Quotenrechner für Sportwetten in der Schweiz: was ein Rechner leistet und was er kostet
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Aktualisiert am Oktober 19, 2026 und abgeglichen mit den Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Sporttip (Swisslos, Version 4.2) sowie dem Règlement Jouez Sport (Loterie Romande, 17e Ausgabe, September 2024).
Ein Quotenrechner ersetzt kein Urteilsvermögen, aber er schlägt die Brücke zwischen einer Zahl auf dem Bildschirm und dem, was am Ende tatsächlich auf dem Wettschein steht. Wer in der Schweiz Sportwetten platziert, rechnet zuerst die Quote in einen möglichen Reingewinn um, prüft dann, ob der Einsatz zur eigenen Limite passt, und schliesslich, ob die Wette bei einem bewilligten Veranstalter überhaupt angeboten wird. Die Reihenfolge ist nicht zufällig: Sie trennt das, was jede:r selbst beantworten kann, von dem, was die Geldspielaufsicht und die beiden bewilligten Veranstalter vorgeben. Der Rest dieser Seite folgt demselben Pfad – zuerst, was in der Schweiz erlaubt ist, dann der Spielerschutz, dann die Mechanik von Einzel-, Kombi- und Systemwette, dann ein Vergleich von zehn Rechnern, schliesslich der Blick auf die beiden Schweizer Anbieter und acht ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung.
Rechtslage und Bewilligung in der Schweiz
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel im Sinne des Bundesgesetzes über Geldspiele (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019) und werden von der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, beaufsichtigt – nicht vom ESBK, der nur für Spielbanken zuständig ist. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: einer Veranstalterbewilligung und einer Spielbewilligung pro Angebot (Art. 21–25 BGS). Sie «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS), und die Kantone haben die Zahl der Veranstalterinnen für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide Veranstalterinnen dürfen ausschliesslich Schweizer Sportveranstaltungen aus der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten anbieten – Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind nicht zulässig, ebenso wenig Eckball- oder Kartenmärkte und Esports.

Wer in der Schweiz Sportwetten anbieten darf
Swisslos mit Sitz in Basel führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip im Gebiet der Deutschschweizer Kantone (AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH), im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch; die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura und zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz. Wer online ein Konto eröffnen will, muss Wohnsitz im Vertragsgebiet der jeweiligen Veranstalterin haben – ein Konto bei Swisslos ist also nicht möglich, wenn der Wohnsitz in Genf liegt, und umgekehrt.
Was nicht erlaubt ist
Eine ausländische Bewilligung – aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land – hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Handeln bis zu fünf Jahre (Art. 130 BGS). Die Gespa führt eine Sperrliste mit ausländischen Domains, die Schweizer Telekomanbieter per DNS blocken (Art. 86–93 BGS); Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, darunter namentlich Interwetten und Bet-at-Home sowie bet365. Blockierte Domains tauchen über Domain-Hopping oft innerhalb von Stunden unter neuer Adresse wieder auf – die Sperrliste ist deshalb eine laufende Aufgabe, kein Endzustand.
Was ein Quotenrechner mit der Rechtslage zu tun hat
Ein Rechner rechnet auch Wetten durch, die ein Schweizer Veranstalter gar nicht anbietet. Wer mit einem ausländischen Tool eine Wette auf einen Eckballmarkt oder auf ein E-Sport-Event kalkuliert, hat ein Ergebnis auf dem Bildschirm, das in der Schweiz niemand annimmt. Der Rechner ist im rechtlichen Sinne neutral – er kennt keine BGS-Liste. Was er liefert, ist Mechanik: Einsatz, Quote, Auszahlung. Die Bewilligungsfrage ist eine andere, und sie wird von der Gespa und nicht von einem Taschenrechner beantwortet.
Spielerschutz: Limiten, Spielsperre und was ein Rechner nicht abbildet
Wer in der Schweiz Sportwetten platziert, setzt sich eigene Verlustlimiten für ein, sieben und 30 Tage – die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage möglich. Die Limiten sind nicht vom Staat gesetzt, sondern vom Spieler selbst – das BGS verlangt vom Veranstalter nur, dass er überhaupt eine oder mehrere Maximalwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangt (Art. 87 VGS). Schweizer Recht kennt keinen festen Einzahlungsdeckel wie einige andere Märkte.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Spielbanken einschliesslich Online-Spielbanken sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Sperre kann nach drei Monaten aufgehoben werden, wobei eine Fachstelle eingebunden ist (Art. 81 BGS, Art. 84 VGS); eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist oder das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).
Warum ein Rechner den Spielerschutz nicht ersetzt
Ein Quotenrechner zeigt mögliche Gewinne, aber nicht, ob der Einsatz zum eigenen Budget passt. Wer mit dem Rechner eine Kombiwette plant, sieht die Gesamtquote und den Reingewinn im Erfolgsfall – was er nicht sieht, ist, ob die Wette das Wochenbudget sprengt oder ob die vergangenen drei Wochen bereits erhöht wurden, weil ein Verlust zu kompensieren war. Die Schutzmechanismen – Limiten, Sperre, Einzahlungsdeckel – wirken unabhängig von jeder Berechnung; sie setzen voraus, dass die Person sie vor der Wette setzt und nicht erst danach.
Altersgrenze und Identitätsprüfung
Sporttip steht Personen ab 18 Jahren offen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Bei der Online-Registrierung werden die Daten aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft; jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Gespa hat 2025 Testkäufe an Verkaufsstellen durchgeführt und in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an Minderjährige verkauft – der stationäre Schutz ist also nicht so dicht wie der online vorgeschriebene.
Wettarten, Quotenformate und das, was ein Rechner tatsächlich rechnet
Der Reingewinn einer Sportwette mit festen Quoten errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1): Wer CHF 50 auf eine Quote von 2,10 setzt, erhält im Gewinnfall CHF 105 zurück, der Reingewinn beträgt CHF 55. Wer die Bruttoauszahlung braucht, rechnet Einsatz × Quote – die Auszahlung enthält den Einsatz bereits. Die Quoten sind in der Schweiz fast immer Dezimalquoten, im englischsprachigen Raum sind Bruchquoten verbreitet, in Nordamerika US-Quoten mit positivem oder negativem Vorzeichen. Eine Dezimalquote von 1,40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250 – das negative Vorzeichen bedeutet, dass 250 Einheiten gesetzt werden müssen, um 100 Einheiten Gewinn zu erzielen. Eine Dezimalquote von 5,50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450; bei +450 stehen 100 Einheiten Einsatz 450 Einheiten Gewinn gegenüber.
Einzelwette
Die Einzelwette ist die einfachste Form: ein Ereignis, eine Quote, ein Einsatz, ein möglicher Reingewinn. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet – aus 105,00 kann also 104,95 werden, je nach Folge der Rundungen. Wer den exakten Betrag wissen will, rechnet mit dem abgerundeten Wert, nicht mit dem glatten Produkt.
Kombiwette
Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Eine Dreier-Kombi mit den Quoten 1,80, 2,20 und 1,95 hat die Gesamtquote 7,722 – der Einsatz von CHF 20 bringt im Gewinnfall CHF 154,44, der Reingewinn CHF 134,44. Die Trefferchance sinkt mit jeder weiteren Voraussage: Sind die drei Einzelereignisse mit Wahrscheinlichkeiten von 55 %, 45 % und 51 % auch nur grob geschätzt, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass alle drei eintreffen, in der Grössenordnung von 13 %. Der Rechner rechnet die Quote; die Trefferchance rechnet er nicht – die muss der Anwender selbst einschätzen.
Systemwette
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe. Eine Trixie besteht aus drei Wettreihen: drei Einzelwetten und drei Zweier-Kombis aus drei Voraussagen. Eine Lucky 15 enthält vierzehn Wettreihen aus vier Voraussagen, eine Yankee enthält elf Wettreihen aus vier Voraussagen. Bei Sporttip ist die Systemwette mit einem Höchsteinsatz von CHF 10’000 pro Schein dotiert – gegenüber CHF 1’000 für Einzel- und Kombiwetten; bei Jouez Sport sind die Einsatz- und Quotenobergrenzen enger (siehe Abschnitt zu Jouez Sport).
Marge und Erwartungswert
Der Quotenschlüssel eines Marktes ist die Auszahlungsquote: 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …) über alle Ausgänge eines Marktes. Bei einer Zweiweg-Wette mit Quoten 1,90 / 1,90 ergibt sich ein Schlüssel von rund 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90) ≈ 0,95, die Marge also rund 5 %. Das ist der Anteil, den der Veranstalter von jeder eingesetzten Einheit im Durchschnitt behält – nicht bei jeder einzelnen Wette, sondern über viele Wetten. Bei Quoten von 1,85 / 1,85 liegt der Schlüssel bei rund 0,93, die Marge bei rund 7 %; bei 1,95 / 1,95 liegt der Schlüssel bei rund 0,97, die Marge bei rund 3 %. Ein Quotenrechner zeigt die Marge nur, wenn er sie selbst ausrechnet – er bekommt sie nicht geliefert. Wer die Marge im Blick behält, sieht, dass eine Wette mit einer Quote von 1,30 selbst dann einen negativen Erwartungswert hat, wenn die Wahrscheinlichkeit für den Ausgang subjektiv bei 80 % liegt: 1 ÷ 1,30 ergibt 0,77, und der Veranstalter behält im Schnitt 23 %.
Sonderfälle, die Sporttip selbst regelt
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei Live-Wetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1,00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Rote Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1,00 werten. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.
Zehn Quotenrechner im Vergleich
Wer eine Wette plant, kann den Reingewinn auf drei Wegen berechnen: im Kopf, mit dem Taschenrechner, oder mit einem spezialisierten Tool. Die Tools unterscheiden sich darin, welche Wettformen sie abdecken, ob sie Quotenformate umrechnen und wie transparent das Ergebnis dargestellt wird. Die folgende Übersicht bewertet zehn Rechner danach, ob sie Einzel-, Kombi- und Systemwetten abdecken, wie die Quotenformate umgerechnet werden und ob die Ergebnisse nachvollziehbar sind. Keiner der Rechner ist ein behördlich zugelassenes Produkt – es handelt sich um Hilfsmittel, die in keiner Bewilligungsbeziehung zur Gespa stehen.
| Rechner | Einzelwette | Kombiwette | Systemwette | Quotenformate | Marge-Anzeige | Nachvollziehbarkeit |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Quotenrechner A | ja | ja | ja (bis 20 Auswahlen) | dezimal, Bruch, US | nein | Schritt-für-Schritt |
| Quotenrechner B | ja | ja | ja (bis 16) | dezimal, Bruch, US | ja | kompakt |
| Quotenrechner C | ja | ja | nein | dezimal | nein | minimal |
| Quotenrechner D | ja | ja | ja (Trixie, Lucky 15) | dezimal, Bruch, US | nein | Schritt-für-Schritt |
| Quotenrechner E | ja | ja | ja (Yankee, Heinz) | dezimal | nein | kompakt |
| Quotenrechner F | ja | ja | ja (bis 20 Auswahlen) | dezimal, Bruch, US | ja | Schritt-für-Schritt |
| Quotenrechner G | ja | ja | nein | dezimal | nein | minimal |
| Quotenrechner H | ja | ja | ja (bis 10) | dezimal, Bruch, US | nein | kompakt |
| Quotenrechner I | ja | ja | ja (Trixie, Lucky 15, Yankee) | dezimal, US | nein | Schritt-für-Schritt |
| Quotenrechner J | ja | ja | nein | dezimal, Bruch | nein | kompakt |
Die Schritt-für-Schritt-Variante lohnt sich für Einsteiger, weil sie das Produkt der Einzelquoten sichtbar macht und damit zeigt, warum die Gesamtquote einer Kombi nichtlinear wächst. Die kompakte Variante reicht für erfahrene Anwender, die nur das Ergebnis brauchen. Wer die Marge sehen will, ist auf eine Teilmenge der Rechner angewiesen – die übrigen zeigen sie nicht, und sie muss bei Bedarf aus den eingegebenen Quoten selbst nachgerechnet werden. Keiner der zehn Rechner fragt die Schweizer Bewilligungslage ab; die Tools rechnen, was der Anwender eingibt, unabhängig davon, ob die Wette bei Sporttip oder Jouez Sport angeboten wird.
Grundlagen: was ein Rechner leistet und was nicht
Ein Wettrechner ist im Kern eine Funktion, die für eine Liste von Quoten und einen Einsatz den Brutto-Return und den Reingewinn ausgibt. Bei der Einzelwette ist es eine Multiplikation, bei der Kombiwette ein Produkt, bei der Systemwette eine Sammlung solcher Produkte. Die Eingaben sind Quote und Einsatz; die Ausgaben sind Return und Reingewinn, bei Systemwetten auch die Anzahl der Wettreihen und der Return pro Reihe. Die Marge ergibt sich nur, wenn das Tool sie selbst aus den Quoten errechnet – was die meisten nicht tun, weil es die Eingabe aller Ausgänge eines Marktes verlangt, nicht nur der ausgewählten.

Leseweise der Quoten
Eine Dezimalquote von 2,10 bedeutet, dass für jeden eingesetzten Franken 2,10 zurückkommen, wenn die Wette gewonnen wird – inklusive Einsatz. Eine Quote von 1,40 bedeutet, dass der Einsatz nur wenig verzinst wird, typischerweise für einen Ausgang mit hoher Wahrscheinlichkeit. Eine Quote von 5,00 oder mehr steht für einen Ausgang, der als eher unwahrscheinlich eingeschätzt wird, oder für eine Kombiwette, deren Gesamtquote durch die Multiplikation der Einzelquoten entsteht. Wer die Quote liest, sollte immer im Kopf haben, dass sie die Marge des Veranstalters bereits enthält – eine «faire» Quote (ohne Marge) wäre höher als die angezeigte.
Rechengeschwindigkeit und Fehleranfälligkeit
Ein Rechner ist schneller als die Kopfrechnung und zuverlässiger als die Tabellenkalkulation, in der ein Komma an der falschen Stelle steht. Er ist aber nicht klüger als die eingegebene Quote. Wer eine Quote von 1,80 mit 1,80 verwechselt, bekommt ein anderes Ergebnis, als wer 1,80 mit 8,10 verwechselt – der Rechner rechnet beides korrekt aus, er sagt nicht, wo der Tippfehler sitzt. Wer systematisch plant, gibt die Quote direkt aus dem Wettprogramm des Veranstalters ein und nicht aus dem Gedächtnis.
Wann der Rechner an seine Grenze stösst
Bei asiatischen Handicaps, bei Spielstandsabhängigen Märkten und bei Wettarten, deren Quote sich während des Spiels ändert, hilft ein Standardrechner nur teilweise. Die Gesamtquote ist dann nicht einfach das Produkt der Einzelquoten, und der Reingewinn hängt vom Spielverlauf ab. Wer in solchen Märkten plant, rechnet Szenarien – Eintritt des Ereignisses, Nichteintritt, Teilauszahlung – und vergleicht die Ergebnisse, statt eine einzige Zahl zu erwarten.
Anbieter im Überblick: Schweizer Bewilligung und Marktzugang
Die folgende Tabelle ordnet die zehn in diesem Vergleich betrachteten Anbieter nach ihrer Bewilligungslage in der Schweiz. Die ersten beiden sind die einzigen Veranstalterinnen, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen; die übrigen acht sind ausländische Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Bewertung ihrer Rechner-, Wett- und Bonusangebote erfolgt im Anschluss in den jeweiligen Anbieterabschnitten.
| Marke | Bewilligung in der Schweiz | Veranstalterin / ausländische Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung (BGS) | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Interwetten | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| IviBet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| bet365 | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| BC.Game | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| Bruce Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
| GG.BET | ohne Schweizer Bewilligung | Lizenz nicht etabliert; keine Geltung in der Schweiz (Art. 4 BGS) |
Swisslos Sporttip
Swisslos mit Sitz in Basel führt die Sportwetten unter dem Namen Sporttip. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1,50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen – Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Der Reingewinn einer Sporttip-Wette ist eng definiert: Gewinnbetrag gleich Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote; der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer ein Systemwette platziert, akzeptiert, dass einzelne Wettreihen verlieren können, solange die Konstruktion als Ganzes noch Treffer enthält – ein 2 aus 3 etwa zahlt auch dann einen Teil, wenn eine Voraussage falsch getippt wurde. Sporttip ist für die deutsche Schweiz, das Tessin und Liechtenstein zuständig; ein Konto ist nur mit Wohnsitz in diesem Gebiet möglich, und die Verlustlimite muss vor der ersten Wette gesetzt sein.
Loterie Romande Jouez Sport
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die Westschweizer Kantone. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1,10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Wer online spielt, muss Wohnsitz in einem der sechs Westschweizer Kantone haben; die Verlustlimite wird wie bei Sporttip selbst gesetzt.
Im Vergleich zu Sporttip fällt auf, dass die Einsatz- und Gewinngrenzen bei Jouez Sport enger sind, aber die Multiples-Marge im Maximalfall (10 Voraussagen) ebenfalls 10 ist. Die Gesamtquote einer Zehner-Kombi kann damit sehr schnell sehr gross werden – CHF 500 Einsatz mal 100’000 Gesamtquote ergibt theoretisch 50 Millionen, was durch den Höchstgewinn von CHF 1’000’000 pro Multiple auf ein kalkulierbares Mass zurückgestutzt wird. Wer mit der Westschweizer Veranstalterin plant, rechnet also konservativer, weil die Einsatzgrenze pro Schein tiefer liegt als bei Sporttip.
22Bet
22Bet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Eine Lizenz aus einem anderen Land hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS); die Marke ist nicht an das Schweizer Ausschlussregister angeschlossen, und es besteht kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf der Gespa-Sperrliste stehen und über Schweizer Telekomanbieter per DNS blockiert sein. Wer bei 22Bet spielt, tut dies ausserhalb des Schweizer Schutzrahmens – kein Zugang zur Spielsperre, keine Berücksichtigung der Schweizer Verlustlimite, keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlungspraxis.
MyStake
MyStake ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung und unterliegt damit denselben Einschränkungen wie 22Bet: keine Geltung in der Schweiz, kein Anschluss an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht. Die Gespa führt keine Liste der angeblichen Lizenzländer; massgeblich ist, dass die Marke in der Schweiz keine Bewilligung hat. Wer MyStake nutzt, hat im Streitfall keinen Schweizer Ansprechpartner und keinen Schweizer Gerichtsstand.
Interwetten
Interwetten ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Interwetten wird in der Gespa-Kommunikation namentlich als Beispiel für eine Marke genannt, die auf der Sperrliste steht oder stand – die Sperrliste ist eine DNS-Block-Liste, kein Strafregister, und die Nennung heisst nicht, dass die Marke in der Schweiz verboten wäre, sondern dass der Schweizer Zugang blockiert ist. Domain-Hopping führt allerdings dazu, dass blockierte Domains oft unter neuen Adressen wieder auftauchen; der Rechtsstatus der Marke ändert sich dadurch nicht.
IviBet
IviBet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Die Marke fällt in die Kategorie der Anbieter, deren Domain auf der Gespa-Sperrliste stehen kann; eine Bewilligung in der Schweiz ist nicht etabliert, und ein allfälliger Lizenzhinweis auf der Webseite hat in der Schweiz keine Wirkung. Wer bei IviWet spielt, verlässt den Schweizer Schutzrahmen – die Konsequenzen reichen von der fehlenden Sperrregister-Anbindung bis zur Frage der Besteuerung der Gewinne, die je nach Kanton als Einkommen deklariert werden müssen.
bet365
bet365 ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. bet365 wird in der Gespa-Kommunikation namentlich als Beispiel für eine Marke auf der Sperrliste genannt. Die Marke ist im englischsprachigen Raum eine der grössten Sportwettenanbieterinnen, aber diese Marktstellung hat in der Schweiz keine rechtliche Bedeutung – Art. 4 BGS macht die ausländische Lizenz gegenstandslos. Wer bet365 in der Schweiz nutzt, spielt ohne Schweizer Bewilligung und ohne Schweizer Aufsicht.
BC.Game
BC.Game ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. BC.Game wirbt mit Kryptowährungen – was in der Schweiz schon deshalb nicht funktioniert, weil Gewinne und Guthaben nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers ausgezahlt werden dürfen (Art. 50 Abs. 2 VGS), und anonyme Krypto-Auszahlungen in der bewilligten Schweizer Welt nicht existieren. Die Marke fällt in die Kategorie der Anbieter ohne Schweizer Schutz.
Bruce Bet
Bruce Bet ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. Bruce Bet gehört zu den jüngeren Marken auf dem internationalen Markt; die Frage nach einer Lizenz ist in der Schweiz unerheblich, weil keine Lizenz ausserhalb des BGS Geltung hat. Wer Bruce Bet nutzt, hat keinen Zugang zur Schweizer Spielsperre und keine Schweizer Aufsicht über die Auszahlungspraxis.
GG.BET
GG.BET ist eine ausländische Marke ohne Schweizer Bewilligung. GG.BET positioniert sich international im E-Sport – ein Bereich, der in der Schweiz in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten nicht auftaucht. Auch hier gilt: Die internationale Positionierung hat in der Schweiz keine rechtliche Bedeutung, und das Angebot an E-Sport-Wetten ist in der Schweiz nicht bewilligt.
Wer rechnen kann, gewinnt noch lange nicht
Drei Punkte, die in den vorherigen Abschnitten angeklungen sind, verdienen es, am Schluss noch einmal nebeneinander gestellt zu werden. Erstens: Der Reingewinn ist eine Funktion von Einsatz, Quote und Marge – nicht von Können. Wer eine Wette mit einer Quote von 1,85 platziert, hat im Schnitt 7,5 % des Einsatzes an den Veranstalter abgegeben, bevor die Wette überhaupt ausgewertet wird. Wer diesen Punkt vergisst, sieht im Gewinnfall ein schönes Ergebnis und verwechselt die Auszahlung mit dem Erwartungswert. Zweitens: Die Marge ist im Einzelfall unsichtbar, über viele Wetten aber der entscheidende Hebel. Ein Unterschied von zwei Prozentpunkten in der Marge – 5 % statt 7 % – bedeutet über hundert Wetten einen Unterschied von rund zwei Prozentpunkten des Gesamtumsatzes; bei einem wöchentlichen Einsatz von CHF 200 sind das CHF 8 pro Woche, die nicht aus dem Reingewinn, sondern aus dem Verlust stammen. Drittens: Die Schweizer Bewilligungslage verengt die Auswahl auf zwei Veranstalterinnen – und beide haben unterschiedliche Einsatzgrenzen, unterschiedliche Quotenformate, unterschiedliche Höchstgewinne. Wer plant, vergleicht zuerst die Bedingungen, dann die Quoten, dann den Reingewinn.
Häufige Fragen
Wie wird der Reingewinn einer Sportwette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Reingewinn errechnet sich als Einsatz × (Quote − 1): Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von CHF 50 sind das CHF 55. Die Bruttoauszahlung enthält den Einsatz und beträgt CHF 105. Bei Kombiwetten werden die Einzelquoten multipliziert, der Einsatz gilt für die gesamte Wette.
Wie unterscheiden sich Dezimal-, Bruch- und US-Quoten, und wie lassen sie sich umrechnen?
Die Dezimalquote gibt die Bruttoauszahlung pro eingesetztem Franken an (2,10 heisst 2,10 zurück pro 1 eingesetzt). Die Bruchquote gibt den Reingewinn relativ zum Einsatz an (9/2 heisst 4,50 Reingewinn pro 1 Einsatz). Die US-Quote nutzt ein Vorzeichen: negativ (–250) bedeutet, dass 250 Einheiten Einsatz für 100 Einheiten Gewinn nötig sind, positiv (+450) bedeutet, dass 100 Einheiten Einsatz 450 Einheiten Gewinn bringen.
Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet, und warum sinkt die Trefferchance mit jeder weiteren Voraussage?
Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten: drei Quoten von 1,80, 2,20 und 1,95 ergeben 7,722. Die Trefferchance sinkt, weil alle Voraussagen gleichzeitig eintreffen müssen – die Einzelwahrscheinlichkeiten multiplizieren sich. Wer drei Ereignisse mit subjektiven Wahrscheinlichkeiten von 55 %, 45 % und 51 % kombiniert, kommt auf rund 13 % Wahrscheinlichkeit für die gesamte Kombi.
Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken etwa in einer Trixie?
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben. Eine Trixie besteht aus drei Wettreihen: drei Einzelwetten und drei Zweier-Kombis aus drei Voraussagen. Eine Lucky 15 enthält 15 Wettreihen aus vier Voraussagen, eine Yankee 11 Wettreihen aus vier Voraussagen.
Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 pro Systemwette. Bei Jouez Sport liegt der Online-Mindesteinsatz bei CHF 2 (Verkaufsstellen CHF 3, Multiples CHF 2) und der Höchsteinsatz bei CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette, mit einem Maximalbetrag von CHF 7’500 pro Multiple-Schein.
Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet diese für den Erwartungswert auf lange Sicht?
Nur ein Teil der Quotenrechner zeigt die Marge an – die meisten rechnen sie nicht selbst aus. Wer die Marge sehen will, muss sie aus den Quoten aller Ausgänge eines Marktes selbst berechnen: 1 minus 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + …). Die Marge ist der Anteil, den der Veranstalter im Durchschnitt pro eingesetztem Franken behält; sie bestimmt den negativen Erwartungswert der Wette, unabhängig davon, wie die Wette ausgeht.
Quoten – buchmachersch
Inhalt erstellt vom Team «buchmachersch»
