Online Radsport Wetten Schweiz 2026: Anbieter, Regeln, Kosten

Updated Oktober 2026
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Eine Landstrasse schlängelt sich einen Alpenpass hinauf, am Strassenrand liegt feuchtes Gras und die Morgensonne färbt die Felsen.

Wer in der Schweiz auf die Tour de France, den Giro oder einen Frühjahrsklassiker wetten will, hat es mit einem der am engsten regulierten Wettmärkte Europas zu tun. Seit 2019 dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Was gewettet werden darf, steht zusätzlich in einer geschlossenen Liste der Gespa. Wer bei einem ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, verzichtet auf den Schutz des Geldspielgesetzes – und riskiert, dass die Domain auf der Gespa-Sperrliste landet.

Die Tour de France wurde erstmals 1903 ausgetragen, Start war am 1. Juli in Montgeron bei Paris; Veranstalter ist seit 1992 die Amaury Sport Organisation (ASO).

Stand: Oktober 19, 2026 – geprüft gegen die Gespa-Bewilligungsregister, die Spielregeln der beiden Veranstalter sowie die offiziellen Wettprogramme von Sporttip und Jouez Sport.

Rechtslage: Wer in der Schweiz auf Radrennen wetten darf

Das Schweizer Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51) teilt Glücksspiele in zwei Klassen: Geldspiele in Casinos und Geldspiele ausserhalb von Casinos. Sportwetten gehören zur zweiten Klasse und werden dort als Grossspiele bezeichnet. Zuständig ist nicht die ESBK, sondern die Gespa – die Interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern, getragen vom Geldspielkonkordat der Kantone.

Ein langer Kiesweg zwischen Obstbäumen am Seeufer, im Hintergrund die Silhouette von Bergen im Dunst eines frühen Morgens.
Die UCI WorldTour wird seit dem Jahr 2011 vom Radsport-Weltverband UCI veranstaltet und gilt als Nachfolgeserie der gescheiterten UCI ProTour.

Für jedes Grossspiel braucht ein Veranstalter zwei Bewilligungen: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS). Eine ausländische Lizenz – aus Malta, Curaçao oder Deutschland – hat in der Schweiz keine Rechtskraft (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten anbietet, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Spielerinnen und Spieler werden nicht bestraft, aber Gewinne können im Strafverfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es fehlt jede Schweizer Aufsicht.

Die Kantone haben die Zahl der Anbieter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt:

Ein Online-Konto bei einem der beiden gibt es nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet; eine Anmeldung von ausserhalb ist nicht möglich. Wer im Tessin wohnt, spielt bei Swisslos; wer in Genf wohnt, bei der Loterie Romande.

Die Gespa-Liste: Was überhaupt gewettet werden darf

Auch wenn ein Rennen auf dem Wettprogramm steht, ist nicht alles erlaubt, was bei ausländischen Buchmachern selbstverständlich ist. Die Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten der Gespa (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS) ist eine geschlossene Liste. Sie entscheidet, welche Rennen überhaupt als Ereignis für eine Wette in Frage kommen, und sie entscheidet auch, welche Wettarten zugelassen sind.

Ein Rennrad lehnt an einer Steinmauer am Rand eines Dorfplatzes, daneben eine Trinkflasche im ersten Sonnenlicht.
Zu den Frühjahrsklassikern im Radsport zählen Lüttich–Bastogne–Lüttich (seit 1892), Paris–Roubaix (seit 1896) und Mailand–San Remo (seit 1907).

Für Radsport und Jahreszahlen:

Was nicht auf der Liste steht, kann auch Sporttip nicht anbieten. Eckball-Märkte, Kartenwetten oder «nächster Sturz» – alles, was den Wettcharakter über die klassischen Sieger-, Etappen- und Platzierungswetten hinaus erweitert – fehlt. Trainingsfahrten sind ausdrücklich ausgenommen. E-Sports erscheint in der Liste nicht.

Was die Liste erlaubt, hängt von der jeweiligen Veranstaltung ab. Qualifikationsrunden sind nur dann wettrechtlich relevant, wenn die Qualifikation selbst zur Internationalität gehört. Bei Etappenrennen sind Wetten auf Etappensieger, Gesamtsieger, Trikotwertungen und einzelne Mannschaften zugelassen; bei Eintagesrennen konzentriert sich das Programm auf den Tagessieg und häufig Podiums- oder Top-10-Plätze. Bei Juniorinnen und Junioren sowie bei Wettbewerben, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, gilt ein Wettverbot (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Werbung, Boni und Verrechnungssteuer

Werbung für nicht in der Schweiz bewilligte Glücksspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und kann mit einer Busse bis zu CHF 500’000 geahndet werden (Art. 131 BGS). Gratiswetten und Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS).

Für Gewinne aus Schweizer Sportwetten gilt: Bis zum Steuerfreibetrag sind sie einkommenssteuerfrei. Der Bund setzt den Freibetrag auf CHF 1’071’000 seit dem 1. Januar 2026 (im Vorjahr CHF 1’070’400). Die Kantone haben eigene Schwellen, weshalb die Höhe «je nach Kanton» variiert. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Wer unter dem Freibetrag bleibt – und das ist die ganz grosse Mehrheit der Spielenden – zahlt keine Einkommenssteuer auf den Wettgewinn und keine Verrechnungssteuer. Auf ausländische Gewinne wird keine Verrechnungssteuer erhoben; der Kanton Thurgau behandelt sie jedoch unabhängig vom Betrag als voll steuerbares Einkommen.

Spielerschutz: Limiten, Pausen und Sperre

Beim Radsport dauert eine Wette oft über Wochen – Etappenwetten bei der Tour de France werden über drei Rennwochen hinweg abgerechnet, Trikotwertungen erst am Schluss. Genau diese langen Zeiträume machen den Spielerschutz bei Radwetten besonders relevant.

Verlust- und Einzahlungslimiten

Wer bei Sporttip oder Jouez Sport mitspielen will, muss vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten setzen – einen Tageswert, einen Wochenwert und einen Monatswert. Die Obergrenze bei Sporttip liegt bei CHF 9’999 pro Tag (für Minderjährige, die ohnehin nicht teilnehmen dürfen, gilt eine separate Limite). Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen.

Die Senkung einer Limite gilt sofort. Eine Erhöhung wird mit 72 Stunden Verzögerung wirksam – das ist nicht im Gesetz, sondern in den Spielregeln von Swisslos so festgelegt. Das Gesetz schreibt eine Wartezeit von 24 Stunden vor; Swisslos und Loterie Romande gehen darüber hinaus.

Eine statutarische fixe Einzahlungsgrenze des Staates gibt es in der Schweiz nicht. Die Spielerin oder der Spieler setzt die eigenen Limiten selbst – und kann sie nur mit der gesetzlich vorgesehenen Wartezeit wieder anheben.

Pausen und Spielsperre

Swisslos bietet eine produktbezogene Selbstsperre für 1 bis 180 Tage. Eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht möglich. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer in der Schweiz gesperrt ist, kann also auch nicht im Online-Casino spielen. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).

Aufgehoben wird eine Spielsperre frühestens nach drei Monaten und nur mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Altersjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS) – eine Wette wird storniert, ein Gewinn verfällt.

Auszahlung nur auf das eigene Konto

Gewinne und Restguthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers ausgezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS). Anonyme Auszahlungen, Kryptowährungen oder Auszahlungen an Dritte sind in der bewilligten Schweizer Sportwette nicht möglich. Kredite an Spielende sind verboten (Art. 75 Abs. 1 BGS) – ein Anbieter darf einer Spielerin oder einem Spieler kein Geld leihen, damit diese oder dieser weiterspielen kann.

Gespa-Testkäufe 2025

Die Gespa hat im Jahr 2025 an 200 Verkaufsstellen getestet, ob Minderjährige eine Sportwette abschliessen können. In 47,5 % der Fälle wurde die Wette verkauft. Der Schweizer Verkaufsschutz ist also nicht so dicht, wie er sein sollte. Online ist die Lage besser: Die Anmeldung verlangt den hochgeladenen Ausweis mit Adressprüfung, eine Spielsperre wird im Register geprüft, und die Spielregeln verbieten Minderjährigen die Teilnahme ausdrücklich.

Radsport-Kalender: Wovon in der 2026er-Saison die Rede ist

Der Radsportkalender ist lang und dicht. Wer auf Rennen wetten will, muss die Saison verstehen.

Drei Familien von Rennen prägen den Rennsport:

Beim Rennen unterscheidet das Wettprogramm zwischen verschiedenen Wertungen. Bei einer Grand Tour sind es fünf:

Etappenwetten funktionieren tagesgleich: Wer auf Etappensieger wettet, muss die Entscheidung am Etappenende treffen – das Rennen zählt nur, was im Ziel steht. Live-Wetten auf die noch laufende Etappe sind dort möglich, wo der Veranstalter das anbietet; Sporttip schliesst Live-Wetten auf die laufende Etappe nicht aus.

Quoten und Marge: Was kostet eine Wette wirklich?

Eine Wette auf einen Radfahrer ist nicht «sicher», nur weil die Quote gut aussieht. Im Preis steckt eine Marge des Buchmachers – der Anteil, den der Veranstalter von jedem gesetzten Franken einbehält. Die Marge ist der Grund, warum die Quoten auf alle möglichen Sieger einer Etappe zusammen nicht 100 % ergeben, sondern weniger.

Berechnung. Für einen Markt mit zwei Ausgängen – etwa «Pogačar gewinnt das Gelbe Trikten ja/nein» – gilt:

Für ein illustratives Beispiel mit zwei Quoten 1.90 / 1.90 (ein typischer ausgeglichener Markt, keine notierte Preise):

Anders gesagt: Von jedem gesetzten Franken zahlt der Markt im Schnitt 95 Rappen aus, 5 Rappen behält der Veranstalter. Bei einem Drei-Wege-Markt (Sieger, Zweiter, Dritter oder ähnliche Aufteilungen) ist die Marge höher – typisch 6 bis 8 % bei einer Grossveranstaltung, mehr bei Rennen mit vielen Ausgängen oder bei Kombiwetten.

Was das für den Spielenden heisst: Eine Wette auf den Etappensieger bei der Tour de France zahlt im Schnitt 94 bis 96 % der Einsätze aus. Eine Wette auf das Podium oder auf Kombiwetten über mehrere Etappen hat eine höhere Marge – oft 8 bis 12 %, bei Aussenseitern mit tiefen Quoten teilweise noch höher.

Was die Marge über den Buchmacher verrät. Die Marge ist das einzige wirklich vergleichbare Qualitätsmerkmal zwischen Buchmachern: Wer bei einem Markt konstant tiefere Margen anbietet, gibt im Schnitt mehr vom Einsatz zurück. Bei Radwetten zeigen sich Unterschiede vor allem bei Etappenwetten auf Aussenseiter und bei Kombiwetten. Wer auf den Gesamtsieger einer Grand Tour wettet, hat oft die Wahl zwischen wenigen Märkten – die Marge ist dann weniger eine Wahl als eine Konstante.

Tour de France: Das Rennen, auf das am häufigsten gewettet wird

Die Tour de France ist das wichtigste Radrennen für Wettende. Sie wurde 1903 zum ersten Mal ausgetragen, Start am 1. Juli in Montgeron bei Paris; seit 1992 ist die Amaury Sport Organisation (ASO) Veranstalterin. Etwa 21 bis 22 Profimannschaften nehmen teil, darunter 18 UCI WorldTeams. Die Teams bestehen seit 2018 aus acht Fahrern, vorher waren es neun. Meist stehen rund zwanzig Etappen auf dem Programm nach dem Grand Départ.

Rekordsieger mit fünf Siegen sind Jacques Anquetil, Eddy Merckx, Bernard Hinault, Miguel Indurain und Tadej Pogačar. Pogačar hat die Tour 2020, 2021 und von 2024 bis 2026 gewonnen – vier Siege in den letzten fünf Austragungen. Bei der Vuelta 2026 ist Pogačar auf der achten Etappe gestürzt und ausgeschieden; der Österreicher Felix Gall wurde Gesamtdritter, 2:44 hinter Sieger Enric Mas, und war damit der erste Österreicher auf dem Podium einer Grand Tour überhaupt (zuvor stand nur Adolf Christian 1957 als Dritter der Tour auf einem Grand-Tour-Podium). Gall war beim Giro d’Italia 2026 Zweiter.

Das Trikot-System der Tour:

Die Trikotwetten sind eigene Märkte: Wer auf das Grüne Trikot wettet, wettet nicht auf den Etappensieg, sondern auf den Konstanz von Sprintpunkten über drei Wochen. Wer auf das Gepunktete wettet, setzt auf einen Bergspezialisten, der die Bergetappen sammelt. Diese Märkte haben eine höhere Marge als die Etappensieger-Märkte – sie sind komplexer, die Ausgänge sind weniger vorhersagbar.

Giro, Vuelta, Eintagesrennen: Die anderen Wetten

Giro d’Italia – in der Regel im Mai. Eine Grand Tour mit eigener Ästhetik: bergige Strecken, eigene Trikotfarben (Rosa für die Gesamtwertung, Blau für die Bergwertung, Rot für die Punktewertung, Weiss für die Nachwuchswertung). Der Giro ist im Wettprogramm ähnlich vertreten wie die Tour, mit Gesamtsieger-, Etappen- und Trikotwetten.

Vuelta a España – seit Mitte der 1990er-Jahre im September. Die Vuelta hat eine eigene Geschichte von Zeitfahren in den Anden und einem häufig spanischen Siegerprofil. Das Rote Trikot (Maillot Rojo) steht für die Gesamtwertung.

Eintagesrennen – Paris–Roubaix («Die Hölle des Nordens»), Mailand–San Remo, Lüttich–Bastogne–Lüttich, Flandern-Rundfahrt, Amstel Gold Race und der Strassenweltcup haben im Frühjahr Hochkonjunktur im Wettprogramm. Wer auf Eintagesrennen wettet, wettet in der Regel auf den Tagessieg oder auf das Podium; bei Weltcuprennen gibt es zusätzlich die Nationenwertung und die Juniorenwertung als Märkte.

Bahnsport, Mountainbike, Croset – das Radsport-Wettprogramm der Gespa-Liste umfasst über die Strasse hinaus auch Bahnradsport (Sechstage, Sprint, Verfolgung, Punktefahren), Mountainbikesport (Cross-Country, Marathon, Downhill), Croset und BMX. Die Wettangebote sind dort kleiner als bei den grossen Strassenrennen, aber bei Weltcup- und WM-Rennen kann es Etappensieger- und Podiumsmärkte geben.

Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet die Anbieter nach zwei Achsen ein: die Bewilligungslage in der Schweiz und der gemeldete Lizenzstatus im Ausland. In der Schweiz sind nur zwei Veranstalter zugelassen – Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport). Alle weiteren Anbieter auf dem Markt haben keine Schweizer Bewilligung. Sie können in der Schweiz nicht legal Sportwetten anbieten; ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen und über DNS gesperrt werden.

Marke Bewilligung in der Schweiz Veranstalter / Lizenz laut Eigenangabe
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS, Gespa) Société de la Loterie de la Suisse Romande, Lausanne; Produkt Jouez Sport
WirWetten ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
BC.Game ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
Donbet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
bet365 ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
22Bet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
BetOnRed ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt
IviBet ohne Schweizer Bewilligung Lizenz laut Eigenangabe: nicht festgestellt

Was die Tabelle zeigt: Die ersten beiden Zeilen sind die einzigen Anbieter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen. Alle weiteren Marken tauchen im Markt auf – sie werben auch in Schweizer Medien, sie haben deutsche oder englische Domains, manche akzeptieren Schweizer Spielerinnen und Spieler. Keine Schweizer sind aber bewilligt.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Genossenschaft der Deutschschweizer Kantone und des Tessins. Sitz in Basel, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS, Aufsicht durch die Gespa. Produktname: Sporttip. Das Vertragsgebiet deckt 19 Deutschschweizer Kantone, den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein ab.

Wettprogramm Radrennen. Sporttip bietet Wetten auf Etappens, Grossen und Trikots an, soweit die Rennen und Wetten auf der Gespa-Liste stehen. Bei grossen Eintagesrennen und Grand Tours sind Etappen-, Gesamt- und Podiumsmärkte verfügbar.

Mindest- und Höchsteinsätze. Der Mindesteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 1. Der Höchsteinsatz pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 1’000, für Systemwetten bei CHF 10’000. Die Limiten sind Spielregeln, nicht gesetzlich; Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Quotenboosts und Profitboosts. Beide gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide Boosts sind pro Spielendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.

Cash-Out. Cash-Out ist bei Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live – aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen; eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg; er hängt vom Verlauf der Ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.

Reguläre Spielzeit. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind – das gilt für Fussball; bei Radrennen ist die Spielzeit durch das Zieleinlauf definiert.

Sperre und Schutz. Spielsperren werden in einem schweizweiten Register eingetragen und gelten auch für Online-Casinos. Eine produktbezogene Sperre für 1 bis 180 Tage lässt sich ohne Aufhebungsmöglichkeit aktivieren. Der Zugang ist erst nach Identitätsprüfung und ab 18 Jahren möglich; pro Person ist nur ein Konto zulässig.

Verteilung des Reingewinns 2025. Swisslos hat im Geschäftsjahr 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio. ausgeschüttet: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (Vorjahr CHF 122 Mio.).

Verdienst. Wer in der Deutschschweiz oder im Tessin wohnt und auf Radsport wetten will, kommt an Sporttip nicht vorbei – es ist die einzige bewilligte Option im Vertragsgebiet. Das Wettprogramm ist auf das beschränkt, was die Gespa-Liste erlaubt; bei grossen Rennen wie der Tour ist es aber breit genug für Etappen-, Gesamt- und Trikotwetten. Die Cash-Out-Bedingungen sind im Vergleich zur ausländischen Konkurrenz zurückhaltender, dafür ist der Schutz voll: Schweizer Aufsicht, Schweizer Sperre, Schweizer Steuerfreibetrag.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande ist die Schwester von Swisslos in der Westschweiz. Sitz in Lausanne, Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung unter dem BGS. Produktname: Jouez Sport. Das Vertragsgebiet umfasst die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Die Loterie Romande betreibt rund 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und beschäftigt 221 Mitarbeitende; die Kontaktadresse ist Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne.

Bewilligungslage. Identisch zu Swisslos: Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht durch die Gespa, Sportwetten als Grossspiel. Was für Swisslos gilt, gilt für die Loterie Romande entsprechend – inklusive der Pflicht zur Spielsperre im Register, der Prüfung gegen Adressdatenbanken bei der Anmeldung und der Auszahlung nur auf das eigene Zahlungskonto.

Wettprogramm Radrennen. Das Wettprogramm von Jouez Sport folgt der gleichen Gespa-Liste wie Sporttip, sodass auch hier Etappen-, Gesamt- und Podiumsmärkte auf den grossen Rennen verfügbar sind, soweit die Liste es erlaubt.

Verdienst. Wer in der Westschweiz wohnt, kommt an Gleichen aus Lausanne nicht vorbei. Die Rahmenbedingungen – Schutz, Sperre, Auszahlung – sind mit Sporttip vergleichbar; das Wettprogramm kann sich im Detail unterscheiden, etwa in der Zahl der Märkte pro Rennen oder in den angebotenen Quotenboosts. Wer das beste Angebot für ein bestimmtes Rennen sucht, vergleicht beide Wettprogramme am Tag des Rennens.

WirWetten, BC.Game, BillyBets, Donbet, bet365, 22Bet, BetOnRed, IviBet

Diese acht Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung. Sie tauchen im Schweizer Markt auf – über Werbung, Affiliate-Links, Sport-Streams oder schlicht, weil ihre Domains in Schweizer Suchmaschinen erscheinen. Sie werben mit Quoten, Boni, «Risikofrei-Wetten» und Livestreams, die bei Sporttip und Jouez Sport nicht in derselben Breite verfügbar sind.

Was fehlt bei diesen Anbietern in der Schweiz:

Verdienst für die Spielerin oder den Spieler. Diese Anbieter haben in der Schweiz keine legale Basis. Wer dort spielt, hat keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsperre und kein Schweizer Steuerfreibetrag. Die Quoten und Boni mögen auf den ersten Blick attraktiv sein – aber ein Bonus mit hohem Umsatzfaktor und tiefer Mindestquote kostet im Schnitt mehr als er einbringt, und die Marge bei Kombiwetten liegt oft über 10 %. Wer bei einem dieser Anbieter spielt, sollte sich bewusst sein, dass die Domain morgen auf der Sperrliste stehen kann, die Auszahlung sich verzögern kann und der Schweizer Schutz fehlt.

Geld, Auszahlung und Steuern im Detail

Einzahlung und Auszahlung bei Sporttip und Jouez Sport. Auszahlungen erfolgen ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen der Kontoinhaberin oder des Kontoinhabers. Anonyme Auszahlungen, Kryptowährungen, Auszahlungen an Dritte und Kredite an Spielende sind ausgeschlossen. Wer bei Sporttip gewinnt, bekommt das Geld auf das Konto, mit dem eingezahlt wurde – oder auf ein anderes Konto im eigenen Namen.

Steuerlicher Freibetrag. Gewinne aus bewilligten Schweizer Sportwetten sind bis zum Steuerfreibetrag einkommenssteuerfrei. Der Bund setzt den Freibetrag auf CHF 1’071’000 seit dem 1. Januar 2026 (im Vorjahr CHF 1’070’400). Die Kantone haben eigene Schwellen, die «je nach Kanton» variieren. Wer unter dem Freibetrag bleibt, hat keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Wettgewinn zu zahlen. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Gewinne aus ausländischen Wetten werden nicht mit Verrechnungssteuer belastet; die kantonale Praxis variiert (Thurgau: voll steuerbar).

Keine Wettsteuer auf den Einsatz. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf den Einsatz. Wer CHF 100 auf eine Quote 2.10 setzt, zahlt CHF 100 Einsatz und gewinnt im Erfolgsfall CHF 210 Brutto.

Was beim Wetten auf eine Grand Tour zu beachten ist

Wetten über drei Wochen. Eine Etappenwette bei der Tour de France wird am Etappenende abgerechnet; eine Wette auf den Gesamtsieger erst am Schluss. Die Verlustlimite wird pro Tag, pro Woche oder pro Monat gemessen – eine Etappenwette über drei Wochen kann die Monatslimite erreichen, ohne dass die Spielende es merkt. Die Gespa schreibt vor, dass die Verlustlimite vor der ersten Teilnahme gesetzt werden muss – das gilt auch für eine Tour-Wette im Juli.

Wertungswetten sind eigene Märkte. Eine Wette auf das Gepunktete Trikten ist nicht dasselbe wie eine Wette auf den Etappensieg einer Bergetappe. Die Wertung kumuliert Punkte über alle Etappen; die Spielende setzt auf einen Fahrer, der die Punkte konstant sammelt. Diese Märkte haben in der Regel eine höhere Marge als Etappensieger-Märkte, weil die Ausgänge schwerer vorherzusagen sind.

Stürze und Aussteiger. Eine Wette auf den Gesamtsieger ist verloren, wenn der Fahrer vor Paris aussteigt. Die Spielregeln von Sporttip definieren die «reguläre Spielzeit» als reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; bei Radrennen ist das Zieleinlauf. Was im Wettprogramm steht, gilt; ein Sturz ist kein Grund für eine Wettannullierung.

Cash-Out ist eingeschränkt. Cash-Out bei Sporttip ist nur online, nur als voller Cash-Out, nicht für jeden Markt garantiert. Bei einer Tour de France ist Cash-Out vor allem bei Etappenwetten sinnvoll, weniger bei Gesamtsieger-Wetten, deren Ausgang erst am Schluss feststeht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Gewinn ohne Cash-Out; Swisslos kann den Betrag jederzeit anpassen.

Häufige Fragen

Welche Anbieter sind in der Schweiz für Radsportwetten bewilligt?

In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport Sportwetten anbieten. Die Bewilligung erteilt die Gespa nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51). Jeder Veranstalter bedient ein eigenes Vertragsgebiet: Swisslos die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande die sechs Westschweizer Kantone. Ein Online-Konto ist nur mit Wohnsitz im jeweiligen Vertragsgebiet möglich.

Wie lässt sich prüfen, ob ein Rennen oder eine Wettart in der Gespa-Liste steht?

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, die auf der Website der Gespa einsehbar ist (Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Ist ein Rennen oder eine Wettart nicht auf der Liste, kann Sporttip oder Jouez Sport sie nicht anbieten. Die Liste wird regelmässig aktualisiert; für die Saison 2026 ist die Version vom 10. September 2026 massgeblich.

Worin unterscheiden sich Wetten auf den Gesamtsieger und auf den Etappensieg?

Eine Wette auf den Gesamtsieger zählt erst am Schluss der Rundfahrt – nach der letzten Etappe in Paris, Mailand oder Madrid. Eine Wette auf den Etappensieger zählt am Ende der jeweiligen Etappe. Eine Etappenwette kann über drei Wochen hinweg 21-mal abgerechnet werden, eine Gesamtsieger-Wette nur einmal. Cash-Out ist bei Etappenwetten eher verfügbar, bei Gesamtsieger-Wetten weniger sinnvoll.

Was ist die Marge, und wie berechnet sich mein Gewinn?

Eine Wette zahlt im Erfolgsfall Einsatz × Quote zurück. Bei einem Einsatz von CHF 100 auf Quote 2.10 sind das CHF 210 Brutto, davon CHF 110 Reingewinn. Die Marge des Marktes ist der Anteil, den der Veranstalter im Schnitt einbehält. Für ein illustratives Zwei-Wege-Beispiel mit Quote 1.90 / 1.90 ergibt sich eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von rund 5 % – auf 100 gesetzte Franken zahlt der Markt im Schnitt 95 Franken aus.

Welche Verlustlimiten und welche Spielsperre gelten bei den bewilligten Anbietern?

Bei Sporttip setzen Wettende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage (Obergrenze CHF 9’999 pro Tag). Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage setzen. Die Spielsperre ist produktbezogen für 1 bis 180 Tage möglich oder unbefristet im Schweizer Sperrregister – eine unbefristete Sperre gilt auch für Online-Casinos und Liechtenstein. Eine Aufhebung ist frühestens nach drei Monaten und nur mit Einbezug einer Fachstelle möglich.

Was fehlt Wettenden bei ausländischen Anbietern ohne Schweizer Bewilligung?

Ausländische Anbieter haben keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zur Schweizer Spielsperre und keine Schweizer Aufsicht. Eine ausländische Lizenz – aus MalTA, Curaçao oder Deutschland – hat in der Schweiz keine Rechtskraft (Art. 4 BGS). Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste landen; Gewinne sind in einigen Kantonen (Thurgau) voll steuerbar. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, sollte sich die AGB, die Lizenzangaben und die Auszahlungsbedingungen genau ansehen, bevor er einzahlt.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»