Serie A Wetten in der Schweiz – was die Quoten kosten und wer sie anbieten darf

Updated Oktober 2026
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Ein Fussball liegt auf dem Anstosspunkt eines leeren Rasenplatzes in der Abenddämmerung, dahinter leuchten Flutlichtmasten über einer Tribüne.

Stand: Oktober 19, 2026 · geprüft gegen die Gespa-Liste der bewilligten Wettarten und die Spielregeln der beiden Veranstalter

Die Serie A 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026; Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten.

Italienischer Spitzenfussball ist in der Schweiz kein freier Markt. Wer auf Inter, Juventus oder den Aufsteiger aus Neapel setzen will, kann seinen Tipp nur bei einer von zwei Stellen abgeben: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide besitzen die Bewilligung, die das Geldspielgesetz für die Durchführung von Sportwetten verlangt. Ausländische Marken treten hier ohne Schweizer Bewilligung auf, und genau daraus entsteht ein Grossteil der Kosten, die auf den ersten Blick nicht in der Quote stehen.

Die Liga selbst trägt ihren Teil bei. Zwanzig Vereine spielen 38 Spieltage, dazu kommen Auf- und Abstieg und ein Meistertitel, der in den Langzeitwetten landet. Wer die Serie A verstehen will, sieht zuerst auf den Spielplan, dann auf die Marge, die in jeder Quote steckt, und am Schluss auf das, was der Wettschein tatsächlich kostet, wenn die Limite greift.

Rechtslage: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste

Das Geldspielgesetz (BGS, in Kraft seit 1. Januar 2019) behandelt Sportwetten als Grossspiel. Sie brauchen eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Spielbewilligung pro Spielform, und sie stehen unter der Aufsicht der Gespa, nicht der ESBK. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bewusst auf zwei begrenzt: Swisslos (Sitz in Basel) und Loterie Romande (Sitz in Lausanne). Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat hier keine Geltung, weil Art. 4 BGS klarstellt, dass eine Bewilligung nur in der Schweiz wirkt.

Eine kleine Messingwaage steht auf einem Holzschreibtisch vor einem Fenster, durch das Licht in einen ruhigen Büroraum fällt.
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden.

Für Wettende heisst das: Wer in einem Deutschschweizer Kanton wohnt, in Graubünden, im Tessin oder im Fürstentum Liechtenstein, kann ein Konto bei Swisslos eröffnen und auf der Plattform Sporttip spielen. Wer in Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura oder im Wallis lebt, ist im Einzugsgebiet der Loterie Romande und nutzt Jouez Sport. Ein Online-Konto verlangt Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet sowie das vollendete 18. Lebensjahr, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Identität wird über einen hochgeladenen Ausweis geprüft, der gegen Adressdatenbanken abgeglichen wird.

Die Gespa führt eine Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, auf die sich das Angebot beschränkt. Die Liste zeigt keinen Esports-Bereich, keine Corner- oder Kartenmärkte und keine Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows. Qualifikationsrunden sind nur dann zugelassen, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie namentlich aufgeführt sind, und Rangierungswetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podium entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die italienische Serie A als Wettbewerb ist Teil dieser Liste; Märkte darüber hinaus hängen davon ab, ob die Gespa sie freigegeben hat.

Wer aus der Schweiz auf eine ausländische Plattform ausweicht, bewegt sich ausserhalb dieses Schutzes. Die Veranstalter solcher Plattformen begehen eine Widerhandlung gegen das BGS, die mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren geahndet werden kann, und ihre Domains landen auf der Gespa-Sperrliste, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zur Schweizer Spielsperre, keinen Schweizer Rekursweg und keine Sicherung des Guthabens nach Schweizer Recht. Das ist der erste, zu hohe Preis, den eine ausländische Marke auf den ersten Blick nicht zeigt.

Spielerschutz: Limiten, Pausen, Sperre vor der ersten Wette

Bevor bei Swisslos die erste Sporttip-Wette gesetzt wird, müssen Spielende Verlustlimiten für einen, sieben und dreissig Tage festlegen. Die Obergrenze pro Tag liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für 30-Tage-Fenster setzen. Die Statuten schreiben eine oder mehrere Maximalwerte für täglichen, wöchentlichen oder monatlichen Einsatz oder Verlust vor, und das Gesetz sieht vor, dass eine Senkung unverzüglich, eine Erhöhung frühestens nach 24 Stunden wirkt. Swisslos und Loterie Romande haben in ihren Bedingungen 72 Stunden festgelegt, also konservativer als das Minimum.

Eine Espressotasse und ein Bleistift liegen auf einem Caféhaustisch neben einer gefalteten Stoffserviette im Licht der Morgensonne.
Die Serie A hat seit der Saison 2004/05 20 Vereine; jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel.

Die Spielsperre greift auf zwei Ebenen. Produktbezogen lässt sich der Zugang bei Swisslos für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Sperre wird im schweizweiten Register eingetragen und gilt zugleich für Casinos, einschliesslich Online-Casinos, sowie für das Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre kann frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und eine Fachstelle ist dabei einzubinden. Wer ausgesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn.

Wer eine Pause braucht, ohne sich gleich sperren zu lassen, kann bei beiden Veranstaltern eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten beanspruchen. Die Gespa hat zudem 2025 bei Testkäufen an Verkaufsstellen festgestellt, dass in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft wurde. Das ist kein Grund, das Online-Konto für sicher zu halten, aber es ist ein Hinweis darauf, dass der Schutz an der Verkaufsstelle schwankt und die Online-Bedingungen mit Ausweisprüfung den verlässlicheren Weg darstellen.

Prognosen und Tipps: warum auch eine begründete Einschätzung unsicher bleibt

Eine Prognose auf die Serie A entsteht aus drei Bausteinen: der Form der Mannschaft über die letzten Spiele, der Tabellenlage einschliesslich Heim- und Auswärtsbilanz und der Quote, die der Markt für das Ereignis hergibt. Eine Quote unter 1,30 für einen klaren Favoriten sagt mehr über die Erwartung des Marktes als über die Sicherheit des Ausgangs. Liegt sie zwischen 2,00 und 3,50, ist der Ausgang offen, und die Prognose liefert nur einen Ausgangspunkt für die eigene Einschätzung.

Wer die Quoten studiert, sollte auf drei Dinge achten. Erstens auf die Bewegung: Sinkt die Quote für Inter vor einem Heimspiel gegen einen Aufsteiger deutlich, hat der Markt Information aufgenommen, die vor dem Spielbeginn Gewicht bekommt. Drittens auf die Diskrepanz zwischen eigenem Modell und Markt: Weichen die eigenen Wahrscheinlichkeiten um fünf Prozentpunkte vom Markt ab, lohnt sich die Wette, vorausgesetzt, das Modell hat einen nachvollziehbaren Hintergrund.

Was die Prognose nicht leistet, ist Einkommen. Auch eine gut begründete Einschätzung trifft daneben, wenn ein Elfmeter in der Nachspielzeit vergeben wird oder ein Feldverweis die Taktik über den Haufen wirft. Wer auf Langzeitwetten setzt, muss zudem bedenken, dass die Marge in solchen Märkten oft grösser ausfällt als im Einzelspiel, weil das Buchmacherrisiko über die ganze Saison kalkuliert wird. Eine Q&A-Spalte in einem Tippportal liefert Lesestoff, aber keinen Vorteil, den nicht jeder andere Leser ebenso bekommt.

Quoten, Marge und Wettarten: was der Preis über den Markt verrät

Eine Wettquote ist kein Tipp, sondern ein Preis. Der Markt schätzt die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs und multipliziert sie mit einer Auszahlungsquote, die unter 100 % liegt. Diese Auszahlungsquote heisst Quotenschlüssel und berechnet sich über alle Ausgänge eines Marktes als 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Der Rest auf 100 % ist die Marge des Buchmachers, das, was von jedem gesetzten Franken im Markt hängen bleibt. Wer die Quoten vergleicht, vergleicht zwei Brüche: die Wahrscheinlichkeitsschätzung des Marktes und die Marge, die der Anbieter sich nimmt.

Ein Beispiel macht das greifbar. Ein fiktiver Spieltag der Serie A bringt die Quoten 2.10 für den Heimsieg, 3.40 für das Unentschieden und 3.60 für den Auswärtssieg. Setzt man diese Quoten in die Formel ein, ergibt sich:

Die Marge dieses Marktes liegt damit bei rund 4,6 %. Je niedriger die Marge, desto mehr vom Einsatz fliesst an die Wettenden zurück, wenn der Ausgang eintrifft. Bei Sporttip bewegt sich die Marge auf den grossen Fussballmärkten meist in einem ähnlichen Korridor, bei kleineren Ligen und exotischen Märkten steigt sie deutlich. Wer auf eine konkrete Quote setzt, zahlt den Preis, der in der Marge steckt, auch wenn die Quote selbst attraktiv aussieht.

Bei der Berechnung des Gewinns gilt eine einfache Regel. Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Eine Einzelwette von CHF 10 auf Quote 2.10 gibt im Erfolgsfall CHF 21 zurück, davon CHF 11 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Voraussagen. Eine Kombiwette mit drei Voraussagen zu 2.10, 1.80 und 3.20 hat die Gesamtquote 2.10 × 1.80 × 3.20 = 12’096. Ein Einsatz von CHF 10 gibt dann CHF 120.96 zurück.

Bei Sporttip gilt der Kombiboost nur online und nur, wenn mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 kombiniert werden. Der Bonus auf den Nettogewinn staffelt sich: 5 % bei vier Voraussagen, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert, und der Bonus verfällt, wenn die Wette über Cash-Out vorzeitig ausgewertet wird. Das Marketingwort «Boost» meint hier einen kleinen Aufschlag auf den Nettogewinn, der unter dem Strich oft durch die höheren Quoten konkurrierender Buchmacher aufgefressen wird, wenn die Plattformen verglichen werden, die nicht bewilligt sind.

Wettarten bei Sporttip

Einzelwette, Kombiwette und Systemwette sind die drei Grundformen. Bei der Systemwette werden mehrere Kombinationen aus denselben Voraussagen gebildet, sodass nicht alle Voraussagen eintreffen müssen, damit ein Teil des Einsatzes zurückkommt. Livewetten werden vor und während des Spiels angeboten, und sie gelten unabhängig davon, ob das Ereignis tatsächlich live übertragen wird. Wird eine Wette nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert, wird sie mit Quote 1.00 gewertet, das heisst, der Einsatz wird zurückgegeben. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten.

Cash-Out funktioniert bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen Gewinn bei regulärem Ausgang, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Quotenboosts und Profitboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage beziehungsweise erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Ereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert.

Voneinander abhängige Voraussagen derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Swisslos kann eine irrtümlich angenommene Kombination ohne diese Funktion für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Bet-Builder-Funktion ist damit der einzige saubere Weg, Märkte aus einem Spiel zu kombinieren.

Was zur regulären Spielzeit zählt

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Für Fussball sind das rund 90 Minuten plus die vom Schiedsrichter angezeigte Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Sieger nach 90 Minuten plus Nachspielzeit deckt das Ergebnis vor einer allfälligen Verlängerung ab. Eine Wette auf «Aufstieg» oder «Meister» deckt das Saisonergebnis ab, nicht das Ergebnis eines einzelnen Spiels.

Spielplan und Saisonstruktur: was die Serie A für die Wette hergibt

Die Serie A läuft seit der Saison 2004/05 mit 20 Vereinen, davor waren es 18. Jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel, die Saison beginnt Ende August und endet Ende Mai. Aus der Serie A steigen die letzten drei Mannschaften in die Serie B ab, aufsteigen die beiden Besten der Serie B und der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Bei Punktgleichheit entscheidet der direkte Vergleich, Entscheidungsspiele wurden bis zur Saison 2005/06 ausgetragen.

Die erste italienische Meisterschaft wurde 1898 ausgetragen, den ersten Titel gewann der CFC Genua, den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand. Organisiert wird die Serie A von der Lega Nazionale Professionisti Serie A, einer Untereinheit des italienischen Fussballverbands FIGC. Rekordmeister ist Juventus Turin mit 36 Titeln, gefolgt von Inter Mailand mit 21 und dem AC Mailand mit 19 Titeln.

Die Saison 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026. Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten. Aus der Serie A 2025/26 stiegen US Cremonese (34 Punkte), Hellas Verona (21 Punkte) und Pisa SC (18 Punkte) ab. Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez von Inter Mailand mit 17 Toren. Diese Zahlen bilden den Boden für Langzeitwetten, die in der nächsten Saison neu aufgesetzt werden, und für Sondermärkte wie Torschützenkönig, die in der Gespa-Liste zugelassen sein müssen, bevor sie angeboten werden.

Eckpunkte für Wettende auf den Spielplan

Die bewilligten Veranstalter im Vergleich

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter und Produkt
Swisslos Sporttip Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Produkt Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Ja, Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS (Gespa) Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Sitz Lausanne; Produkt Jouez Sport
22Bet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
IviBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
BassBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Sportuna ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
BillyBets ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
BetAlright ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS
myBet ohne Schweizer Bewilligung ausländische Lizenz, keine Geltung in der Schweiz nach Art. 4 BGS

Die Tabelle trennt sauber zwischen den beiden bewilligten Veranstaltern und den ausländischen Marken, die in der Schweiz ohne Bewilligung auftreten. Für Wettende mit Wohnsitz in der Schweiz ist nur die erste Zeile ein gangbarer Weg, und auch das nur, wenn der eigene Kanton zum Vertragsgebiet des Veranstalters gehört.

Swisslos Sporttip

Swisslos betreibt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Sporttip verlangt Mindesteinsatz von CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Verlustlimiten müssen vor der ersten Teilnahme für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Der Cash-Out funktioniert nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Kombiboost gilt nur online mit mindestens vier Voraussagen zu je mindestens 1.50. Quotenboosts und Profitboosts sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert.

Verdienst von Swisslos für 2025: CHF 562 Mio. Reingewinn, davon CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio., gegenüber CHF 122 Mio. im Vorjahr. Der Rückgang beim Sportwettenumsatz zeigt, dass die Einnahmen aus Sporttip nicht statisch sind, auch wenn die Quote für den Wettenden davon unberührt bleibt.

Wer ein Konto bei Swisslos eröffnen will, braucht Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet und das 18. Lebensjahr. Die Registrierung verlangt einen Ausweis, dessen Daten gegen Adressdatenbanken geprüft werden. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Das ist die Plattform für Wettende in der Deutschschweiz, im Tessin und in Liechtenstein. Wer dort wohnt, kommt an Sporttip nicht vorbei, wenn er in der Schweiz legal wetten will.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie hat ihren Sitz in Lausanne, Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Für die Online-Teilnahme gelten die Bedingungen analog zu Sporttip, mit denselben Pflichtlimiten, derselben Identitätsprüfung und demselben 18-Jahres-Mindestalter.

Jouez Sport richtet sich an Wettende im französischsprachigen Landesteil. Die Wettangebote sind auf das beschränkt, was die Gespa-Liste für die jeweilige Sportart zulässt. Wer in einem dieser Kantone wohnt, ist auf dieser Plattform richtig. Wer seinen Wohnsitz wechselt und in das andere Vertragsgebiet zieht, muss das Konto beim alten Veranstalter schliessen und beim neuen eines eröffnen.

Ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung

22Bet, IviBet, BassBet, Sportuna, Rollbit, BillyBets, BetAlright und myBet sind Marken, die Schweizer Spieler im Internet antreffen, ohne dass eine Schweizer Bewilligung vorliegt. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Deutschland hat in der Schweiz keine Geltung. Domains solcher Anbieter können auf der Gespa-Sperrliste landen, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Geblockte Domains werden oft innerhalb von Stunden ersetzt, das Domain-Hopping gehört zum Geschäftsmodell. Wer dort spielt, hat keinen Zugang zur Schweizer Spielsperre, keinen Schweizer Rekursweg und keine Sicherung des Guthabens nach Schweizer Recht.

Einige dieser Marken werben mit höheren Quoten oder mit Bonusangeboten, die auf den ersten Blick grosszügig aussehen. Diese Angebote stehen ausserhalb der Schweizer Aufsicht, und die Bedingungen solcher Boni – Wettanforderungen, Mindestquoten, Fristen – sind auf den jeweiligen Plattformen einzusehen und oft deutlich strenger, als das Marketing vermuten lässt. Das gilt auch für Auszahlungsbedingungen: Die Plattformen können Auszahlungen mit Hinweis auf Bonusmissbrauch oder Identitätsprüfung verzögern, und es gibt keine Schweizer Stelle, die das erzwingt.

Wer in der Schweiz wohnt, ist mit den beiden bewilligten Veranstaltern vollständig versorgt, was die legale Teilnahme an Sportwetten angeht. Wer eine ausländische Plattform nutzt, verlässt diesen Schutz bewusst.

Einsätze, Quoten und Steuern: was die Wette effektiv kostet

Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Diese Limiten sind keine Schutzschranken aus dem Gesetz, sondern Hausregeln des Veranstalters. Swisslos kann sie jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Wer mit höheren Einsätzen spielen will, muss den Weg über mehrere Wetten oder eine Systemwette gehen, was die Kombinationsstruktur verändert und die Marge erhöht.

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Schwelle des Bundes liegt seit dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025 waren es CHF 1’070’400). Die kantonale Schwelle weicht davon ab, daher gilt «je nach Kanton». Über der Schwelle zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Wer darunter bleibt, zahlt auf den Wettgewinn weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer, und die allermeisten Wettenden bleiben deutlich darunter. Eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.

Anders sieht es bei Gewinnen aus ausländischen Plattformen aus. Diese unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis, etwa in Thurgau, behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer aus der Schweiz auf einer ausländischen Plattform spielt und einen Gewinn realisiert, sollte sich bei der kantonalen Steuerverwaltung oder einem Steuerberater erkundigen, bevor die Erklärung abgegeben wird.

Auszahlung und Zahlungswege

Auszahlungen und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers überwiesen. Anonyme Auszahlungen oder Auszahlungen in Kryptowährungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettenmarkt nicht. Die Liste der akzeptierten Zahlungsmarken ist Sache des Veranstalters und findet sich in dessen Bedingungen. Eine Sperre von Zahlungen für unlizenzierte Wettplattformen durch Banken oder Kartenorganisationen gibt es in der Schweiz nicht; wer auf einer ausländischen Plattform einzahlt, zahlt dort direkt, ohne dass eine Schweizer Bank das blockiert.

Wer die Quoten vergleicht, sieht zuerst die Marge

Die Marge in einem 1X2-Markt auf ein konkretes Spiel ist die einzige Kennzahl, die sich zwischen den Plattformen wirklich vergleichen lässt, weil sie zeigt, wie viel vom Einsatz im Fisketten bleibt, unabhängig vom Ausgang. Auf den grossen Fussballmärkten bewegt sich die Marge bei den bewilligten Veranstaltern in einem engen Korridor, und genau dort entscheidet sich, ob eine Quote von 2.10 fair ist oder schon zu viel abschöpft. Das oben durchgerechnete Beispiel mit den Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 und einer Marge von rund 4,6 % liegt in diesem Korridor. Eine Marge von 7 % auf demselben Spiel kostet bei gleichem Einsatz etwa 25 % weniger Rückfluss pro Franken.

Was auf den ersten Blick nach wenig klingt, schlägt bei einem grösseren Einsatz durch. Bei einem wöchentlichen Umsatz von CHF 200 auf einem Markt mit 5 % Marge statt 7 % Marge liegt der Unterschied bei rund CHF 4 pro Woche, das sind CHF 200 im Jahr. Wer regelmässig spielt, sieht die Marge im Portemonnaie.

Häufige Fragen zur Serie A in der Schweiz

Nur die beiden bewilligten Veranstalter Swisslos und Loterie Romande. Sie besitzen die Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz und stehen unter der Aufsicht der Gespa. Swisslos betreibt Sporttip für die Deutschschweiz, das Tessin und Liechtenstein, Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone. Ausländische Marken haben in der Schweiz keine Geltung, ihre Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen.

Sind Wetten auf italienischen Fussball von der Gespa-Liste der zugelassenen Wettarten gedeckt?

Ja, die Serie A ist auf der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten und Wettbewerbe aufgeführt. Was nicht auf der Liste steht, darf nicht angeboten werden, etwa Corner- oder Kartenmärkte, Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehshows. Esports ist auf der Liste nicht zu finden und kann deshalb nicht als Sportwette angeboten werden. Die Liste ist die Grundlage des Wettangebots und wird von der Gespa regelmässig aktualisiert.

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette auf einen Spieltag aus Einsatz und Quote?

Der Rückzahlungsbetrag ist Einsatz × Quote, der Nettogewinn ist Einsatz × (Quote − 1). Eine Einzelwette von CHF 10 auf Quote 2.10 gibt im Erfolgsfall CHF 21 zurück, davon CHF 11 Nettogewinn. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen, sodass eine Kombiwette mit drei Voraussagen zu 2.10, 1.80 und 3.20 die Gesamtquote 12’096 hat und ein Einsatz von CHF 10 im Erfolgsfall CHF 120.96 zurückgibt.

Was bedeutet die Marge in den Quoten für Meister- und Langzeitwetten?

Die Marge ist der Anteil des Einsatzes, der im Fisketten bleibt, ausgedrückt als 100 % minus Auszahlungsquote. Bei Langzeitwetten auf den Meister oder den Torschützenkönig fällt die Marge oft grösser aus als bei einzelnen Spielen, weil das Risiko des Veranstalters über die ganze Saison kalkuliert wird. Eine tiefere Marge bedeutet mehr Rückfluss pro Franken Einsatz, weshalb der Vergleich der Marge zwischen den Märkten wichtiger ist als der Vergleich der Hauptquote.

Was gehört bei Fussballwetten zur regulären Spielzeit, und zählt die Nachspielzeit mit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus die Nachspielzeit, beim Fussball rund 90 Minuten plus die vom Schiedsrichter angezeigte Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Eine Wette auf den Sieger nach 90 Minuten deckt das Ergebnis vor einer allfälligen Verlängerung ab, eine Wette auf den Aufstieg oder den Meister das Saisonergebnis.

Ab welchem Betrag wird ein Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport besteuert, und was gilt je nach Kanton?

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind einkommensteuerfrei bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn. Die Bundesschwelle beträgt seit dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000, der kantonale Freibetrag weicht davon ab, daher die Formulierung «je nach Kanton». Über der Schwelle werden 35 % Verrechnungssteuer abgezogen, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden können. Wer darunter bleibt, zahlt auf den Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer, eine Wettsteuer auf den Einsatz existiert in der Schweiz nicht.

Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»