Curling Wetten in der Schweiz — was es kostet und wer es anbieten darf
Ladevorgang...
Curling ist eine Randsportart. In der Schweiz gehört sie nicht zum Pflichtprogramm eines Wettanbieters, weil es nur zwei Wettanbieter gibt und beide aus der Lotteriewelt kommen. Eine Wette auf einen Stein über die Bande zu platzieren ist hierzulande kein besonders aufregender Vorgang — wer eine Wette abschliesst, tut es innerhalb eines strengen, kantonal abgesteckten Rahmens, der mit dem Glücksspielrecht der Schweiz weniger Freiheiten lässt als der Markt suggeriert. Wer auf Curling wetten will, muss zuerst entscheiden, bei wem das überhaupt möglich ist, dann lesen, was die Quote bedeutet, und schliesslich einsehen, dass der Spielraum für «Kombiboost» und «Quotenboost» bei Randsportarten wie Curling besonders eng ist.
Stand: Oktober 19, 2026, geprüft gegen die Bewilligungs- und Sperrlisten der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern).
Rechtslage: warum es in der Schweiz nur zwei Wettanbieter gibt
Die Schweiz hat das Glücksspiel 2019 neu geordnet. Seit dem 1. Januar 2019 gilt das Bundesgesetz über Geldspiele (BGS, SR 935.51), die Aufsicht liegt bei der Gespa. Sportwetten gelten als Grossspiel und brauchen eine Veranstalterbewilligung sowie eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Eine ausländische Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Wirkung (Art. 4 BGS).

Die Kantone haben in einem Konkordat entschieden, dass nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten dürfen: Swisslos für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, und die Loterie Romande für die Romandie. Eine dritte Lizenz für einen privaten Sportwettenanbieter ist nicht vorgesehen. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, tut dies ausserhalb des Schweizer Rechtsrahmens — der Anbieter kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, der Spielende wird nicht bestraft, hat aber im Streitfall keinen Schweizer Schutz.
Für den Curling-Spieler heisst das: Eine legale Wette auf Curling in der Schweiz ist nur über Swisslos Sporttip oder Loterie Romande Jouez Sport möglich, und nur wenn die Veranstaltung auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettarten steht. Was dort nicht steht, darf nicht angeboten werden.
Was die Gespa-Liste tatsächlich abdeckt
Die Gespa führt eine geschlossene Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Nicht jeder Wettbewerb und nicht jede Wettart ist erlaubt. Qualifikationsrunden sind nur wettbar, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Damenwettbewerbe nur, wenn die Liste sie nennt, und Rangwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Trainingsläufe sind nie wettbar.

Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte — typische Fussball-Wettarten fehlen also. Auch eine Esports-Sektion führt sie nicht. Curling als olympische Sportart ist auf der Liste aufgeführt, weil Olympische Spiele generell bewilligt sind. Die Wettmärkte, die ein Schweizer Anbieter zu einem Curling-Spiel anbieten kann, sind dadurch enger begrenzt als bei Fussball oder Eishockey: in der Regel Siegwetten auf das Spiel, gelegentlich Satz- oder Endresultat, je nachdem wie der Anbieter das Ereignis ins Programm aufnimmt.
Wer eine Wette auf ein Curling-Qualifikationsturnier sucht, das nicht olympisch ist, sollte vorher prüfen, ob die Gespa-Liste es enthält. Sonst bleibt nur die Wette bei einem ausländischen Anbieter — mit allen Risiken.
Service-Gebiet: zwei Anbieter, zwei Adressen
Wer in einem deutschsprachigen Kanton wohnt, namentlich AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG oder ZH, oder im Tessin oder in Liechtenstein, ist im Swisslos-Vertragsgebiet und kann ein Sporttip-Konto eröffnen. Wer in Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf oder Jura wohnt, ist im Gebiet der Loterie Romande und nutzt Jouez Sport. Für die Online-Registrierung verlangen beide Anbieter Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im eigenen Vertragsgebiet und mindestens 18 Jahre. Eine zweite Registrierung ist ausgeschlossen, der Zugang wird gegen die Adressdatenbank geprüft.
Diese Aufteilung ist nicht nur Formalität: Wer als Zürcher ein Konto bei Jouez Sport eröffnen will, wird abgewiesen, und umgekehrt. Wer umzieht, muss das Konto beim bisherigen Anbieter schliessen und beim neuen neu eröffnen — sofern der neue Wohnsitz im jeweils anderen Vertragsgebiet liegt.
Spielerschutz: was die Schweiz vom Wettenden verlangt, bevor er setzt
Der Schweizer Ansatz beim Spielerschutz verlangt vom Wettenden Selbstbeschränkung. Das Gesetz schreibt vor, dass der Veranstalter ein oder mehrere Höchstwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust verlangen muss (Art. 87 VGS). Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach Ablauf einer Sperrfrist — gesetzlich 24 Stunden, in den Spielregeln von Swisslos 72 Stunden. Eine staatliche fixe Einzahlungsgrenze wie in anderen Ländern gibt es in der Schweiz nicht.
Bei Swisslos heisst das konkret: Vor der ersten Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Obergrenze von CHF 9’999, für unter 21-Jährige von CHF 1’000. Eine Erhöhung wird frühestens nach 72 Stunden wirksam. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage gesetzt werden. Loterie Romande verfährt im Rahmen ihrer eigenen Spielregeln analog.
Wer sich selbst sperren will, kann den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage bei Swisslos sperren lassen, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos inklusive Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Die Spielsperre richtet sich nach Art. 80–82 BGS: gesperrt werden überschuldete oder spielsüchtige Personen, auf eigenen Antrag oder auf Antrag einer Fachstelle. Eine selbst gesetzte Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, mit Einbezug einer Fachstelle.
Das hat Folgen für den Alltag: Wer eine Selbstsperre auslösen will, muss mindestens drei Monate warten, bis sie aufgehoben wird, und eine Fachstelle einbeziehen. Wer eine Werbeveranstaltung mit viel Curling-TV schaut und sich im Überschwang sperren lässt, kommt nicht so leicht wieder raus. Das ist Absicht — der Schweizer Rahmen will genau diese Hürde.
Bei minderjährigen oder gesperrten Personen hat der Veranstalter keine Auszahlungspflicht für Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS). Wer also unter 18 ist und ein Konto eröffnet, hat im Gewinnfall leer.
Turniere und Wettmärkte: wo Curling im Spielplan auftaucht
Curling ist eine Wintersportart, und die grossen internationalen Turniere fallen in die Wintermonate. Das Curling-Wettangebot bei Sporttip und Jouez Sport konzentriert sich daher auf wenige Wochen im Jahr. Die wichtigsten Termine, die im Programm eines Schweizer Anbieters erscheinen können:
- Weltmeisterschaften der Damen und Herren, jeweils im Frühjahr, bei den Damen oft im März, bei den Herren im April
- Europameisterschaften, im November/Dezember
- Olympische Winterspiele, alle vier Jahre im Februar
Bei Olympischen Spielen ist die Liste besonders breit, weil praktisch jede olympische Disziplin bewilligt ist. Bei einer WM oder EM hängt das Angebot davon ab, ob die Gespa den Wettbewerb in ihre Liste aufgenommen hat. In der Regel sind die grossen Erwachsenen-Wettbewerbe enthalten, Junioren-WM und Nachwuchsturniere eher nicht.
Welche Wettarten bei Curling typischerweise verfügbar sind
Das Wettprogramm für Curling ist schmaler als das für Fussball. Üblich sind:
- Match-Wetten auf das Spiel (Sieger nach regulärer Spielzeit)
- Satzwetten, je nach Anbieter auf Gesamtsieger eines Satzes oder genaues Satzresultat
- Über/Unter-Wetten auf die Anzahl Steine im End (Hammers oder Draw)
- Langzeitwetten auf Turniersieger, soweit die Gespa-Liste das zulässt
Was Curling von Fussball unterscheidet: Eckball- und Kartenmärkte gibt es nicht, und Märkte auf einzelne Spieler sind selten. Eine Wette «Curler A trifft mehr Steine als Curler B» kommt bei einem Grossspielanbieter praktisch nicht vor.
Wer wann spielt: das Curling-Jahr im Überblick
Das Curling-Jahr beginnt im September mit den ersten Mixed-Doubles-Turnieren und endet mit den Weltmeisterschaften im Frühjahr. Dazwischen liegen:
- September bis November: Herbstturniere, Curling-Europacup
- November/Dezember: Europameisterschaften
- Januar/Februar: Olympic Curling Trials in den Ländern, bei Olympia alle vier Jahre die Spiele selbst
- März/April: Weltmeisterschaften Herren und Damen
- Mai: World Mixed Doubles and World Senior Championships
Wer das ganze Jahr über Wetten platzieren will, findet vor allem im Winter und Frühjahr Angebote. Im Sommer ist die Auswahl dünner.
Die Schweizer Anbieter im Vergleich
Curling ist keine Sportart mit hohem Wettvolumen. Das zeigt sich auch daran, wie wenige seriöse Schweizer Angebote es überhaupt gibt. Beide bewilligten Anbieter sind Lotteriegesellschaften, keine klassischen Buchmacher — und beide kommen aus einer Welt, in der die Veranstaltung eines Spiels und die Verteilung des Gewinns seit Jahrzehnten zusammengehören. Für eine Wette auf Curling heisst das: ein eingespielter Ablauf, aber keine breite Wettauswahl wie bei einem internationalen Buchmacher.
Die folgende Einordnung vergleicht beide Anbieter, danach die in der Schweiz nicht bewilligten Marken.
Was Swisslos Sporttip für Curling-Wetten bietet
Swisslos, mit Sitz in Basel und verankert auf der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020), betreibt Sporttip als Sportwettenmarke. Das Vertragsgebiet umfasst die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein, online ist die Teilnahme ab 18 Jahren mit Wohnsitz im Vertragsgebiet möglich.
Für den Curling-Spieler bedeutet das: ein Konto bei Sporttip, Mindesteinsatz CHF 1 pro Einzel- oder Kombiwette, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette. Diese Limiten können vom Veranstalter jederzeit ohne Angabe von Gründen geändert werden, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Quotenboosts und Profitboosts sind auf Prematch-Einzelwetten beschränkt und pro Wettendem nur einmal nutzbar, bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Kombiboost ist nur online verfügbar und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von 1.50 oder höher, der Bonus auf den Nettogewinn steigt mit der Anzahl Voraussagen (5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn, 100 % bei fünfzehn). Cash-Out ist nur online verfügbar, nur als vollständiger Cash-Out ohne Teilauszahlung, und nicht für jeden Markt garantiert.
Curling-spezifisch heisst das: das Angebot an Wettarten auf einen Stein über die Bande ist kleiner als bei Fussball, dafür aber innerhalb der Gespa-Liste genau geprüft. Sporttip veranstaltet die Wetten unter Regeln, die Cash-Out jederzeit ändern oder zurückziehen lassen — kein garantierter Markt, keine Garantie auf Vorhandensein. Wer Curling live wettet, muss damit rechnen, dass der Cash-Out-Knopf fehlt.
Der Gewinn aus einer Sporttip-Wette errechnet sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Das ist eine kleine, aber bemerkbare Marge zuungunsten des Spielenden: Aus einem Gewinn von CHF 1’247 werden nach der Rundung CHF 1’245.
Wird ein Curling-Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach ursprünglichem Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig — Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationen erhält die Voraussage die Quote 1.00.
Was Loterie Romande Jouez Sport für Curling-Wetten bietet
Die Loterie Romande ist das Gegenstück zu Swisslos für die Romandie und führt Sportwetten unter dem Namen Jouez Sport. Sitz in Lausanne, 2’350 Verkaufsstellen, 221 Mitarbeitende. Online ist die Teilnahme für Personen mit Wohnsitz in FR, GE, JU, NE, VD, VS möglich, ab 18 Jahren.
Die Spielregeln, Limiten und Verfahrensweisen sind weitgehend parallel zu Swisslos, weil beide Anbieter dem selben Rahmen unterstehen. Für eine Wette auf Curling heisst das: dasselbe Mindestmass an Verlässlichkeit, dieselbe Schweizer Bewilligung, dieselbe Sperrregister-Anbindung. Curling-spezifisch ist das Angebot vergleichbar — die Gespa-Liste der bewilligten Wettbewerbe gilt für beide Veranstalter gleichermassen.
Wer in der Romandie wohnt und Curling wetten will, kommt an Jouez Sport nicht vorbei. Wer im Deutschschweizer Vertragsgebiet wohnt, kommt an Sporttip nicht vorbei. Wer umgezogen ist und merkt, dass das Konto am falschen Ort liegt, muss wechseln.
Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Neben den beiden bewilligten Organisatoren trifft der Schweizer Curling-Spieler im Internet auf eine ganze Reihe ausländischer Marken. Diese haben keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz, und keine ausländische Lizenz — gleich aus welchem Land — hat in der Schweiz Geltung (Art. 4 BGS).
| Marke | Bewilligungsstatus | Veranstalter laut Eigenangabe |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Schweizer Bewilligung (Gespa) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Schweizer Bewilligung (Gespa) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Fezbet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| 1Bet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| BetFury | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| BassBet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
| 20Bet | ohne Schweizer Bewilligung | nicht etabliert |
Die Folgen für den Spielenden: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsucht-Beratungsstellen als Anlaufpunkt im Streitfall. Die Domains ausländischer Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste stehen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Wer eine Wette platziert, tut das auf einer Plattform, die in der Schweiz nicht zugelassen ist.
Werbung für nicht bewilligte Geldspiele ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Wer hier liest, sieht keine Werbung — was hier steht, ist eine Einordnung, kein Aufruf. Werbung machen die Marken anderswo.
Quoten, Margen und der reale Preis einer Wette
Eine Quote ist nie ein neutraler Preis. Sie ist das, was der Veranstalter auszahlt, und die Differenz zum «fairen» Preis — der Auszahlungsquote — ist die Marge. Bei einem Markt mit zwei gleich wahrscheinlichen Ausgängen liegt die faire Quote bei 2.00 auf jeden Ausgang. Bietet der Anbieter 1.90 auf jeden, ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 0.95, also 95 % der Einsätze. Die Marge beträgt 5 %.
Was heisst das in Franken? Bei einer Wette von CHF 10 mit Quote 1.90 auf einen Sieg zahlt der Anbieter bei Treffer CHF 19 aus, bei Verlust ist der Einsatz weg. Auf Dauer — über sehr viele Wetten — wandern 5 % aller Einsätze an den Veranstalter, nicht an die Spielenden. Das ist der Preis einer Wette; er steht nie auf dem Wettschein, aber er ist in jeder Quote eingepreist.
Die Marge bei einem hypothetischen 1.90/1.90-Markt
Für einen Zwei-Wege-Markt mit Quote 1.90 auf jedes Ergebnis: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 1 ÷ (2/1.90) = 1.90/2 = 0.95, also 95 %. Die Marge liegt bei 1 − 0.95 = 5 %, das heisst, der Veranstalter behält von jedem eingesetzten Franken rund 5 Rappen ein. Bei einem Markt mit Quote 1.85/1.85 wäre die Auszahlungsquote 1 ÷ (2/1.85) ≈ 0’925, die Marge etwa 7.5 %. Bei Quote 2.00/2.00 wäre die Auszahlungsquote genau 1.00 und die Marge 0 % — ein fairer Markt, den kein Anbieter freiwillig anbietet.
Die effektive Marge bei Schweizer Anbietern auf Curling-Wetten ist nicht öffentlich ausgewiesen; sie hängt von Anbieter, Wettbewerb und Wettart ab. Was sich sagen lässt: bei Randsportarten liegt sie tendenziell höher als bei Fussball-Bundesliga, weil weniger Volumen einen höheren Risikoausgleich braucht. Wer Curling auf einem Schweizer Anbieter wettet, zahlt eine Marge, die im Bereich von etwa 5 % bis 9 % liegen kann, je nach Markt. Auf ausländischen Plattformen ist sie oft ähnlich oder höher, dort aber ohne jeden Schweizer Schutz.
Diese Marge schlägt auf den erwarteten Gewinn durch: Wer 100 Wetten à CHF 10 auf einen ausgeglichenen Markt mit 5 % Marge platziert, verliert statistisch rund CHF 50, auch wenn er jede Wette «fair» ansetzt. Bei 9 % Marge sind es CHF 90.
Der Gewinnbetrag bei einer Einzelwette und bei einer Kombiwette
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinn aus Einsatz mal Quote. Eine Einzelwette von CHF 10 auf Quote 2.50 zahlt bei einem Treffer CHF 25 aus (10 × 2.50 = 25), der Reingewinn beträgt CHF 15 (10 × (2.50 − 1) = 15). Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Einzelquoten zur Gesamtquote. Eine Dreier-Kombi mit Quoten 2.00, 1.80 und 3.00 hat die Gesamtquote 2.00 × 1.80 × 3.00 = 10.80, ein Einsatz von CHF 5 würde bei vollem Treffer CHF 54 auszahlen, der Reingewinn wäre CHF 49.
Die Marge einer Kombiwette ist höher als die der Einzelmärkte, aus denen sie besteht. Wer mit Quoten von je 1.90 kombiniert, hat auf jeder Einzelwette eine Marge von 5 %, auf der Kombiwette liegt sie über 13 %, weil sich die Margen multiplizieren statt addieren. Deshalb sind Kombiwetten trotz Quotenboost verlockend, aber teurer.
Der Gewinn wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Aus CHF 12’473 werden so CHF 12’470. Bei kleinen Einsätzen fällt das nicht ins Gewicht; bei häufigem Wetten summiert es sich.
Kombiboost und Cash-Out: was es kostet
Der Kombiboost bei Sporttip verlangt mindestens vier Voraussagen mit Einzelquote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Bei fünfzehn Voraussagen mit Quote 1.50 hat die Kombiwette eine Gesamtquote von 1.50^15, was astronomisch unwahrscheinlich hohe Quoten ergibt — aber das ist auch der Punkt: bei einem tatsächlichen Treffer ist der Bonus 100 % des Nettogewinns.
Was kostet das? Bei einer fünfzehn-fachen Kombi auf Quote 1.50 ist die implizite Wahrscheinlichkeit jedes Beins 66.7 %, alle Beine gleichzeitig zu treffen liegt bei 0’667^15 ≈ 0.7 %. Auch bei einem angenommenen Treffer ist die kombinierte Marge erheblich — der Boost gleicht das nur teilweise aus, und er ist auf den Nettogewinn bezogen, nicht auf die Wette selbst. Cash-Out ist verlockend, weil er einen offenen Gewinn vor dem Spiel fixiert. Bei Sporttip ist Cash-Out nur vollständig, ohne Teilauszahlung, nur online und nicht für jeden Markt garantiert. Der Betrag ist tiefer als der mögliche volle Wettgewinn, hängt vom Spielstand ab und kann vom Anbieter jederzeit geändert werden — eine Absicherung nach oben gibt es nicht.
Geldflüsse: Einzahlung, Auszahlung, Gewinn
Wie das Spielguthaben entsteht und wohin der Gewinn fliesst
Wer ein Konto bei Swisslos führt, lädt das Spielguthaben per Online-Zahlung oder Einzahlungsschein auf, Mindestbetrag CHF 20. Pro 30 Tage sind höchstens CHF 10’000 möglich, der Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Eine Aufladung über die PostFinance-App ist möglich (PostFinance Pay, Bestätigung direkt in der App).
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert drei Arbeitstagen auf ein Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto im Namen des Spielenden überwiesen. Auszahlungen sind innert 365 Tagen zweimal gratis; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.
Wer spielt, sollte sich merken: mehr als zwei Auszahlungen pro Jahr sind möglich, kosten aber 3 % Kommission. Das ist nicht versteckt, es steht in den Bedingungen, aber es ist eine kleine Bremse gegen häufiges Auscashen.
Was eine Auszahlung in der Schweiz steuerlich bedeutet
Gewinne aus Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelwettgewinn einkommenssteuerfrei. Der Bund hat die Schwelle per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 angehoben (2025: CHF 1’070’400). Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Die kantonalen Freibeträge sind unterschiedlich — manche Kantone setzen den Freibetrag tiefer oder behandeln Wettgewinne vollständig als steuerbares Einkommen. Wer oberhalb der Schwelle gewinnt, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.
In der Praxis liegt der typische Wettgewinn weit unter dem Freibetrag. Wer Curling auf eine Einzelwette von CHF 20 mit Quote 2.50 wettet und trifft, gewinnt CHF 50, weit unter jeder Schwelle. Steuerfrei in jedem Kanton, unabhängig vom Freibetrag.
Für Gewinne aus ausländischen Anbietern gilt keine Verrechnungssteuer; aber je nach Kanton können sie als Einkommen versteuert werden, insbesondere im Kanton Thurgau. Wer dort wohnt und auf einer Offshore-Plattform einen Gewinn realisiert, trägt ihn in die Steuererklärung ein.
Offshore und Schwarze Liste: was passiert, wenn der Anbieter keine Schweizer Bewilligung hat
Die Gespa führt eine Sperrliste mit Domainnamen ausländischer Anbieter. Schweizer Internetanbieter sperren den Zugang auf DNS-Ebene, der Aufruf einer gesperrten Domain ist nicht möglich, ohne DNS-Server manuell zu ändern. Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als bekannte Beispiele und weist darauf hin, dass Domains rasch ersetzt werden («Domain-Hopping»).
Für den Spielenden bedeutet das: Eine ausländische Plattform kann heute erreichbar sein und morgen auf der Liste stehen. Mit gesperrter Domain ist das Konto weiterhin existent, aber der Zugang fehlt. Wer sein Geld zu diesem Zeitpunkt auf dem Konto hat, muss es über die ausländische Plattform selbst zurückholen — ein Schweizer Anbieter kann nichts auszahlen, was bei ihm nicht eingezahlt wurde.
Wetten ohne Schweizer Bewilligung sind nach Art. 130 BGS strafbar — der Anbieter macht sich strafbar, nicht der Spielende. Aber: Im Strafverfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Es gibt keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Sperrregister und kein Schweizer Rechtsmittel. Wer sich bei einem ausländischen Anbieter selbst sperren lässt, sperrt sich dort — das Schweizer Register erfährt nichts davon.
Die Gespa schreibt es selbst: Eine ausländische Lizenz «hat keine Kraft in der Schweiz». Das ist die rechtliche Grundaussage zum Offshore-Sektor. Wer dennoch spielt, tut es auf eigenes Risiko.
Häufige Fragen zum Curling Wetten in der Schweiz
Sind Wetten auf Curling bei Sporttip oder Jouez Sport möglich?
Die beiden bewilligten Anbieter führen Wetten auf olympische Sportarten; Curling gehört zum olympischen Programm und ist in der Regel im Wettangebot, wenn ein grosses Turnier stattfindet (WM, EM, Olympia). Welche konkreten Wettarten pro Spiel angeboten werden, hängt vom Ereignis ab und ist im Wettschein vor der Platzierung ersichtlich. Was die Gespa-Liste nicht enthält, wird nicht angeboten.
Welche Sportarten und Wettmärkte sind auf der Gespa-Liste?
Die Gespa-Liste ist eine geschlossene Aufstellung bewilligter Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Sie enthält olympische Sportarten und die grossen Weltsportverbände, aber keine Eckball- oder Kartenmärkte, keine Esports-Sektion, keine Wetten auf Trainingsläufe und keine Wetten auf Wettbewerbe, in denen überwiegend Minderjährige antreten. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; massgeblich ist die im Zeitpunkt der Wette geltende Fassung.
Was bedeutet die Marge in den Quoten?
Die Marge ist der Anteil jedes Einsatzes, den der Veranstalter auf Dauer einbehält. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit Quote 1.90 auf jedes Ergebnis liegt die Auszahlungsquote bei rund 95 %, die Marge bei 5 %. Bei Kombiwetten multiplizieren sich die Margen, bei Randsportarten wie Curling ist die Marge oft höher als bei Massensportarten, weil das Volumen geringer ist und der Veranstalter mehr Risikopuffer einpreist.
Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote?
Der Gewinn bei einer Einzelwette ist Einsatz mal Quote; bei einer Kombiwette ist die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten, und der Gewinn ist Einsatz mal Gesamtquote. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Beispiel: Einsatz CHF 10 auf Quote 2.50 ergibt einen Gewinn von CHF 25 (10 × 2.50), aufgerundet auf zwei Nachkommastellen bleibt es CHF 25.00.
Was passiert bei einer Spielabsage?
Wird ein Curling-Spiel abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt (bei Turnieren gilt der Turnierrahmen), ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, der Einsatz fliesst auf das Spielkonto zurück. In Kombiwetten wird die abgesagte Voraussage mit Quote 1.00 gewertet — die Wette bleibt offen und wird auf den verbleibenden Voraussagen berechnet. Das gilt für Sporttip; Jouez Sport verfährt im Rahmen der eigenen Spielregeln analog.
Bis zu welchem Betrag bleibt ein Gewinn steuerfrei?
Bund und Kantone kennen unterschiedliche Schwellen. Der Bund hat den Steuerfreibetrag per 1. Januar 2026 auf CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn festgesetzt (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag ist unterschiedlich — manche Kantone haben keinen Freibetrag und behandeln Wettgewinne als normales Einkommen. Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer direkt abgezogen, die bei der Steuererklärung zurückgefordert werden können. Bei Gewinnen aus ausländischen Wetten entfällt die Verrechnungssteuer; die kantonale Steuerpraxis variiert, im Kanton Thurgau etwa werden solche Gewinne vollständig als Einkommen besteuert. Der typische Wettgewinn auf eine Curling-Einzelwette liegt bei wenigen Dutzend Franken — weit unter jeder Schwelle.
Sportarten – buchmachersch
Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»
