Heinz Sportwetten – die Systemwette mit 57 Linien im Überblick
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Eine Heinz-Wette gehört zu den Full-Cover-Systemwetten, die sämtliche Mehrfachkombinationen einer gegebenen Auswahlmenge abdecken. Wer in der Schweiz auf Sport wettet, kann diese Wettform nur bei den beiden zugelassenen Veranstaltern Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) spielen – das schreibt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51) zusammen mit dem interkantonalen Geldspielkonkordat vor. Wer eine Heinz-Wette platziert, zahlt den Einsatz nicht einmal, sondern 57-mal: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser stecken in einem Schein. Der folgende Überblick erklärt, wie sich der Einsatz verteilt, welche Quoten sich daraus ergeben und was die Schweizer Bewilligungslage für Sportwettende bedeutet.
Aktualisiert am Oktober 19, 2026; geprüft gegen die Sporttip-Spielregeln (Version 4.2) und das Reglement Jouez Sport (17. Ausgabe, September 2024) sowie die Bewilligungsregister der Gespa.
Heinz-Wette in der Schweiz: Was erlaubt ist und wer anbieten darf
In der Schweiz dürfen Sportwetten nur von zwei Veranstalterinnen angeboten werden. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine gesetzliche Begrenzung: Das Geldspielgesetz (BGS) teilt die Grossspiele in zwei Kategorien und überlässt die Sportwetten den interkantonalen Lotteriegesellschaften, die bereits vor 2019 das Monopol innehatten. Seit dem 1. Januar 2019 – dem Inkrafttreten des BGS – ist diese Zuteilung kodifiziert; die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) in Bern.

Die beiden Veranstalterinnen bedienen klar getrennte Gebiete. Swisslos, genossenschaftlich organisiert mit Sitz in Basel, betreibt das Produkt Sporttip in den Deutschschweizer Kantonen (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande mit Sitz in Lausanne betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Wer in einem dieser Kantone wohnt, kann sich online registrieren; wer ausserhalb wohnt, kann bei der Verkaufsstelle des jeweiligen Veranstalters spielen, sofern das Los über eine angeschlossene Vertriebsstelle läuft.
Ausländer mit einer Curaçao-, Malta- oder einer anderen ausländischen Lizenz haben in der Schweiz keine Bewilligung. Eine solche Lizenz entfaltet hier keine Rechtswirkung (Art. 4 BGS), die Anbieter sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren. Für eine Heinz-Wette heisst das: Wer sie legal spielen will, kommt an Swisslos und Loterie Romande nicht vorbei – alle anderen Plattformen fallen rechtlich in eine andere Kategorie, unabhängig davon, wie ihr Wettprogramm aussieht.
Heinz-Wette: Aufbau, Linien und Verteilung des Einsatzes
Eine Heinz-Wette besteht aus 6 Auswahlen, die in sämtlichen Mehrfachkombinationen ab dem Doppel gespielt werden. Der Name kommt nicht von der Konservenmarke, sondern von der Zahl 57 – so viele Einzelwetten stecken in einem Schein. Die Verteilung folgt einem festen Muster: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Einzelwetten auf die sechs Tipps sind nicht enthalten; wer auf die Einzeltipps setzen will, spielt sie zusätzlich als eigene Wetten.

Wer CHF 1 pro Linie setzt, gibt also 57 CHF aus. Wer CHF 2 pro Linie setzt, gibt 114 CHF aus. Der Einsatz ist nicht rückerstattbar, sobald der Schein abgegeben ist – es sei denn, eine Voraussage wird ungültig (Quote 1.00), was bei einer abgesagten Veranstaltung ohne Nachholung innerhalb von 48 Stunden passieren kann.
Damit ein Ertrag herauskommt, müssen mindestens zwei Auswahlen gewinnen. Eine einzelne richtige Auswahl reicht nicht, weil der Heinz keine Einzelwetten enthält – es gibt schlicht keine Linie, die nur auf einer Auswahl beruht. Wer auf «Nummer sicher» wetten will, kombiniert eine Heinz-Wette daher typischerweise mit Einzelwetten, was die Gesamtkosten zusätzlich erhöht.
Wer die Heinz-Struktur erweitern will, geht zur Super-Heinz-Wette (7 Auswahlen, 120 Linien: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser, 1 Siebener) oder zur Goliath-Wette (8 Auswahlen, 247 Linien). Alle drei gehören zur Familie der Full-Cover-Wetten, die der britische Buchmachermarkt seit Jahrzehnten kennt und die in der Schweiz bei Sporttip als «Systemwette» ausgewiesen werden.
Heinz-Wette, Super Heinz und Goliath: Wo die Reise endet
| Wettform | Auswahlen | Linien gesamt | Doppel | Dreier | Vierer | Fünfer | Sechser | Siebener | Achter |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Heinz | 6 | 57 | 15 | 20 | 15 | 6 | 1 | – | – |
| Super Heinz | 7 | 120 | 21 | 35 | 35 | 21 | 7 | 1 | – |
| Goliath | 8 | 247 | 28 | 56 | 70 | 56 | 28 | 8 | 1 |
Die Spalten «Doppel» bis «Achter» zählen die jeweiligen Mehrfachwetten. Die Super-Heinz-Wette ist die direkte Erweiterung, Goliath fügt eine weitere Auswahl hinzu und verdoppelt in etwa die Zahl der Linien. Für die Frage, was eine Heinz-Wette kostet, ist die Tabelle der Schlüssel: Die Zahl der Linien entscheidet darüber, wie oft der Linieneinsatz multipliziert wird.
Heinz-Einsatz, Quote und Auszahlung: Was eine Linie wert ist
Die Auszahlung einer Heinz-Wette folgt der einfachen Regel: Einsatz × Quote. Bei einer Einzelwette mit Quote 2.10 und CHF 10 Einsatz sind das CHF 21. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote; die Auszahlung bleibt Einsatz × Gesamtquote. Bei Sporttip wird der Gewinn zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet, was bei vielen kleinen Quoten einen sichtbaren Effekt haben kann.
Bei einer Heinz-Wette gewinnt man nicht einmal, sondern auf jeder der 57 Linien separat, sofern deren Auswahlen alle eingetroffen sind. Werden drei der sechs Auswahlen richtig getippt, gewinnen die 20 Dreier-Linien, die 15 Vierer-Linien nicht, die 6 Fünfer-Linien nicht, der Sechser nicht – aber keine Doppel-Linie ohne die zwei richtigen Auswahlen in der richtigen Kombination. Wer also Auswahl 1, 3 und 5 richtig hat, gewinnt nur die Dreier-Linie (1, 3, 5), nicht aber die Dreier-Linie (1, 2, 4).
Was kostet das im Schnitt? Die Buchmermarge steckt in jeder einzelnen Quote. Für die hier durchgerechnete Beispielrechnung mit Quoten 1.50, 2.00 und 2.50 und einem Linieneinsatz von CHF 1 ergeben sich für einen Sechser-Treffer 57 Linien mit Gesamtquoten, die sich aus den jeweiligen Mehrfachprodukten zusammensetzen. Pro richtige Konstellation ein eigener Auszahlungsbetrag, addiert zum Gesamtgewinn. Der Sechser-Treffer – alle sechs Auswahlen korrekt – wirft den grössten Einzelbetrag ab, weil die Gesamtquote der Sechser-Linie das Produkt aller sechs Einzelquoten ist. Mit diesen drei beispielhaften Quoten und drei weiteren Annahmen (1.80, 2.20, 2.40 als illustrative Ergänzungen) läge die Sechser-Linie bei einer Gesamtquote von rund 57 und einem Gewinn von CHF 56 (Einsatz CHF 1 inklusive). Nimmt man die weiteren 56 Linien hinzu – 6 Fünfer, 15 Vierer, 20 Dreier, 15 Doppel –, kommt man auf einen Gesamtgewinn in der Grössenordnung von CHF 60 bis CHF 80, je nach Wahl der sechs Quoten. Bei einem Gesamteinsatz von 57 CHF liegt der Nettogewinn damit bestenfalls im niedrigen zweistelligen Bereich – und nur, wenn alle sechs Auswahlen treffen.
Diese Beispielrechnung zeigt, was eine Heinz-Wette tatsächlich kostet: Der Einsatz von 57 CHF ist bereits das 57-fache eines Einzeltipps, und ein Sechser-Treffer bringt weniger als das Doppelte des Gesamteinsatzes, weil die Buchmermarge in jeder der 57 Linien steckt. Wer eine Heinz-Wette mit höherem Linieneinsatz spielt, skaliert beides proportional.
Beispielrechnung: Sechs Auswahlen, Linieneinsatz CHF 1
| Szenario | Korrekte Auswahlen | Gewinnende Linien | Gesamteinsatz | Gesamtgewinn (Bandbreite) | Nettogewinn |
|---|---|---|---|---|---|
| Nur eine Auswahl richtig | 1 von 6 | 0 | 57 | – | – |
| Zwei Auswahlen richtig | 2 von 6 | 1 Doppel | 57 | kleiner Betrag | negativ |
| Drei Auswahlen richtig | 3 von 6 | 3 Dreier (kombiniert) | 57 | niedriger Betrag | negativ |
| Vier Auswahlen richtig | 4 von 6 | 4 Vierer, 6 Dreier, … | 57 | mittlerer Betrag | ausgeglichen bis knapp positiv |
| Fünf Auswahlen richtig | 5 von 6 | 5 Fünfer, 10 Vierer, … | 57 | höherer Betrag | leicht positiv |
| Sechs Auswahlen richtig | 6 von 6 | alle 57 | 57 | höchster Betrag | spürbar positiv |
Die Tabelle zeigt schematisch, wie viele Linien in welchem Trefferfall etwas zahlen. Die exakten Gewinnbeträge hängen von den gewählten Quoten ab; im gezeigten Beispiel mit Quoten zwischen 1.50 und 2.50 bewegen sich die Gesamtgewinne je nach Trefferbild im niedrigen einstelligen bis knapp zweistelligen Bereich über dem Gesamteinsatz, beim Sechser-Treffer im niedrigen zweistelligen Bereich darüber. Wer eines von sechs Spielen falsch tippt, verliert in der Regel den grössten Teil des Einsatzes.
Heinz-Wette und Schweizer Bewilligung: Welche Regeln gelten
Eine Heinz-Wette ist bei Sporttip und bei Jouez Sport grundsätzlich spielbar – beide Veranstalter bieten Systemwetten an, in denen die Linien einer Heinz-Wette als eine Variante hinterlegt sind. Was die Schweizer Bewilligung mit der Wettform macht, ist eine Begrenzung an einer anderen Stelle: nicht bei der Mechanik, sondern bei der Palette der Veranstaltungen, auf die gewettet werden darf.
Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wetttypen. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; die hier zugrunde gelegte Version datiert vom 10. September 2026. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden – Eckball- und Kartenmärkte fehlen ebenso wie ein Esports-Bereich, und Qualifikationsspiele sind nur dann bewilligt, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe sind ebenfalls nur dann zugänglich, wenn die Liste sie nennt.
Für eine Heinz-Wette bedeutet das: Wer die Wettform spielen will, braucht sechs Auswahlen aus einem Wettprogramm, das diese Auswahlmenge auch hergibt. Bei Sporttip stehen Fussball, Eishockey, Tennis und weitere Sportarten zur Verfügung, deren Saisonspiele und Turniere in der Regel bewilligt sind. Wetttypen innerhalb dieser Veranstaltungen, die kombiniert werden dürfen, schränkt Swisslos zusätzlich ein: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung (zum Beispiel «Heimsieg» und «über 1.5 Tore» im gleichen Spiel) werden über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; eine solche Kombination ohne diese Funktion kann Swisslos für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Heinz-Wette bei Sporttip: Limits und Wettprogramm
Bei Sporttip gelten klare Beträge. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Eine Heinz-Wette fällt als Systemwette in die höhere Kategorie – wer das Maximum ausschöpft, riskiert bei einem falschen Tipp 10’000 CHF. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Livewetten sind bei Sporttip erlaubt, prematch und live. Eine Livewette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid) kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Bei einer Heinz-Wette mit vielen Linien kann das einen erheblichen Teil der Auszahlung kappen, wenn ein einzelnes Spiel in einer spielentscheidenden Situation stattfindet.
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, prematch und live, aber nur als vollständiges Cash-Out – eine Teilauszahlung ist nicht möglich. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei einer Heinz-Wette mit 57 Linien bleibt die Frage offen, ob und wann Cash-Out angeboten wird; das ist eine Funktion des aktuellen Wettscheins, nicht der Wettform.
Heinz-Wette bei Jouez Sport: Limits und Wettprogramm
Bei Jouez Sport betragen die Limits andere Werte. Der Mindesteinsatz liegt online bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples ebenfalls bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500; ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Heinz-Wette mit 57 Linien à CHF 2 kostet 114 CHF – das passt in den Multiples-Höchsteinsatz, aber jeder Linieneinsatz zählt mit.
Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Bei einer Heinz-Wette ist die Gesamtquote der Sechser-Linie das Produkt aller sechs Einzelquoten – liegt eine Einzelquote sehr tief, rutscht die Sechser-Linie nicht unter 1.10, aber einzelne Doppel-Linien könnten unter 1.10 fallen, wenn beide Quoten extrem tief sind. Bei üblichen Fussball- oder Eishockey-Quoten ist das praktisch ausgeschlossen.
Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Bei einer Heinz-Wette, die als Multiple eingeordnet wird, gilt das gemeinsame Maximum. Mit dem oben gerechneten Sechser-Treffer (Gesamtgewinn im niedrigen zweistelligen Bereich) bleibt man deutlich darunter; eine Heinz-Wette mit hohen Einzelquoten und hohem Linieneinsatz kann sich dem annähern.
Verlustlimiten, Spielsperre und Spielerschutz bei einer Heinz-Wette
Eine Heinz-Wette ist nicht riskierter als andere Wetten pro Linie – sie ist aber um ein Vielfaches teurer pro Schein, weil 57 Linien zu zahlen sind. Der Spielerschutz, den das BGS verlangt, setzt genau hier an: nicht bei der Quote, sondern beim Einsatz.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999 für Erwachsene, bei CHF 1’000 für unter 21-Jährige – wobei die Online-Teilnahme erst ab 18 Jahren möglich ist, so dass die Minderjährigenlimite vor allem für die Verkaufsstellen und für junge Erwachsene zwischen 18 und 20 Jahren greift. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden (statutarisch wären 24 Stunden möglich; Swisslos wendet die längere Frist an). Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden.
Die Logik dahinter: Eine Heinz-Wette mit Linieneinsatz CHF 5 kostet 285 CHF. Wer mehrere solcher Scheine an einem Wochenende spielt, erreicht die Tageslimite schneller, als es auf den ersten Blick wirkt. Die Limite wird daher vor der ersten Wette festgelegt, nicht im Nachhinein.
Die Spielsperre funktioniert zweistufig. Swisslos bietet eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage, die ohne Aufhebung vor Fristablauf läuft. Wer sich für eine unbefristete Sperre entscheidet, wird in das schweizweite Register eingetragen – dieselbe Sperre, die für Casinos und Online-Casinos gilt und die auch im Fürstentum Liechtenstein anerkannt wird. Eine Aufhebung ist frühestens nach drei Monaten möglich und nur mit Beteiligung einer Fachstelle.
Bei Loterie Romande gelten vergleichbare Mechanismen: Die Online-Registrierung erfordert Wohnsitz im Vertragsgebiet, Volljährigkeit und keine bestehende Spielsperre. Die Verifikation läuft über einen hochgeladenen Ausweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Wer sich ausserhalb des Vertragsgebiets aufhält, kann sich nicht online registrieren.
Heinz-Wette im Vergleich: Sporttip und Jouez Sport nebeneinander
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / Produkt | Mindesteinsatz | Höchsteinsatz Systemwette | Höchsteinsatz Einzel/Kombi | Maximalgewinn |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | ja (BGS, Gespa) | SWISSLOS Genossenschaft, Basel | CHF 1 | CHF 10’000 | CHF 1’000 | nicht separat beziffert |
| Loterie Romande Jouez Sport | ja (BGS, Gespa) | Loterie Romande, Lausanne | CHF 2 (online) | CHF 7’500 (Multiple-Schein) | CHF 500 | CHF 300’000 Einzel/Kombi · CHF 1’000’000 Multiple |
Beide tragen die Veranstalterbewilligung und die Spielbewilligung gemäss BGS; die Aufsicht führt die Gespa in Bern. Beide beschränken das Wettprogramm auf die Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe; beide verlangen eine Verifikation der Identität vor der ersten Online-Wette; beide sind an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Wo sie sich unterscheiden, sind die Einsatzlimits und die Gewinngrenzen – Sporttip lässt höhere Systemwetten-Einsätze zu, Jouez Sport begrenzt den Multiple-Schein auf 7’500 CHF, gewährt im Gegenzug aber ein separates Gewinnmaximum für alle Multiples zusammen.
Die Wahl zwischen den beiden hängt vom Wohnsitz ab. Wer im deutschsprachigen Vertragsgebiet wohnt, kann nur bei Sporttip online spielen; wer in der Romandie wohnt, nur bei Jouez Sport. Beide Verkaufsstellen-Netze sind dicht: Swisslos betreibt ein Netz in den Deutschschweizer Kantonen und im Tessin, Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Wer also nicht im eigenen Vertragsgebiet wohnt, aber in der Schweiz wohnt, spielt in der Verkaufsstelle desjenigen Veranstalters, in dessen Vertragsgebiet er oder sie sich aufhält.
Heinz-Wette ohne Schweizer Bewilligung: Was Anbieter ohne Bewilligung bedeuten
Plattformen wie MyStake, HighFlyBet, Duelbits, Rollbit, Boomerang Bet, Unibet, Sportuna und Fezbet werben im deutschsprachigen Raum mit Sportwetten und Systemwetten, die eine Heinz-Wette enthalten. Keine dieser Plattformen hat eine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz – gleich aus welchem Land – entfaltet in der Schweiz keine Rechtswirkung (Art. 4 BGS), und das Anbieten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Widerhandlung gegen das BGS, die mit einer Busse bis zu CHF 500’000 (Art. 131 BGS) oder mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS), geahndet werden kann.
Was heisst das praktisch für eine Heinz-Wette auf einer dieser Plattformen? Drei Punkte, die für den Spieler ins Gewicht fallen:
Die Plattformen sind nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen. Wer sich in der Schweiz selbst sperren lässt, sperrt sich nur bei Swisslos und Loterie Romande, nicht bei einem Curaçao-lizenzierten Anbieter. Wer auf einer solchen Plattform spielen will, muss das Sperrsystem dieser Plattform separat nutzen – sofern es eines gibt.
Die Verifikation der Identität läuft nach den Regeln des Lizenzlandes, nicht nach dem BGS. Schweizer Spielende werden im Konfliktfall nicht durch die Gespa geschützt; Streitigkeiten müssen vor ausländischen Gerichten ausgetragen werden, was den Rechtsweg verteuert und die Durchsetzung eines Anspruchs ungewiss macht.
Die Gewinnauszahlung folgt den Regeln des Anbieters. Es gibt keine Schweizer Vorschrift, die eine Auszahlung auf ein Konto im Namen des Spielenden sicherstellt (Art. 50 Abs. 2 VGS gilt nur für bewilligte Anbieter). Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, akzeptiert deren Auszahlungsmechanik – inklusive Krypto-Auszahlungen, die bei bewilligten Anbietern nicht existieren.
Die Domains solcher Anbieter können auf der Sperrliste der Gespa landen, die Schweizer Internetprovider per DNS blockieren. Ende 2025 umfasste die Liste 671 Domains; gesperrte Domains werden durch andere ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa «Domain-Hopping» nennt. Für den Spieler heisst das: Der Zugang ist nicht garantiert, und die Verfügbarkeit ändert sich, ohne dass der Anbieter etwas dafür kann.
Steuerlich schliesslich gilt: Gewinne ausländischer Grossspiele sind nach der Praxis des Kantons Thurgau unabhängig von der Höhe steuerbares Einkommen. Die Schweizer Verrechnungssteuer (35 %) wird auf Gewinnen aus bewilligten Grossspielen über dem Freibetrag erhoben; sie wird auf ausländischen Gewinnen nicht angewendet. Die Frage, ob die Gewinne im Wohnsitzkanton deklariert werden müssen, beantwortet das kantonale Steuerrecht – ein Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung weiss hier mehr als jede Wettplattform.
Wer eine Heinz-Wette in der Schweiz spielen will: Der praktische Ablauf
Eine Heinz-Wette bei Sporttip zu spielen, läuft in sechs Schritten ab: Konto eröffnen, Identität verifizieren, Verlustlimiten setzen, Auswahlen treffen, Einsatz pro Linie festlegen, Schein abgeben. Wer im Westschweizer Vertragsgebiet wohnt, geht den gleichen Weg bei Jouez Sport; die Schritte sind identisch, die Werte unterscheiden sich (Mindesteinsatz, Höchsteinsatz, Maximalgewinn).
Beim Konto: Die Online-Registrierung erfordert einen Wohnsitz im Vertragsgebiet, Volljährigkeit und keine bestehende Spielsperre. Der Wohnsitz wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft; die Daten werden gegen Adressdatenbanken abgeglichen. Eine Person darf sich nur einmal registrieren.
Bei den Verlustlimiten: Vor der ersten Wette werden Limiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer die Limite nicht setzt, kann nicht spielen – das ist keine Kulanzregel der Anbieter, sondern eine Anforderung des BGS (Art. 87 VGS).
Bei der Wettauswahl: Sechs Veranstaltungen aus dem bewilligten Wettprogramm, deren Wettmärkte zur Liste der zugelassenen Wetttypen passen. Die Auswahlmenge von 6 ist die Untergrenze für eine Heinz-Wette; mehr Auswahlen führen zur Super-Heinz- oder Goliath-Wette, weniger ist keine Heinz-Wette.
Beim Einsatz: Der Linieneinsatz ist der Betrag, der mit 57 multipliziert wird. Bei CHF 1 sind das 57 CHF; bei CHF 2 sind es 114 CHF. Wer das Systemwetten-Maximum von CHF 10’000 (Sporttip) ausschöpfen will, setzt etwa CHF 175 pro Linie – und riskiert diesen Betrag bei einem einzigen falschen Tipp, weil die Heinz-Wette keine Einzelwetten enthält.
Beim Cash-Out: Bei Sporttip ist Cash-Out möglich, prematch und live, nur als vollständiges Cash-Out, ohne Teilauszahlung. Bei einer Heinz-Wette ist die Funktion an den gesamten Schein gebunden, nicht an einzelne Linien. Wer vorzeitig aussteigen will, lässt die anderen 56 Linien mit dem Cash-Out-Betrag abfinden – was bei einer einzigen falschen Auswahl ohnehin nur den bereits verlorenen Einsatz teilweise zurückbringt.
Beim Ergebnis: Die Auszahlung erfolgt nach Abschluss aller sechs Veranstaltungen. Wird ein Spiel abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nachgeholt, gilt die Auswahl als Quote 1.00 – die Wette wird ungültig, in Kombinationen wird die Voraussage neutralisiert, Einzelwetten werden zurückbezahlt.
Heinz-Wette: Wann die Wettform rechnerisch aufgeht
Eine Heinz-Wette ist dann rechnerisch sinnvoll, wenn der Buchmermarge-Vorteil durch die breitere Streuung wettgemacht wird. Genau das ist die Schwäche der Wettform: Die Marge steckt in jeder der 57 Linien, und die Marge multipliziert sich. Eine Fussball-Doppelwette mit Quoten 1.80 und 2.10 hat eine Auszahlungsquote von etwa 95 % (Marge rund 5 %); eine Sechsfach-Kombi auf denselben Spielen mit vier weiteren Quoten hat eine niedrigere Auszahlungsquote, weil die Margen der einzelnen Quoten multipliziert werden.
Die Konsequenz: Eine Heinz-Wette ist eine Wette, die man gewinnt, wenn viele Tipps gleichzeitig eintreffen – das ist genau das Szenario, in dem die Buchmermarge am stärksten zuschlägt. Wer mit zwei bis drei Treffern auskommen will, spielt mit dem Heinz die falsche Wettform: Die Auszahlung fällt in diesem Trefferbild gedämpft aus, der Verlust ist dennoch real. Wer mit fünf oder sechs richtigen Auswahlen rechnet, fängt den Margen-Nachteil teilweise auf, weil die höheren Mehrfachlinien den grössten Teil der Auszahlung tragen.
Für Wettende mit kleinem Budget ist die Heinz-Wette kaum tragbar, weil 57 Linien selbst bei CHF 1 pro Linie bereits 57 CHF Einsatz bedeuten. Wer mit kleineren Beträgen experimentieren will, ist mit einer einfachen Kombiwette oder einer Doppelwette besser bedient; die Heinz-Wette skaliert den Einsatz, nicht den Spassfaktor.
Boni, Boosts und Gratiswetten bei einer Heinz-Wette
Sporttip bietet einen Kombiboost, der die Auszahlung erhöht, wenn genügend Voraussagen mit Mindestquote 1.50 zusammenkommen. Der Boost gilt nur online, prematch, live und für Systemwetten, und er staffelt sich: 5 % Bonus auf den Nettogewinn bei 4 Voraussagen, 20 % bei 7, 40 % bei 10 und 100 % bei 15 Voraussagen. Bei einer Heinz-Wette mit 6 Voraussagen liegt man zwischen 5 % und 20 % – die Stufen sind nicht so fein, dass 6 Voraussagen eine eigene Stufe bekommen, und die nächsthöhere Stufe (20 %) erfordert 7 Voraussagen, was bereits eine Super-Heinz-Wette ist.
Zusätzlich gibt es Quotenboosts und Profitboosts. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; bei einer Heinz-Wette mit 57 Linien ist die einzelne Voraussage innerhalb einer Mehrfachkombination kein typischer Anwendungsfall. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide Boosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Bei Loterie Romande gibt es keine vergleichbaren Boosts im Reglement, das hier zugrunde liegt. Was die beiden Veranstalter an Aktionen anbieten, steht in ihren jeweiligen Bedingungen; die Mechanik einer Heinz-Wette bleibt davon unberührt – wer eine Heinz-Wette spielt, weil er sie spielen will, spielt sie unabhängig von einem Bonus.
Gratiswetten oder Gratisspielguthaben, wie sie das BGS in Art. 75 Abs. 2 regelt, brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte die Gespa 24 solcher Zustimmungen an Loterie Romande und 8 an Swisslos. Was im Einzelfall bewilligt ist, wechselt; eine pauschale Aussage zu Gratiswetten bei einer Heinz-Wette lässt sich nicht treffen, ohne in eine konkrete Aktion zu schauen.
Heinz-Wette: Wer sie spielen sollte und wer nicht
Die Heinz-Wette passt zu Wettenden, die sechs Auswahlen mit ähnlicher Eintrittswahrscheinlichkeit haben und bereit sind, den 57-fachen Linieneinsatz zu tragen. Sie passt nicht zu Wettenden, die nur auf wenige Spiele gleichzeitig setzen wollen – für zwei bis drei Tipps ist eine einfache Kombiwette günstiger. Sie passt nicht zu Wettenden mit kleinem Budget, weil 57 Linien den Einsatz nach oben treiben, ohne dass die Auszahlung im niedrigen Trefferbild mithält.
Wer den Sporttip-Kombiboost mitnehmen will, braucht mindestens 4 Voraussagen mit Mindestquote 1.50 – bei 6 Voraussagen steigt der Bonus nicht über 5 %, was bei einem Sechser-Treffer im niedrigen einstelligen CHF-Bereich bleibt. Wer mit dem Boost rechnet, sollte die Wetteform Super-Heinz (7 Voraussagen, 20 % Boost) in Betracht ziehen, sofern die zusätzliche Auswahl die Wette nicht überlastet.
Wer auf einer Plattform ohne Schweizer Bewilligung spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Heinz-Wette dort denselben Mechanikregeln folgt, aber ohne den Schutz des BGS: keine Schweizer Sperrliste, keine Schweizer Verlustlimiten, keine Schweizer Auszahlungsgarantie. Die Spielmechanik bleibt, der Schutzrahmen fehlt.
Häufige Fragen zur Heinz-Wette in der Schweiz
Wie funktioniert eine Heinz-Wette und aus welchen Einzelwetten besteht sie?
Eine Heinz-Wette ist eine Systemwette auf 6 Auswahlen, die aus 57 Einzelwetten besteht: 15 Doppel, 20 Dreier, 15 Vierer, 6 Fünfer und 1 Sechser. Der Einsatz wird pro Linie festgelegt und mit 57 multipliziert; eine Auszahlung gibt es, sobald mindestens zwei Auswahlen korrekt sind. Einzelwetten auf die sechs Auswahlen sind nicht Teil der Heinz-Wette.
Was unterscheidet eine Heinz-Wette von einer gewöhnlichen Kombiwette?
Die Kombiwette ist eine einzige Mehrfachwette auf alle Auswahlen zusammen – bei 6 Auswahlen eine Sechsfachwette. Die Heinz-Wette enthält zusätzlich alle niedrigeren Mehrfachkombinationen und kostet daher ein Vielfaches des Einsatzes, gibt aber auch bei Teilgewinnen etwas zurück, sofern mindestens zwei Auswahlen stimmen.
Wie hoch ist der Gesamteinsatz, wenn jede Einzelwette einer Heinz-Wette denselben Betrag kostet?
Bei einem Linieneinsatz von CHF 1 sind es 57 CHF; bei CHF 2 sind es 114 CHF; bei CHF 5 sind es 285 CHF. Die Zahl 57 ergibt sich aus 15 Doppel + 20 Dreier + 15 Vierer + 6 Fünfer + 1 Sechser. Wer den Systemwetten-Höchsteinsatz von CHF 10’000 bei Sporttip ausschöpfen will, setzt etwa CHF 175 pro Linie.
Was unterscheidet eine Super-Heinz-Wette von der einfachen Heinz-Wette?
Die Super-Heinz-Wette arbeitet mit 7 Auswahlen statt 6 und enthält 120 Linien: 21 Doppel, 35 Dreier, 35 Vierer, 21 Fünfer, 7 Sechser und 1 Siebener. Der Linieneinsatz wird mit 120 multipliziert; bei CHF 1 pro Linie sind das 120 CHF. Bei Sporttip erreicht die Super-Heinz-Wette die nächste Stufe des Kombiboosts (20 % Bonus auf den Nettogewinn).
Dürfen in der Schweiz nur Swisslos und Loterie Romande Sportwetten anbieten?
Ja. Das Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) beschränkt die Veranstalterinnen von Grossspielen auf die interkantonalen Lotteriegesellschaften; seit dem Inkrafttreten am 1. Januar 2019 sind das Swisslos (Produkt Sporttip) und Loterie Romande (Produkt Jouez Sport). Ausländische Anbieter haben in der Schweiz keine Bewilligung; ihre Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen.
Wie berechnet sich die Auszahlung aus Einsatz und Quote, und wo steckt die Marge des Anbieters?
Die Auszahlung ist Einsatz × Quote; bei Kombinationen ist die Quote das Produkt der Einzelquoten. Die Marge steckt in jeder einzelnen Quote und ist die Differenz zwischen 100 % und der Auszahlungsquote (1 ÷ Summe der Kehrwerte aller Quoten). Bei einer Heinz-Wette wird die Marge mit jeder der 57 Linien mitgerechnet, weshalb die Wettform bei Teilgewinnen weniger auszahlt, als es die mechanische Linienzahl vermuten lässt.
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Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»
