutlich mehr ab, und der Unterschied entscheidet darüber, wie viel vom Einsatz bei einer erfolgreichen Wette tatsächlich zurückkommt.

Kombiwetten: warum die Quote wächst und die Marge mitwächst

Bei einer Kombiwette werden die Quoten der einzelnen Wetten multipliziert. Wer auf zwei Spiele mit Quote 2.10 und 1.85 tippt, bekommt eine Kombiquote von 2.10 × 1.85 = 3’885. Bei einem Einsatz von CHF 10 ist der mögliche Gewinn CHF 38.85, der Reingewinn nach Abzug des Einsatzes CHF 28.85.

Die Marge wächst mit jeder zusätzlichen Wette, weil jede Einzelwette bereits eine Marge enthält. Bei zwei Wetten mit je 5.3 Prozent Marge ist die kombinierte Marge näher an 10 Prozent als an 5 Prozent, bei vier Wetten liegt sie bei rund 20 Prozent. Die Quote auf dem Wettschein sieht verlockend aus, der Buchmacher hat aber bereits einen grösseren Anteil vorab abgezogen. Die Kombiwette ist also eine Wette gegen die eigene Auszahlungsquote.

Cash-Out: der scheinbar faire Ausweg

Sporttip bietet Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten.

Was Cash-Out wirklich macht: Es ist eine zweite Wette zu einer neuen Quote, die der Anbieter festlegt. Wer eine Wette mit Quote 3.0 platziert und vor dem Spiel zu Quote 1.50 auscashen lässt, hat eine Wette gewonnen und eine neue verloren, denn die zweite Wette hat eine Quote unter dem ursprünglichen Wert. Der Buchmacher nimmt auf beiden Seiten seine Marge, und der Cash-Out-Betrag spiegelt das wider.

Top-Wettanbieter mit Paysafecard-Bezug in der Schweiz: die zwei Bewilligten

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und organisiert Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung beruht auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip und gelten im Vertragsgebiet von Swisslos: den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dem Kanton Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Wer dort wohnt, kann online ein Konto eröffnen, wer anderswo wohnt, nicht.

Die Sportwetten tragen den Namen Sporttip, das Spielerkonto wird über die Swisslos-Plattform geführt, und die Limits sind in den Spielregeln Version 4.2 festgelegt: Mindesteinsatz CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Die Auszahlung erfolgt nach den Regeln, die für das Wallet-Guthaben gelten, und die sind transparent.

Paysafecard wird bei Swisslos nicht als Einzahlungsmittel akzeptiert. Das ist kein Versehen, sondern Folge der bewilligten Architektur: Wer bei Swisslos spielt, hat ein verifiziertes Konto, und das Konto wird über Zahlungsmittel gefüllt, die eine Identität voraussetzen, nicht über anonyme Gutscheine. Für den Schutz von Spielenden ist das ein Vorteil, für den Wunsch nach Anonymität ein Nachteil. Wer beides will, ist hier falsch.

Verdikt: Swisslos Sporttip ist der Veranstalter für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, mit einer Bewilligung, die den vollen Schweizer Schutzrahmen auslöst. Wer im Vertragsgebiet wohnt und auf Sporttip tippen will, kommt an Swisslos nicht vorbei, weil es schlicht keine Alternative mit Schweizer Bewilligung gibt. Der Preis für die Sicherheit ist das geschlossene Wettprogramm und die Pflicht zur Identitätsprüfung, was bei Paysafecard-Nutzern auf Widerstand stösst.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, das Unternehmen zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Für ein Online-Spielerkonto braucht es die Volljährigkeit sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt in einem der sechs Kantone, pro Person ist nur ein Konto erlaubt. Verlangt wird eine Ausweiskopie, Vorder- und Rückseite, in besonderen Fällen zusätzlich ein Wohnsitznachweis, der nicht älter als 4 Monate ist.

Die Loterie Romande verkauft eigene Prepaid-Tickets «Pre-pay» zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200, ein Jahr gültig, in einem Betrag dem Wallet gutzuschreiben. Das ist die Schweizer Antwort auf den Wunsch nach Prepaid-Zahlung, nicht anonym, aber bargeldlos, und an die Westschweizer Verkaufsstellen gebunden. Das Wettprogramm folgt der gleichen geschlossenen Liste wie bei Swisslos, der Spielerschutz funktioniert nach den gleichen Mechanismen.

Verdikt: Loterie Romande ist der Veranstalter für die Romandie, mit einem ähnlichen Schutzrahmen wie Swisslos, aber einer eigenen Vertriebsstruktur. Für Westschweizer Sporttipper gibt es keinen anderen bewilligten Anbieter, und wer hier wohnt, kann auf die Online-Plattform zugreifen oder die Verkaufsstellen nutzen. Die Prepaid-Tickets sind die direkte Antwort auf den Paysafecard-Wunsch, sie sind nur halt nicht überall in der Schweiz, sondern nur in der Romandie, erhältlich.

Vergleich: die zwei Veranstalter Seite an Seite

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne

Die Tabelle zeigt die zwei einzigen Veranstalter mit Schweizer Bewilligung für Sportwetten. Beide haben die gleiche Rechtsgrundlage, die gleiche Aufsichtsbehörde und die gleichen Spielerschutzregeln, was die Strukturgleichheit erklärt. Der Unterschied liegt im Vertragsgebiet, das die beiden exakt aufteilt, und in der Markenführung: Sporttip bei Swisslos, Jouez Sport bei Loterie Romande. Wer in der Deutschschweiz wohnt, ist bei Swisslos, wer in der Romandie wohnt, bei der Loterie Romande, ein dritter Anbieter existiert nicht.

Ausländische Marken, die in der Werbung mit «Paysafecard akzeptiert» werben, fallen nicht in diese Tabelle, weil sie keine Schweizer Bewilligung haben. Sie sind nach BGS in der Schweiz rechtswidrig, und wer dort einzahlt, nimmt am Schutzsystem der Schweiz nicht teil.

Häufige Fragen zu Paysafecard und Schweizer Wettanbietern

Kann ich Paysafecard bei Swisslos oder Loterie Romande nutzen?

Bei Swisslos und der Loterie Romande ist Paysafecard kein akzeptiertes Einzahlungsmittel. Die Loterie Romande verkauft aber eigene Prepaid-Tickets «Pre-pay» zu CHF 20, CHF 50, CHF 100 und CHF 200, ein Jahr gültig, in einem Betrag dem Wallet gutzuschreiben. Wer in der Romandie wohnt, kann diese Tickets in den Verkaufsstellen kaufen, eine Paysafecard selbst wird nicht angenommen.

Welche Gebühren fallen bei Paysafecard an?

Für einen Paysafecard-Gutschein fällt 30 Tage nach dem Kauf eine monatliche Gebühr von 4 € an, vermeidbar durch die Registrierung eines PaysafeCard-Kontos. Ab dem dreizehnten Monat ohne Kontotransaktion werden für das Konto 2 € pro Monat berechnet. Wer Paysafecard-Guthaben zurücktauscht, zahlt 5 Prozent des Auszahlungsbetrags, höchstens 5 € pro Rücktausch. Das ist relevant, wenn der gewünschte Anbieter Paysafecard doch nicht akzeptiert oder blockiert ist.

Wohin werden Gewinne ausgezahlt, wenn ich mit Paysafecard eingezahlt habe?

Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung hängt die Auszahlung vom Anbieter ab, in der Regel auf das bei der Registrierung angegebene Konto. Bei Swisslos und der Loterie Romande ist die Auszahlung auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto auf den eigenen Namen beschränkt, und die Gewinne bis CHF 1’000 werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, höhere Beträge auf das Bankkonto überwiesen. Anonym oder auf ein Konto eines Dritten ist in der Schweiz nicht möglich.

Was bedeutet eine fehlende Schweizer Bewilligung für meinen Schutz?

Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung bietet keine Schweizer Spielsperre, keine Schweizer Verlustlimiten und keine Schweizer Rekursstelle. Die Gespa-Sperrliste blockiert die Domain, sobald sie auftaucht, und die Liste wird laufend ergänzt. Gewinne können in einem Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und steuerlich sind Gewinne aus ausländischen Grossspielen in den meisten Kantonen anders zu behandeln. Wer dort spielt, ist rechtlich auf sich gestellt, und der Datenschutz ist vom Anbieter abhängig, nicht vom Schweizer Recht.

Wie wird der Gewinn einer Kombiwette berechnet, und wo steckt die Marge?

Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert. Eine Wette mit zwei Spielen zu Quote 2.10 und 1.85 ergibt eine Kombiquote von 3’885, bei einem Einsatz von CHF 10 ist der mögliche Gewinn CHF 38.85, der Reingewinn CHF 28.85. Die Marge wächst mit jeder zusätzlichen Wette, weil jede Einzelwette bereits eine Marge enthält. Bei zwei Wetten mit je 5.3 Prozent Marge liegt die kombinierte Marge bei rund 10 Prozent, bei vier Wetten näher an 20 Prozent. Die hohe Quote wird durch die hohe Marge erkauft.

Wie funktionieren Limite und Spielsperre, wenn ich ohne Bankkonto spiele?

Bei Swisslos und der Loterie Romande gibt es keine bargeldlose Einzahlung ohne Konto: Wer online spielt, hat ein verifiziertes Konto, und die Verlustlimite wird dort gesetzt, nicht an der Verkaufsstelle. Die Spielsperre gilt produktbezogen für 1 bis 180 Tage, eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen. Bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gibt es diese Mechanik nicht, und wer dort einzahlt, hat weder eine Schweizer Limite noch eine Schweizer Spielsperre. Bargeldlose Anonymität und Schweizer Schutz schliessen sich aus.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»